Suppe gegen kalte Wohnung

Stormarner Tageblatt   16.01.2018

Teilweise seit Wochen keine Heizung und kein warmes Wasser in Hölk-Hochhäusern

 Martin Seraphin von der Nachbarschaftsinitiative „Plan B“ teilt die Suppe aus. Er ist selbst betroffen. Olbertz

 Maria Herrmann und einige ihrer Mitstreiter von „Plan B“.

Bad Oldesloe „Heiße Suppe gegen kalte Blocks“ steht auf dem Banner, das im schneidend kalten Wind flattert. Nach und nach kommen Bewohner aus den beiden Hölk-Hochhäusern, um sich einen Teller mit warmem Hühner-Nudeltopf abzuholen – einige der Menschen dort haben schon seit Wochen weder Heizung noch warmes Wasser. Weil es immer wieder zu Rohrbrüchen komme, berichtet Quartiersmanagerin Maria Herrmann, müssen Heiz- und Wasserstränge in den Blocks abgesperrt werden. Ein Strang sind jeweils zwölf übereinander liegende Wohnungen. In dem einen Hochhaus sollen es zwei Stränge sein, im anderen drei: 60 Wohnungen und ein Vielfaches an Betroffenen.

„Da kümmert sich keiner“, schimpft Günter Wost. Seit zehn Tagen friert er in seiner Wohnung im dritten Stock. „Die alte Verwaltung hat hingeschmissen“, weiß er zu berichten.

Beata Nowacka nimmt das Elend gelassen. Seit einem Jahr wohnt sie in den Blocks, ist zu Jahresbeginn von oben nach unten gezogen. „Mal hatten wir in der alten Wohnung warmes Wasser“, erzählt sie, „mal nicht. Ein Zimmer war kalt, die anderen so heiß, dass man es nicht aushalten konnte.“ In der neuen Wohnung seien zwar zwei Zimmer kalt, aber es gebe verlässlich warmes Wasser. Beata Nowacka: „Der eine kalte Raum ist das Kinderzimmer für meine Tochter, aber das können wir bewältigen.“ Mehr Sorgen bereitet ihr Schimmel. Die Nachbarwohnung sei dermaßen verschimmelt, dass sie nicht vermietet werden könne. Sie befürchtet, dass der Schimmel auch auf ihre Wohnung übergreift.

„Was macht man gegen Kälte? Da hilft erst mal eine heiße Suppe“, schildert die Quartiersmanagerin, wie sie auf die Idee für die Aktion kam. Erasco in Lübeck spendete spontan fast 70 Kilo Hühner-Nudeltopf, der Betreuungszug des ASB sorgte mit einem Hockerkocher und einem großen Topf dafür, dass die Konserven erhitzt werden konnten, stellte Teller, Besteck und Servietten zur Verfügung.

Martin Seraphin, der sich in der Nachbarschaftsinitiative „Plan B“ engagiert, teilt die deftigen Mahlzeiten aus. Er ist auch Betroffener. Seit Weihnachten ist seine Wohnung schon von der Wärmeversorgung abgeschnitten. „Ich habe mir einen Gasofen aufgestellt“, schildert er. Zum Duschen müsse er allerdings zu seinen Eltern nach Reinfeld fahren.

Maria Herrmann weiß, dass die heiße Suppe nur eine symbolische Geste ist. „Das sind menschenunwürdige Zustände und mir fehlt ein Signal von der Verwaltung: Wir tun was.“ Aber es scheint Bewegung in die Angelegenheit gekommen zu sein.

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Heiße Suppe gegen Frostbeulen

Lübecker Nachrichten   16.01.2018

Mieter der maroden Blocks am Poggenbreeden und Hölk seit Weihnachten ohne Heizung

Von Dorothea von Dahlen

ASB, der Verein „To Hus“ und viele andere Ehrenamtliche halfen mit, die Suppe am Poggenbreeden zu verteilen. FOTO: VON DAHLEN

Bad Oldesloe. Heiße Suppe gegen kalte Blocks – ein Transparent mit dieser Aufschrift flatterte  gestern im eisigen Wind vor den Hochhäusern Poggenbreeden und Hölk. Seit  Weihnachten sitzen dort viele Mieter ohne Heizung da. Deshalb startete Quartiersmanagerin Maria Herrmann diese Aktion.

Die Suppenküche hier ist schon zum Aufwärmen für die Leute gedacht, aber natürlich auch symbolisch zu sehen“, sagte sie. Es gehe darum, dass die Hausverwaltung rasch Abhilfe schaffe. In den beiden Häusern seien zwei Heizstränge, an denen jeweils zwölf Wohnungen hängen, aufgrund von Rohrbrüchen ausgefallen. In einige Wohnungen sei Wasser eingedrungen. Dort breite sich starker Schimmel aus. „Das sind menschenunwürdige Zustände“, fasste Herrmann zusammen. Umso fataler sei es, dass an die zuständige Firma, die sich mit den Heizungen auskenne, nach wie vor kein Reparaturauftrag erteilt worden sei.

Also wurde sie selbst aktiv, sprach Helfer an, organisierte Töpfe, holte den Arbeiter-Samariter-Bund ins Boot und fand einen Sponsor, der 70 Liter Hühnersuppe für den guten Zweck herschenkte. Nach und nach scharten sich gestern die Mieter um die mobile Kochstelle, wo Martin Seraphin ihnen etwas Heißes in die Teller schöpfte.

Er wohnt selbst im Poggenbreeden und kann von den Zuständen im Haus ein Liedchen singen. „Seit Weihnachten habe ich auch kein warmes Wasser mehr. Duschen muss ich bei den Eltern oder Freunden“, erzählte er. In den Hochhäusern seien solche Havarien an der Tagesordnung. Vor zwei Jahren seien monatelang die Aufzüge kaputt gewesen. Leute mit Rollstuhl seien nicht mehr allein nach unten gekommen. Und Alexandra Farr vom Hölk 2 klagte: „Die Heizung ist das eine, bei uns zieht es auch fürchterlich rein. Seit 2009 ist unsere Balkontür kaputt. Da macht keiner was.“

Mit voller Montur zu Bett

Ohne Wintermantel und zusätzliche Decken legt sich auch Sven Fiehn nicht mehr schlafen. Er wohnt mit seiner Familie im zwölften Stock des Poggenbreeder Blocks. „Wir können seit drei Wochen nicht mehr heizen und gehen alle mit voller Montur ins Bett. Bei mir ist das nicht so schlimm. Ich habe aber zwei Kinder, die jüngste ist neun, sehr anfällig und dauernd erkältet“, sagte Fiehn. Auch das Awo-Sozialkaufhaus, in dem er arbeitet, ist betroffen. Dort behilft man sich derzeit mit einem selbst mitgebrachten Heizlüfter. Unzählige Male hat Fiehn bei der Hausverwaltung angerufen, um auf den Missstand aufmerksam zu machen, doch ohne Erfolg.

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Schüler machen beim Technik-Test im Oldesloer Travebad mit

Lübecker Nachrichten   14.01.2018

Die Baugenehmigung fordert einen Belastungstest

Bad Oldesloe. Am Montag, 15. Januar, muss die Technik im Travebad in Bad Oldesloe zeigen, was sie kann. Da die installierten Membranfilter für die Badewasseraufbereitung noch nicht in der betreffenden DIN-Norm erwähnt werden, müssen sie ihre Gleichwertigkeit mit den konventionellen Filteranlagen unter Beweis stellen. Der Belastungstest dafür ist eine Auflage der Baugenehmigung.

Bei den Belastungstests wird die Badewasseraufbereitung während des Betriebes und in Anwesenheit einer Mindestzahl an Badegästen gründlich gecheckt. Dafür wird eine Vielzahl von Proben aus den Schwimmbecken gezogen und direkt vor Ort oder im Labor des Kieler Hygieneinstituts untersucht. Die innovative Filtertechnik wurde für das Travebad ausgewählt, da konventionelle Filter keinen Platz im relativ niedrigen Technikkeller des Hallenbades gefunden hätten. Der erste Belastungstest fand bereits im Januar 2014 statt. Das erfolgreiche Bestehen des Tests war eine der Voraussetzungen für die Wiedereröffnung des Travebads nach der fast dreijährigen Umbauzeit. Nun muss ein weiterer Test erfolgen, obwohl die Badewasserqualität und das Duschwasser einwandfrei sind.

Der Belastungstest dient der Dokumentation, dass die Badewasseraufbereitung auch unter hoher Belastung in der Lage ist, einwandfreie Wasserqualität in den Becken zu liefern. Beim ersten Anlauf im Dezember musste der Test wegen zu geringer Besucheranzahl abgebrochen werden. Nun wird er Montag wiederholt. Die Bad Oldesloer Schulen haben ihre Unterstützung zugesagt.

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Stormarner Wochenschau – Betrachtungen zum Wochenausklang

Stormarner Tageblatt   13.01.2018

Stormarner Wochenschau

Manches kommt einfach immer wieder

Balzer

Ausgetauscht Dinge, die ich nicht mehr brauche, finden einen neuen Nutzer, dafür kann ich mir aus dem Tauschhaus aussuchen, was ich vielleicht brauchen kann. Eine gute Idee! Dass es unterschiedliche Ansichten darüber gibt, was noch zu gebrauchen ist, klar. Dass es auch immer Menschen gibt, die versuchen einen Profit zu erlangen und ihren Flohmarktstand mit Dingen aus dem Tauschhaus aufpeppen, geschenkt! Das macht das Tauschhaus nicht schlechter. Denn der tiefere Sinn, Dinge nicht auf den Müll zu werfen, sondern noch weiter zu nutzen, wird erfüllt. Alles gut! Das Tauschhaus lebt jedoch nicht nur von den Nutzern. Es lebt auch davon, dass Karin Hoffmann und viele weitere Mitstreiter stets ein Auge darauf werfen, das Oldesloer Tauschhaus pflegen und sauber halten. Und das täglich, Hut ab!

Geschenkt Keine Frage, die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn, kurz WAS, hat seit der Gründung vor 60 Jahren als erste Wirtschaftsfördergesellschaft eines Kreises eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Aber es gibt auch Niederlagen, vor allem in Bad Oldesloe. Im Sandkamp wollte man auf Wunsch der Stadt Unternehmen ansiedeln, die den Gleisanschluss nutzen. Die gab es aber kaum, und so blieb das Gebiet viele Jahre ungenutzt. Und auf der anderen Seite der Stadt wollte man das Gewerbegebiet Süd-Ost erweitern, konnte sich aber mit den Grundeigentümer nicht einig werden. Bereits als Oldesloer Stadtrat hatte Norbert Leinius mit Peter Eggers verhandelt. Als Gerd Achterberg die Bürgermeisterwahl verlor und ein Stadtrats-„Tandem“ nicht mehr gewollt,, ging Leinius zu einem Privatunternehmen. Nach einigen Jahren kehrte er dann als Geschäftsführer der WAS zurück – und verhandelte erneut mit Eggers. Fast 15 Jahre hatte man für die erste Erweiterung in Süd-Ost gebraucht, ungefähr die gleiche Zeit für die zweite. Für hinteren Teil zog jetzt Leinius-Nachfolger Detlev Hinselmann gemeinsam mit dem Aufsichtsrat die Reißleine. Weil man sich mit Eggers nicht einigen konnte, wird der seine Flächen demnächst selbst vermarkten können. Das entspricht natürlich nicht den Grundgedanken der WAS, aber man wollte die gewerbliche Weiterentwicklung von Bad Oldesloe nicht weiter verzögern. Nun liegt der Ball bei den Stadtverordneten. Die sind Herr über den Bebauungsplan. Und sie müssen mit Eggers einen Vertrag abschließen, nach welchen Kriterien und Grundsätzen dort Firmen angesiedelt werden. Hinselmanns „gute Nachricht für Bad Oldesloe“ ist damit in gewisser Weise auch ein Danaer-Geschenk.

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Zweiter Anlauf für Filtertest

Stormarner Tageblatt   13.01.2018

Travebad lädt Schulen zum kostenlosen Baden ein / Eltern meckern auf Facebook

 Die neue Membranfiltration im Oldesloer Hallenbad muss ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. Olbertz

Bad Oldesloe Die Stadtwerke haben dazugelernt: Nachdem ein im Dezember geplanter Belastungstest der Filteranlage im Travebad mangels Besuchern abgesagt werden musste, wird jetzt ein neuer Anlauf gestartet. Aber diesmal ausschließlich mit geladenen Gästen. Stadtwerke-Chef Jürgen Fahl: „Wir haben die Oldesloer Schulen angesprochen und alle nehmen teil.“ Doch gegen die Einladung, kostenlos schwimmen zu können, regt sich auf Facebook Protest.

Da wird Angst vor Keimen geschürt, Verantwortungslosigkeit angeprangert und gefragt: „Muss man jetzt rechnen , dass eventuell ab Montag unsere Kinder krank wieder nach Hause kommen?“ Munter wird drauf los kommentiert und schon mal angekündigt, dass man sein Kind Montag nicht zu Schule schicken werde. Jürgen Fahl ist einigermaßen entsetzt: „So ein Quatsch, das ist alles Blödsinn. Da laufen Dinge durch die Netzwerke, die nicht sachlich sind.“ Ausdrücklich betont er, dass es nicht den geringsten Grund gibt, von einer Gefährdung auszugehen. „Ansonsten dürften wir das nicht machen“, so Fahl.

Jedes Schwimmbad mit neuen Filtern ist gut beraten, mit einem Belastungstest die Leistungsfähigkeit der Anlage unter Beweis zu stellen. Das hat auch das Travebad 2014 gemacht. Da aber im Oldesloer Technikkeller eine neue Filterart zum Einsatz kommt, wurde ein zweiter Belastungstest vereinbart und auch in der Baugenehmigung festgeschrieben. „Den werden wir bestehen, ich habe da gar keine Zweifel“, sagt Ingenieur Fahl. Seinen Optimismus stützt er auf die bisherigen Laborwerte.

Die neue Technologie wird von der Uni Kiel begleitet. Dr. Axel Matthiessen ist der zuständige Laborleiter. Wie er erklärt, werde das Oldesloer Hallenbad seit vier Jahren regelmäßig alle zwei Wochen beprobt. Das sei doppelt so häufig wie in anderen Schwimmbädern. „Wenn man so häufig probt, würde man auch mal einen Ausreißer erwischen und was finden“, erklärt Matthiessen: „Trotzdem hatten wir immer gute Werte.“ Lediglich bei einer einzigen Probe sei eine einzelne Legionelle auf 100 ml Beckenwasser gefunden worden. „Eine Legionelle tut nicht weh“, sagt der Experte des UKSH. Es müssten kleinste Tröpfchen tief in die Lunge eingeatmet werden, um Schaden anrichten zu können. Das sei im Wasser kaum möglich. Unter 100 gelten deshalb als „unproblematisch“.

Anders sehe es bei Duschen aus. Dort werde feiner Wasserdampf produziert und es könnte etwas eingeatmet werden. „Aber die Duschen sind jetzt ja auch saniert“, so Matthiesen. Die mikrobiologische Untersuchungen im Travebad hätten nie auffällige Werte ergeben

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