Altes Kurbad soll weg

Stormarner Tageblatt   22.12.2017

Das Gebäude neben dem Travebad wird seit Jahren nicht sinnvoll genutzt. Ein Umbau wäre nicht wirtschaftlich – also bleibt nur der Abriss. Für einen Neubau soll es einen Miet-Interessenten geben.

 

Bad Oldesloe Die Tage des alten Kurbads neben der Schwimmhalle sind gezählt – Das Gebäude wird höchstwahrscheinlich abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.

Definitiv bekannt, weil öffentlich verhandelt, ist nur, was nicht aus dem Kurbad werden soll. Sowohl im Hauptausschuss als auch in der Stadtverordnetenversammlung ist die SPD mit ihrem Vorstoß gescheitert, das ehemalige Kurbad mit einfachen Mittel zu „vernünftigen Räumlichkeiten“ umzubauen, um sie Vereinen – die DLRG ist bereits seit Jahren auf der Suche nach einer neuen Bleibe – zur Verfügung zu stellen. Denn die Pläne, dort einen Neubau zu errichten und ihn zu vermieten hält die SPD für illusorisch. „Es ist nicht wirtschaftlich machbar“, sagte Fraktionsvorsitzender Björn Wahnfried. Das Projekt berge erhebliche Risiken. Eine Refinanzierung sei erst nach 20 Jahren zu erwarten. Wahnfried über den potenziellen Mieter: „Er setzt uns die Pistole auf die Brust. Egal, was bei den Baukosten raus kommt, ich zahle nur diese Summe.“ Die Grünen teilen die wirtschaftlichen Bedenken der SPD und plädierten ebenfalls für die Nutzung als Vereinshaus. Hendrik Holtz kann sich das ebenfalls vorstellen, verlangte aber vorher ein Gutachten zu den erwarteten Kosten.

Klarer Widerspruch kam von der CDU, Fraktions-Chef Horst Möller: Wir waren von Anfang an gegen ein Vereinshaus. Wir sind es auch jetzt noch und brauchen deshalb auch kein Gutachten.“ Der fraktionslose Wolfgang Schmidt argumentierte: „Da ist doch kein Raum, den du für Vereine und Gruppen nutzen kannst. Willst du die etwa in die Badewanne stecken?“ Matthias Rohde (FBO) sieht in dem SPD-Antrag „mal wieder einen Versuch, die vernünftige Nutzung oder einen Umbau zu torpedieren“.

Sauna und Sonnenstudio werden im Kurbad schon lange nicht mehr betrieben.

Stadtwerke-Chef Jürgen Fahl widerspricht der SPD Darstellung. Die Gespräche mit dem Interessenten seien „sehr fair“. Für ihn steht außer Frage, dass sich die Investition rechnet. Eine „dauerdefizitäre Vermietung“ sei nicht geplant. Fahl: „Wir haben natürlich keine Renditeerwartungen wie die Deutsche Bank.“ Eine einfache, billige Sanierung hält der Stadtwerke-Chef für unrealistisch. „Das Gebäude ist Standard der 70er Jahre, da ist in den vergangenen Jahren absichtlich nichts reingesteckt worden. Wenn man es langfristig, nachhaltig nutzen möchte, muss man da mehr Geld reinstecken“, so Fahl. Wobei „reinstecken“ nicht bedeutet, in das Gebäude zu investieren – er geht davon aus, dass Abriss und Neubau die wirtschaftlicheren Varianten sind.

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Auch in den Travearkaden geht manches zu Bruch

Lübecker Nachrichten   22.12.2017

Viele Jugendliche nutzen die warme Shopping-Mall als Treffpunkt

Auch der Spiegel im Fahrstuhl der Travearkaden wurde beschädigt, wie Tanzschulinhaber Christian Wulf zeigt. FOTOS: D. VON DAHLEN/ARCHIV

Bad Oldesloe. Wenn jemand guten Kontakt zu Jugendlichen hat, dann ist es Christian Wulff. Als Tanzschulinhaber weiß er, was sie umtreibt. Auch Konflikte mit Jugendgruppen, die abends in  Bad Oldesloe randalieren, sind ihm nicht fremd. Er plädiert aber dafür, jungen Menschen in der  Stadt mehr Möglichkeiten zur Beschäftigung anzubieten.

Viele Jugendliche, die ich so in der Stadt beobachte, haben offensichtlich Langeweile. Hinzu kommt, dass sie in einem bestimmten Alter vor Energie überquellen, die sich irgendwann entlädt. In der Gruppe stacheln sie sich gegenseitig an und müssen den coolen Max machen“, sagt Wulff. Und dabei hat er eigentlich nicht den tätlichen Angriff eines Jugendlichen auf den Hausmeister des KuBs im Blick, den er betont als Extremfall bezeichnet. Vielmehr treffen sich auch in den Travearkaden, auf dessen Parkdeck sich seine Tanzschule befindet, immer wieder Jugendgruppen, die über die Stränge schlagen. Die Shopping-Mall bietet ihnen offenbar einen geschützten Raum.

Auch Türen werden gern beschmiert.

Wulff hat schon beobachtet, wie sie mit Einkaufswagen die Rampe herunterfahren, „was auch böse enden könnte“. Zudem seien regelmäßig Wände und Türen beschmiert oder die Begrenzungen der Parkplätze beschädigt. „Am Wochenende waren die öffentlichen Toiletten verstopft. Alles stand unter Wasser“, sagt Wulff.

Einen ähnlich gelagerten Vorfall wie im KuB hat es dort allerdings auch schon gegeben. Ein Jugendlicher, der vom stellvertretenden Marktleiter Kai Herrmann zurechtgewiesen wurde, holte aus und schlug ihm mehrmals ins Gesicht. „Das Ganze liegt aber länger zurück und ging schon vor Gericht“, sagt Herrmann. Vorfälle wie dieser hätten sich aber überall abspielen können. Doch die aktuellen Sachbeschädigungen im Hause seien schon ärgerlich. „Die arme Putzfrau ist schon zu bedauern“, sagt Herrmann.

Wulff räumt ein, dass nicht alle Jugendlichen Randalierer sind, die in den Travearkaden Schutz vor der ungemütlichen Witterung haben. „Es sind zum großen Teil ganz sympathische Figuren und die meisten von ihnen sind harmlos. Was ihnen fehlt, ist ein ansprechendes Freizeitangebot“, sagt er.

„Wir nehmen viel Geld für Jugendliche in die Hand. Sicher, man könnte mehr machen, aber unsere Mittel sind auch begrenzt“, sagt Mathias Nordmann, der mit 35 Jahren zu den jüngeren Mitgliedern des CDU-Ortsverbands in Bad Oldesloe gehört. Als positives Beispiel nennt er den Kunstrasenplatz, der sich als Selbstläufer erwiesen habe, weil ihn die Jugendlichen gut annehmen. Im neuen Jahr werde ja nun der Streetworkout am Exer gebaut. Es sei zu hoffen, dass er auch so gut angenommen werde. „Ansonsten haben wir doch ein sehr gutes Angebot im Sport. Es wundert mich, dass es von den Jugendlichen nicht genutzt wird“, sagt Nordmann.

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Flammen schlagen aus dem Dach des Blockheizkraftwerkes

Lübecker Nachrichten   21.12.2017

Polizei ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung

Von Jens Burmester und Markus Carstens

Ortswehrführer Kay-Uwe Gatermann (r.) kletterte selbst auf das Dach und machte sich ein Bild vom Schaden. FOTOS: JENS BURMESTER

Bad Oldesloe. Meterhoch schlugen die Flammen aus dem Dach des Blockheizkraftwerkes an der Schwimmhalle in Bad Oldesloe – dennoch hatten die Feuerwehrleute den Brand schnell unter Kontrolle. Die Einsatzkräfte fanden einen Schlafsack, die Polizei ermittelt.

Auf dem Dach des Blockheizkraftwerkes (BHKW) an der Schwimmhalle im Konrad-Adenauer-Ring in Bad Oldesloe hat es am Dienstagabend gegen 19.50 Uhr gebrannt. Mehrere Passanten hatten die Flammen gesehen und per Notruf die Feuerwehr alarmiert. Die Integrierte Regionalleitstelle Süd löste für die Ortswehr Bad Oldesloe Großalarm aus.

Beim Eintreffen der Feuerwehr schlugen die Flammen meterhoch aus dem Dach. Mitarbeiter der Stadtwerke schalteten das Blockheizkraftwerk vorsichtshalber ab. Doch schon gegen 21.15 Uhr gab Gemeindewehrführer Olaf Klaus Entwarnung.

Stadtwerke-Geschäftsführer Marius Lembicz war nach Bad Oldesloe geeilt, um sich selbst ein Bild von dem Einsatz zu machen und mit seinen Mitarbeitern zu sprechen. „Das BHKW war eigentlich nicht in Gefahr. Das ist komplett von Beton eingeschlossen. Und es hat sich am Ende bestätigt, dass die gesamte technische Anlage komplett in Ordnung ist“, erklärte Marius Lembicz gegenüber den LN.

Noch während der Löscharbeiten nahmen die Oldesloer Polizei und Beamte des zentralen Kriminaldauerdienstes aus Lübeck ihre Ermittlungen auf. Die Polizeibeamten hatten an der Brandstelle einen Schlafsack gefunden, der einem Mann ohne festen Wohnsitz gehört und stellten diesen sicher. Auch Müll wie Getränkedosen und einiges mehr wurden dort gefunden. Sowohl der Polizei als auch dem Betreiber war bekannt, dass ein Mann ohne festen Wohnsitz dort wegen der Wärme gern übernachtet. Dieser Mann wurde dort aber nicht angetroffen.

Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung. „Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen“, sagte Polizei-Sprecherin Sandra Kilian.

Da der Brand nicht weiter nach innen vordrang, konnte das Blockheizkraftwerk am Mittwoch wieder in Betrieb genommen werden. Unter anderem das Schwimmbad und die nahe gelegene Schule werden von hier versorgt.

„Die Technik ist nicht in Mitleidenschaft gezogen worden“, sagte Stadtwerke-Sprecherin Sabine Sager. „Für das Travebad gibt es keine Einschränkungen.“ Anderenfalls wäre der Betrieb des Oldesloer Hallenbads aber auch über andere Zusatzversorgungen abgesichert, sagte Sabine Sager.

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Kiel hat Angst vor Klage: DaZ-Lehrerin muss pausieren

Lübecker Nachrichten   21.12.2017

Zwangspause für Oldesloer Lehrerin – Ministerium verweist auf Rechtslage

Von Dorothea von Dahlen

Das Bild sagt mehr als tausend Worte: Die Kinder aus dem DaZ-Bereich an der Oldesloer Stadtschule sind begeistert von ihrer Lehrerin Christiane Schutt und möchten sie auch in Zukunft nicht missen. FOTO: VON DAHLEN

Bad Oldesloe. Die Bestimmungen aus Kiel treffen die Oldesloerin Christiane Schutt hart. Ihr Vertrag als Lehrerin für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) an der Stadtschule soll ab dem 31.  Januar nicht verlängert werden. Sie ist gezwungen, ein halbes Jahr zu pausieren. Das stürzt sie in finanzelle Not.

Seit 2015 betreut die Oldesloerin Mädchen und Jungen aus Familien, die den Gefahren von Bürgerkrieg und Verfolgung in ihrer Heimat gerade noch entkommen konnten und nach Deutschland geflüchtet sind.

Sie gibt ihren Schützlingen Sprachunterricht und nicht nur das. Denn während dieser zweieinhalb Jahre hat sie die Erfahrung gemacht, dass es mit dem Vokabelpauken allein nicht getan ist.

„Es reicht nicht, den Kindern etwas auf Deutsch einzuhämmern“, erzählt Christiane Schutt. „Wenn ein Kind am Tisch einschläft, weint oder ohne Entschuldigung gar nicht mehr herkommt, kann ich das nicht einfach ignorieren.“ Einige der Kleinen hätten Schlimmes auf der Flucht erlebt, seien traumatisiert. Um zu wissen, was mit ihnen los ist, habe sie gemeinsam mit ihrer Kollegin die Familien besucht. „Wir haben auch Kontakt zu Psychologen aufgenommen, um den traumatisierten Kindern zu helfen, aber die hatten keine Zeit“, erzählt die 49-Jährige.

Für die DaZ-Lehrerin war schnell klar, dass sie auch das Umfeld der ihr anvertrauten Mädchen und Jungen im Blick haben muss, wenn die Integration gelingen soll. Vieles hat sie schon gemeinsam mit ihrer Kollegin bewirkt, unter anderem dass jetzt viele der Eltern Deutschkurse belegen. Eines ihrer großen Anliegen war es auch, möglichst rasch Kontakt zwischen jungen Migranten und gleichaltrigen Stormarnern herzustellen. „Wir haben die Kids wochenlang zum Fußball gefahren und abgeholt. Denn Sport ist sehr wichtig für die Integration“, sagt Christiane Schutt.

Umso frustrierter ist sie jetzt, dass dieses Engagement so mir nichts dir nichts ins Leere laufen soll. Denn DaZ-Mitarbeiter ohne Studium bekommen nur halbjährige Verträge vom Land Schleswig-Holstein und dies nur fünfmal in Folge. „Mir wurde gesagt, ich muss ein halbes Jahr pausieren, sonst könnte ich mich einklagen und eine unbefristete Stelle verlangen“, berichtet die Oldesloerin.

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Grausiger Fund auf der Terrasse

Lübecker Nachrichten   20.12.2017

Aygün Caglar ist Mitglied der CDU und aktiv in der Moschee.

Bad Oldesloe. Unbekannte haben dem CDU-Stadtverordneten Aygün Caglar aus Bad Oldesloe einen enthäuteten Schweinskopf auf die Terrasse gelegt. Jetzt hat das Rätselraten begonnen,  wer zu einer solchen Tat fähig war und was die Person damit bezwecken wollte.

Ich wollte meiner Frau erst nicht glauben und versuchte sie zu beruhigen. Doch dann war ich selbst geschockt“, erzählte Caglar gestern. Seitdem ist er in größter Sorge. Für den Oldesloer, der sich in der Oldesloer Moschee sehr aktiv um die Jugend kümmert, stellt das Ablegen eines solchen Tierkopfs eine Provokation, wenn nicht gar eine indirekte Bedrohung dar. Dem islamischen Glauben nach zählen Schweine zu den unreinen Tieren. Nicht nur der Verzehr, auch das Berühren des toten Körpers ist verboten. Deutschlandweit sind etliche solcher islamfeindlichen Fälle dokumentiert.

Hilfe suchend wandte sich Caglar an die Oldesloer Polizeiwache. Dort empfahl man ihm, den Kopf zu fotografieren und zu einer Aussage persönlich zu erscheinen. Die LN fragten nach, wie der Fall eingestuft wird und welche weiteren Maßnahmen in Folge ergriffen werden. Doch Caglars Anzeige war auf Anhieb nicht aufzufinden. Polizeisprecher Holger Meier merkte aber, im privaten Bereich sei es schwer einzuordnen, ob es sich um eine Beleidigung oder eine Straftat handele. „Wenn ein Schweinskopf vor einer Moschee abgelegt wird, wie es in Deutschland schon in mehreren Städten geschehen ist, hat das eine ganz hohe Wertigkeit und wird eindeutig als fremdenfeindliche Aktion ausgelegt“, erklärte Polizeisprecher Holger Meier.

„Ich fürchte, es hat nichts mit der Politik, sondern mit seinem Engagement in der Moschee zu tun“, sagte gestern Jörg Feldmann, Vorsitzender des Oldesloer CDU-Ortsvereins. „Was mich persönlich irritiert ist, dass die Polizei nicht rausgefahren ist, um sich den Tatort anzuschauen“, sagte er. Das wäre zunächst wichtig gewesen, um etwaige Spuren sicherzustellen. „In der heutigen Zeit erwarte ich aber auch, dass die nötige Sensibilität bei solchen Vorkommnissen an den Tag gelegt wird“, sagte Jörg Feldmann, der selbst Polizist ist.  Dorothea von Dahlen

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