Der Populismus vor der eigenen Haustür

Lübecker Nachrichten   18.01.2018

Oldesloer Bündnis gegen Rechts diskutierte über den Umgang mit Parteien wie der AfD

Bad Oldesloe. Populistische Strömungen, die das schnelle Heil versprechen, jagen etablierten Parteien die Wähler ab. Das Oldesloer Bündnis gegen Rechts beschäftigte sich mit der Frage, wie mit der AfD umzugehen sei, einer Partei, die offiziell als verfassungskonform gilt.

Wir hatten eine sensationelle Beteiligung“, berichtet Bündnis-Chef Walter Albrecht. Vertreter von ortsansässigen Parteien und der Deutschen Friedensgesellschaft (DfG-VK) sowie Privatpersonen hätten sich zum Thema austauschen wollen. Das Beratungsteam Lübeck habe ins Thema eingeführt und die Debatte moderiert.

„Ein Patentrezept gibt es nicht“, zieht Albrecht Resümee. Mitglieder oder Anhänger der AfD zu schneiden, nicht mit ihnen zu reden sei genauso falsch wie ihnen andererseits zu viel Gewicht zu verleihen. Das hebe sie in eine Märtyrerrolle, die sie zu gern selbst einnehme. Sinnvoller sei es dagegen, die Inhalte der AfD stärker zu beleuchten. Die Partei sei nicht nur europa- und ausländerfeindlich, sie propagiere das überholte Frauenbild „Heimchen am Herd“.

„Auf keinen Fall darf man die AfD ignorieren oder ihr mit Verachtung begegnen“, sagt Christian Vollpott von der Deutschen Friedensgesellschaft (DfG-VK). Dazu gehöre auch zu fragen, woher die Angst stammt, die die Partei gegenüber Flüchtlingen und Ausländern habe. Den größten Erfolg habe sie ja dort, wo kaum Menschen aus anderen Ländern leben. In Bad Oldesloe funktioniere das Zusammenleben.

Dass 2015/16 viele Flüchtlinge gekommen seien, habe sicher manchen Helfer überfordert. „Aber fest steht doch, dass Deutschland als einer der größten Waffenexporteure für die Kriege in Syrien und anderen Krisengebieten und somit für die Flucht der Leute mitverantwortlich ist“, sagt Vollpott.

„Wir sind bereit, mit jedem Demokraten zu sprechen. Das gebietet die Toleranz und freie Meinungsäußerung. Aber wer verbohrt ist und die Geschichte bewusst verfälscht, mit dem brauche ich auch nicht zu reden“, erklärt Wulf Henning Reichardt (CDU). Zu den Anhängern der AfD gehörten viele Protestwähler. „Aber diese Wutbürger sind keine verlässlichen Partner. Sie kommen erst aus dem Knick, wenn der Bagger vor der Tür steht, und schalten sich nicht früher in den demokratischen Prozess ein“, sagt Reichardt.

Detlef Mielke (Linke) sagt gar, dass in allen Parteien ein schleichender Rechtsruck eingetreten sei. Es bedürfe harter kontinuierlicher Arbeit, die Errungenschaften der Demokratie wie Freiheit und Toleranz zu verteidigen. „Das ist ein langer Weg, der nur gelingt, wenn sich ein Großteil der Bevölkerung in seinem privaten Umfeld dafür einsetzt“, sagt Mielke.   dvd

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10 Jahre in Schweigen gehüllt

Stormarner Tageblatt   17.01.2018

Architekt Rudolf Krebs kritisiert fehlende Planung für den südlichen Bereich der Lübecker Straße

 Eingangstor: So stellt sich Rudolf Krebs die Gestaltung des Trave-Parkplatzes und des Übergangs in die Innenstadt vor. Krebs

Bad Oldesloe Nein, das ist wahrlich keine ansprechende Ecke in Bad Oldesloe: Ein rumpeliger Parkplatz, eine verwaiste Geschäftszeile mit hässlicher Alu-Fassade, darüber leerstehende Wohnungen und dazu noch eine nur notdürftig gesicherte Uferböschung. Die südliche Lübecker Straße ist alles andere als ein einladendes Portal in die Innenstadt. Seit vielen Jahren passiert dort nichts. Ein „städtebaulicher Missstand“, wie es in der Fachsprache heißt.

Der Oldesloer Architekt Dr. Rudolf Krebs hat sich der Sache angenommen und Visionen für das Areal entwickelt. Vor etlichen Monaten hatte er sein Konzept an Bürgermeister und -worthalter gegeben. Doch es passierte nichts, denn das umfangreiche Papier kollidierte angeblich mit den städtischen Kaufabsichten (wir berichteten). Jetzt hat sich der Bauausschuss der Thematik angenommen.

Rudolf Krebs

„Die Stadt hüllt sich seit zehn Jahren in Schweigen, ob sie bereit ist, sich dieser großartigen Aufgabe zu stellen“, kritisierte der Architekt. Für ihn geht die Fußgängerzone von der Hindenburgstraße über die Mühlenstraße hinaus bis zur Lübecker Straße. Während das ehemalige Kaufhaus mit seinen Arkaden ein Beleg dafür sei, wie ein modernes Gebäude in die altstädtische Umgebung eingepasst werden könne, gebe es auf der anderen Seite der Trave eine „städtebauliche Katastrophe. Die Nord-Ost-Achse endet im Nichts“, so Krebs. Die Trave, die eigentlich ein städtischer Erlebnispunkt sein könnte, komme gar nicht zur Geltung, wuchere zu. Deutlich warnte er: „Kein Verzicht auf Parkplätze bedeutet Stagnation für das Stadtzentrum.“ Auch er will die rund 100 Parkplätze dort nicht ersatzlos streichen.

Rudolf Krebs schwebt anstelle des Parkplatzes ein sechsstöckiges Hotel vor. Die Stellplätze könnten in einer Tiefgarage angelegt werden. Für die rückwärtige Seite zum Traveufer hin schwebt ihm ein Restaurant mit Aussichtscafé vor. Auf der anderen Hälfte des Grundstücks, dem ehemaligen Teppichmarkt, hat der Planer Wohnbebauung vorgesehen – allerdings deutlich niedriger als der Hotelkomplex.

Von allen Fraktionen gab es freundliches Lob für die Pläne. Von „Hochachtung“ und „Anerkennung“ war die Rede, die Studie werde in die Beratung mit einbezogen. Hier und da mal eine Andeutung, ein sechsstöckiges Hotel könnte dann vielleicht doch etwas „heftig“ sein. Und natürlich der Warnhinweis, wie wichtig doch Parkplätze seien. Bürgermeister Jörg Lembke berichtete in dem Zusammenhang von einem Gespräch mit einigen Einzelhändlern: „Die wünschen sich, den Marktplatz kostenfrei zu beparken.“ Bauamtsleiter Thilo Scheuber würde von einem Hotel an der Stelle abraten und plädierte für großflächigen Einzelhandel.

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Hotel statt Parkplatz: Planer will Problemzone ausmerzen

Lübecker Nachrichten   17.01.2018

Der Oldesloer Dr. Rudolf Krebs stellte seine Ideen zur Lübecker Straße vor

Von Dorothea von Dahlen

So würde nach Dr. Krebs’ Vorstellung das Tor zur Stadt aussehen, wenn der Parkplatz einem Hotel wiche. ZEICHNUNG: DR. RUDOLF KREBS

Bad Oldesloe. Die Entwicklung der Kreisstadt liegt dem pensionierten Architekten Dr. Rudolf Krebs sehr am Herzen. Auf der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses stellte er  seine Vorschläge zur Verschönerung des Oldesloer Stadtbildes vor und erntete Lob von den aufmerksamen Zuhörern.

Den derzeitigen Zustand der Travearkaden hält Rudolf Krebs für eine „städtebauliche Katastrophe“. FOTO: VON DAHLEN

In seiner Präsentation konzentrierte sich Krebs auf den Bereich der Innenstadt südlich der Fußgängerzone. Nach Dafürhalten des Planers endet der lebendige Teil der Stadt mit angenehmem Flair dort im Nichts. Hinter den Arkaden, in denen es bis auf einen Blumenladen keine Geschäfte mehr gebe, befinde sich eine 5000 Quadratmeter große tote Zone. „In meinen Augen ist der Parkplatz an der Lübecker Straße städtebaulich kritisch zu betrachten und nicht mehr haltbar“, sagte Krebs. „Dort ist mit einem Mal Feierabend, obwohl wir uns mitten im Zentrum befinden.“ Hinzu komme, dass in die Irre geleitet werde, wer bei den Arkaden einen Spazierweg entlang der Trave vermute. „Es gibt keinen Durchgang, am Ende kommt ein eisernes Tor, das zu ist – eine städtebauliche Katastrophe“, führte der Planer aus. Die Trave als schöner Erlebnismoment gehe völlig unter.

So könnte die neu bebaute Lübecker Straße aussehen. MONTAGE: KREBS

Krebs schlägt dagegen vor, das gesamte Areal entlang der Lübecker Straße neu zu überplanen und sich vom einstigen Teppichgeschäft wie dem M&H-Parkplatz gleichermaßen zu verabschieden. Nach seiner Auffassung würde sich ein Hotel an dieser Stelle gut ins Ensemble einfügen und mit den Arkaden als Fluchtlinie ein „perfektes Tor“ in die Innenstadt bieten. „Die Hotelbranche im Norden boomt doch und ist ein wichtiger Magnet für Besucher unserer Stadt“, sagte Krebs. Sein Entwurf sieht zudem an Stelle des alten Teppichhandels einen Wohnblock vor. Um den Bedarf an Stellplätzen zu decken, gelte es, eine neue Tiefgarage anzulegen.

Dank und Anerkennung spendete als erster Uwe Rädisch (CDU) im Namen seiner Fraktion für den Entwurf. „Wir waren sehr erstaunt, wie jemand aus freien Stücken so etwas entwickeln kann“, sagte er und versicherte Krebs, seine Studie biete eine gute Anregung für die weitere Vorgehensweise.

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Anlieger für Sperrung der Hude-Brücke

Lübecker Nachrichten   17.01.2018

Bad Oldesloe. Nächtlicher Lärm von Jugendlichen stört offenbar die Bewohner des Heiligengeistviertels. Sie wollen deshalb erreichen, dass die Brücke an der Hude abends wieder abgesperrt wird. Im Namen der Anlieger meldete sich Tamara Thiesen im jüngsten Bau- und Planungsausschuss zu Wort.

Sie kritisierte, dass die dauerhafte Öffnung über die Köpfe der Betroffenen beschlossen worden sei. Wenn es um ein solches Anliegen gehe, müssten die Anlieger die Chance haben, an der Sitzung teilzunehmen.

Bürgermeister Jörg Lembke dementierte, dass ein Beschluss in der Sache gefasst worden sei. Es habe lediglich eine lockere Anfrage zu dem Thema gegeben. Bei der Brücke handele es sich überdies um einen Privatweg der Stadt, gegen dessen dauerhafte Öffnung eigentlich nichts spreche. Dass in den 1980er Jahren ein Magistratsbeschluss gefasst worden sei, wonach das Bauwerk über Nacht abgeriegelt werden müsse, habe sich nicht bestätigt. Im Stadtarchiv hätten sich keinerlei Hinweise auf eine solche Festlegung finden lassen.

Tamara Thiesen hielt dem entgegen, dass es zwar Gespräche mit Jugendlichen gegeben habe, aber das habe alles nichts gefruchtet. Auch im Heiligengeistviertel hätten die Menschen das Recht auf ungestörte Nachtruhe. „Es irritiert mich in hohem Maße, dass unsere Bedürfnisse in diesem Vorzeigequartier nicht berücksichtigt werden“, beschwerte sich die Oldesloerin und überreichte einen Protestbrief mit Unterschriften der Anwohner fürs Sitzungsprotokoll.

Lembke merkte an, dass zuständige Mitarbeiter der Stadt Gespräche mit den jungen Leuten geführt hätten. „Ich sehe keinen Grund, den Weg nachts zu schließen. Wir müssen abwägen. Wer mitten in die Innenstadt zieht, muss mehr Lärm ertragen als Leute, die am Stadtrand wohnen“, sagte der Bürgermeister. Während er „diesem Punkt keine Bedeutungsschwere“ beimaß, plädierte Hans-Hermann Roden (SPD) dafür, das Thema Brücke auf einer späteren Sitzung als Tagesordnungspunkt zu behandeln.

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Reihenweise neue Filme

Stormarner Tageblatt   16.01.2018

Oho-Kino-Chef Heinz Wittern will unabhängiger von Blockbustern werden

 Kinobetreiber Heinz Wittern ist mit der Entwicklung seit der Wiedereröffnung zufrieden. Olbertz

Bad Oldesloe „Natürlich hätte ich mir mehr Besucher gewünscht“, gibt Kino-Betreiber Heinz Wittern nach dem Neustart unumwunden zu: „Ich bin aber auch immer sehr unzufrieden und will alles sofort.“ Nüchtern betrachtet sieht es allerdings gut aus. Das schildert dann auch Heinz Wittern: Das Kino laufe wieder, alle wichtigen Filme werden gespielt, die Oldesloer freuen sich und er habe ein nettes Team um sich geschart. „Doch, ich bin zufrieden“, sagt er nach einem Moment des Nachdenkens.

„Die Wochenenden laufen ganz ordentlich“, erzählt der Kinobetreiber: „Wir können uns auf die Blockbuster nicht mehr verlassen. Deshalb müssen ich mir für unter der Woche etwas einfallen lassen.“ Neben dem Familien- und Mainstream-Publikum will er deshalb zusätzliche Besucherschichten für das Oho-Kino gewinnen. Mit Veranstaltungsreihen soll das gelingen. Morgen wird beispielsweise erstmals seit der Wiedereröffnung ein englischsprachiger Film gezeigt. Star Wars. „Das ist als Wunsch häufig an mich rangetragen worden, deshalb bin ich gespannt“, so Heinz Wittern. Einmal im Monat wird er zukünftig einen Film aus dem laufenden Programm in der Originalsprache zeigen. Früher habe er die fremdsprachigen Filme bereits für ein halbes oder gar ein ganzes Jahr im Voraus festgelegt. Das habe sich als Fehler erwiesen. Heinz Wittern: „Man weiß doch nie, wie ein Film läuft. Deshalb werde ich das von Monat zu Monat entscheiden. Dann bin ich immer nah dran.“ Die moderne Technik mache das möglich.

In einer weiteren Reihe werden anspruchsvolle „Art House“-Filme gespielt. „Das sind kleine Produktionen, Nischenfilme“, erklärt der Kino-Chef. Die Auswahl treffe er zusammen mit seinem Film-Einkäufer. Aktuell wird „weit“ in dieser Reihe gezeigt, nächsten Monat kommt „Loving Vincent“. Wittern: „Das Publikum muss ein gewisses Vertrauen in den Kinobetreiber haben – das müssen wir uns erarbeiten.“ Noch so eine Geduldsfrage.

Die monatliche „Sneak Preview“ fällt ebenfalls in die Vertrauenskategorie. „Du setzt dich ins Kino ohne zu wissen, was läuft“, erklärt Heinz Wittern das Prinzip. Gezeigt werde dann ein Film, der noch nicht auf dem Markt sei. Blockbuster seien in diesem Zusammenhang eher unwahrscheinlich. Dieses blinde Vertrauen der Zuschauer werde mit einem niedrigeren Eintrittspreis von fünf Euro belohnt.

Die „Ladies Night“ würde der Geschäftsmann auch gerne regelmäßig anbieten, ist dabei aber auf entsprechende Filme angewiesen. Deshalb wird es bei ausgewählten Einzelveranstaltungen bleiben. Die Vorpremiere von „Fifty Shades of Grey“ Anfang Februar wird so ein Event.

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