| 20.03.2009 | | Minister der klaren Worte | Geballte Kompetenz präsentierten die Oldesloer Christdemokraten ihrem Publikum in einer Veranstaltung im Bürgerhaus unter dem Titel „Wirtschaftswege mit neuen Perspektiven für den Norden“. Schleswig-Holsteins Verkehrs- und Wirtschafts-minister Dr. Werner Marnette, Landrat Reinhard Sager und Verkehrsplaner Dr. Rolf Hüttmann ließen in ihren Beiträgen kein norddeutsches Vorhaben der Verkehrsinfrastruktur aus.
| In der Begrüßung gab CDU-Vorsitzender Rainer Fehrmann schon die Vorlage für die Themen, die Bad Oldesloe direkt berühren. Auf der einen Seite braucht Wirtschaft (Verkehrs-)Wege, um sich zu entwickeln, andererseits wird die Wohnqualität gerade hier durch den Schwerlastverkehr vielschichtig belastet.
Dr. Marnette zeigte sich gut vorbereitet und konnte die Verkehrsflüsse umfassend nachvollziehen. Die Verbesserung des derzeitigen Zustandes sah der Minister insbesondere in der Fertigstellung der A 20. Die Finanzierung bei der Fortführung der A 20 in Richtung Westen bis zum Anschluss Bad Segeberg ist durch Zusagen des Bundesverkehrsministerium gesichert. Somit kann der Baubeginn sofort nach Fertigstellung des Planfeststellungsbeschlusses erfolgen. Für das Zwischenstück bis Bad Segeberg wird der Planfeststellungsbeschluss für das erste Halbjahr 2010 erwartet.
Die interessierten Bürger und Vertreter der Mittelständischen Wirtschaft erfuhren dann aus erster Hand, welche Projekte des Nordens auf Wasser, Schiene, Straße und in der Luft sich in der Planung und in der Realisierung befanden. Dabei verschafften fundierte Begründungen den Teilnehmern schnell Klarheit, woran es haperte, dass man heute noch nicht weiter ist. Jede Maßnahme hinterlegte der Minister mit Zeitschienen - und was ebenso wichtig ist, welche Vorteile für Wirtschaft und Bevölkerung entstehen.
Hinsichtlich des weiteren Ausbaus der B 404 zur A 21 versprach der Minister, sich mit ganzer Kraft für die Einstufung des Teilstücks zwischen der A 1 und der A 24 als „Vordringlich“ im Bundesverkehrswegeplan 2009 zu kämpfen. „Daran lasse ich mich messen“, positionierte sich der Minister.
Bei der Erlangung von Geldern für die Projekte verwies Marnette auf die Vorgehensweise der Bundesländer im Süden und Osten: „Die ziehen alle an einem Strang und erreichen mit gegenseitiger Abstimmung Ziele, von denen wir hier nur träumen. Bei der Verteilung der Infrastrukturmittel hat der Norden zu oft in die Röhre geguckt. Das muss ein Ende haben. Eine verbesserte Infrastruktur setzt Anreize für Investitionen aus der Wirtschaft. Wir alle wissen, dass nicht die staatlichen, sondern die privatwirtschaftlichen Investitionen für die Ertragskraft unseres Landes von entscheidender Bedeutung sind.“
Landrat Reinhard Sager aus dem Kreis Ostholstein stellte das Projekt „Fehmarnbelt-Querung“ besonders plastisch dar: Mancher Zuhörer hat zeitweise das Gefühl, sich schon auf der Brücke zu befinden, obwohl der Baubeginn erst 2011 erfolgt und die vollständige Fertigstellung nicht vor 2018 zu erwarten ist. Wie zuvor der Minister, machte auch Sager deutlich, wie einfach und zielorientiert die Dänen die Beltquerung realisieren. Sie finanzieren als 5 Mio-Einwohner-Volk das Bauwerk nicht nur zu 100%, sondern richten schon jetzt die gesamte Infrastruktur darauf aus, „trockenen Fußes“ nach Deutschland zu kommen und die Achse Skandinavien - Südeuropa attraktiv zu machen. Auf deutscher Seite soll ein regionales Entwicklungskonzept Vorteile und Auswirkungen untersuchen. Schnell wurde deutlich, dass dabei auch Chancen und Perspektiven für die wirtschaftliche Entwicklung Stormarns festgestellt werden.
Zu guter Letzt bereitete der Verkehrsplaner Dr. Rolf Hüttmann die Straßenverkehrs-situation im Norden auf. Auf der Leinwand wurden den Teilnehmern die großen Verkehrsströme von heute, morgen und übermorgen dargestellt. Schnell konnte jeder sehen, dass mit dem bestehenden Straßenmaterial das Verkehrsaufkommen östlich von Hamburg nicht mehr abgedeckt werden kann. Die B 404 ist mit über 21.000 Fahrzeugen, davon 12% (!!!) Schwerlastverkehr total überlastet. Dadurch entstehen Staus und Mehrverkehr, also verlorene Arbeitszeit, erhöhter Schadstoffausstoß und verlorene Betriebszeiten. Die Fortführung der A 21 über die A 24 bis zur A 250 (20km) und weiter bis zur A 7 (18km) ist schon wegen des volkswirtschaftlichen Nutzens zwingend erforderlich. Ein Gutachten zeigt auf, dass der Bau der A 21 als Ostumgehung Hamburgs und Vernetzung von 7 Autobahnen eine enorme Entlastungswirkung für Straßen und Gemeinden hat.
Den Nagel auf den Kopf traf der Verkehrsminister dann auch mit seinem Schlusswort „Wenn wir als Region die sich aus der verbesserten Infrastruktur ergebenden Chancen nutzen, können wir zuversichtlich sein, dass sich auch mittel- bis langfristig die Bereiche Wirtschaft und Verkehr in Schleswig-Holstein ausgesprochen positiv entwickeln werden.“ | | right | |