Bleibt Politik Männersache?

Stormarner Tageblatt   02.02.2018

Vorgaben zur paritätischen Besetzung von Gremien wohl doch nicht so eindeutig

 Anita Klahn: „Wir Frauen müssen uns viel mutiger zeigen.“

Bad Oldesloe Das waren Ankündigungen, die für einigen Wirbel gesorgt hatten: Weniger Ausschüsse, kleinere Gremien und vor allem müssten sie zukünftig paritätisch besetzt sein – so kündigten es Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke und Hauptamtsleiter Malte Schaarmann unlängst im Hauptausschuss an (wir berichteten). Sie verweisen auf die aktuelle Gesetzeslage und den Rechnungshof.

„Es kann nur eine Empfehlung sein“ In der Stadtverordnetenversammlung gab es dazu eine Frage von Lars Cornehl. Welchen Stellenwert habe denn die Auflage des Landesrechnungshofs? Klare Antwort von Bürgermeister Lembke, es handele sich um eine Empfehlung. Wie Malte Schaarmann jetzt konkretisierte, sei das Thema bereits 2006 bei einer Überprüfung durch den Rechnungshof zur Sprache gekommen. Und jetzt wieder. „Im Anschluss finden Gespräche mit dem Bürgermeister und mir statt. ‚Guckt mal auf eure Ausschüsse, strafft das, macht das schlanker, dann habt ihr auch wieder mehr Kapazitäten‘, wurde uns da erzählt“, so Schaarmann, der betont: „Es kann nur eine Empfehlung sein.“ Das habe einzig und alleine die Stadtverordnetenversammlung zu entscheiden.

Seine Aussage, es gebe gesetzliche Vorgabe, dass zukünftig alle Gremien paritätisch besetzt zu sein haben, hat die Oldesloer Landtagsabgeordnete Anita Klahn (FDP) auf den Plan gerufen. „Das beruht offenbar auf einer Fehlinterpretation eines Urteils des Oberverwaltungsgerichts Schleswig vom Dezember 2017“, ist sie überzeugt: „Das gilt keineswegs für die Ausschüsse der Stadtverordnetenversammlung.“

Unstrittig ist, dass Gremien städtischer Beteiligungen paritätisch besetzt sein müssen. In besagtem Prozess ging es um den Aufsichtsrat der „Tourismus und Stadtmarketing Husum GmbH“. Politik wollte vier Männer und eine Frau entsenden. Dagegen legte der Bürgermeister Widerspruch ein, die Stadtverordneten reichten Klage ein – und verloren in zwei Instanzen. Für Oldesloe hat das beispielsweise Konsequenzen für den Aufsichtsrat der Stadtwerke. Eventuell, so Schaarmann, gelte das auch für Gremien wie den Schulleiterwahlausschuss.

Strukturen müssen sich ändern Oldesloes Gleichstellungsbeauftragte Marion Gurlit weist darauf hin, dass das Thema alles andere als neu war, das Gleichstellungsgesetz stamme von 1994. „Aber es ist immer lasch gehandhabt worden“, so Gurlit. Gesetzliche Vorschriften seien das eine. Mit Anita Klahn ist sie sich einig, dass sich die politischen Strukturen ändern müssen. „Die Parteien müssen aktiv auf Frauen zugehen“, findet Marion Gurlit. Anita Klahn weist beispielsweise auf Beginn und Länge von Sitzungen hin: „Wer um 16 Uhr im Kreistag sein will, muss spätestens um 15 Uhr seinen Arbeitsplatz verlassen – ja, wer kann denn das? Und dann noch Familie?“

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Schulmensa gerettet: Neues Team begeistert die Esser

Lübecker Nachrichten   02.02.2018

Ohne Janine Irentschiuk und Timo Skudlarz wäre die Küche kalt geblieben

Von Dorothea von Dahlen

Die neue Team der Schulmensa: Janine Irentschiuk, Koch Tim Freymuth, Timo Skudlarz und Ulli Ehlers (v.l.). FOTOS: VON DAHLEN

Bad Oldesloe. Einen Glanzstart haben die neuen Betreiber der Mensa am Schulzentrum Olivet-Allee hingelegt. Um ein Haar wäre die Küche dort kalt ganz geblieben. Zum Glück haben sich Janine Irentschiuk und Timo Skudlarz bereit erklärt, die Essensversorgung zu übernehmen.

13 Uhr – da hängt der Magen meist in der Kniekehle. Umso mehr freuten sich Amelie (11) und Lilly (12) aus der Theodor-Mommsen-Schule über die Spaghettis, die auf ihren Tellern dampften und den knackigen Salat als Beilage. „Das mögen wir beide besonders gern“, sagt Lilly und hält schon Ausschau nach einem freien Platz.

Unter widrigen Umständen hätten die beiden ihren Hunger gestern beim Bäcker stillen müssen. Denn vor einiger Zeit war noch völlig offen, wie es mit der Verpflegung in der von drei Schulen gemeinsam genutzten Mensa weitergehen würde. Wie berichtet, hatte die Cateringfirma Dussmann den Vertrag mit der Stadt für Ende Januar gekündigt. Auf die dann erfolgte Ausschreibung hatte sich nur ein Interessent gemeldet, der im letzten Moment auch noch einen Rückzieher machte.

Auch Sportlehrer Norbert Gerlich gleicht sein Kaloriendefizit mit leckeren Spaghetti aus.

Janine Irentschiuk, die unter der Regie von Dussmann bereits Mensaleiterin war und alles daran gesetzt hatte, die Qualität des Essens zu verbessern, mochte die Schüler in dieser Situation nicht im Stich lassen. „Mit dem Gedanken, dass die Kinder hier nichts mehr zu essen bekommen, konnte ich nicht leben. Da habe ich mich kurzfristig entschieden, mit meinem Lebensgefährten selbst weiterzumachen“, erzählt sie. Timo Skudlarz ist Schülern in Bad Segeberg bereits ein Begriff, betreibt er dort doch die Mensa des Stadtgymnasiums. „Seit sieben Jahren bin ich selbständig. Ich hatte mal eine Kochschule und war zuvor Küchenchef bei Niederegger in Lübeck“, erzählt Skudlarz.

Und so waren beiden Retter in der Not. Gemeinsam mit Koch Tim Freymuth und Küchenfrau Ulli Ehlers bilden sie die „Mensa Crew“. Auch für die kleine Kantine hat sich das Paar einen Namen ausgedacht.

„Lückenfüller“ prangt neuerdings über der Essensausgabe.

Und das ist vielleicht etwas tief gestapelt, denn die Kost, die das Küchenteam anbietet, dürfte mehr als nur den Magen füllen. Das macht sich schon beim Blick aufs Frühstücksangebot bemerkbar, das es jetzt neuerdings schon morgens ab 7.30 Uhr in der Mensa gibt. „Wir haben leckeren Obstsalat, Wraps mit ganz verschiedenen Füllungen, Muffins, Quark, Joghurt und eine große Auswahl ganz frisch belegter Brötchen“, erzählt die Mensaleiterin. Dazu gebe es auf Wunsch sogar Latte Macchiato oder Cappuccino.

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Stormarner Begabtenförderung macht jetzt Schule

Lübecker Nachrichten   02.02.2018

Die Stadtschule Bad Oldesloe und die AFS in Bargteheide sind Vorreiter

Von Bettina Albrod und Nadine Materne

Die Bad Oldesloer Stadtschule ist Vorreiter. FOTO: LN-ARCHIV

Bad Oldesloe/Bargteheide. Beim bundesweiten Projekt „Leistung macht Schule“, das die  Förderung von Schülern mit besonderer Begabung auf den Weg bringt, sind drei Stormarner Schulen als Vorreiter dabei. Die Förderprogramme werden wissenschaftlich begleitet.

An der Anne-Frank-Schule (AFS), Gemeinschaftsschule in Bargteheide, wird bereits seit 2011 Begabtenförderung angeboten. „Wir sind seit Jahren zertifiziertes Kompetenzzentrum Begabtenförderung“, erläutert Schulleiterin Angelika Knies. „An der Schule gibt es viele Angebote für Hochbegabte mit Nachweis, aber auch für Schüler, die Potenzial haben.“ Etwa zehn Prozent aller Schüler erhielten die Möglichkeit zur Teilnahme an Enrichment-Programmen.

„Hier bekommen die Schüler Extra-Angebote in den Bereichen Kunst, Naturwissenschaft und Technik“, erklärt die Schulleiterin. „Sie arbeiten an Projekten und holen den verpassten Unterricht eigenständig nach.“ Des weiteren gehören Wettbewerbe zu den Förder-Maßnahmen, und die AFS bietet als einzige Schule in Schleswig-Holstein eine Junior-Ingenieurs-Akademie an, bei der Schüler im Technikunterricht mit regionalen Wirtschaftsunternehmen und der Technischen Akademie Nord zusammen arbeiten. „Wir haben auch ein Schülerpatenmodell, bei dem hochbegabte ältere Schüler jüngere Schüler betreuen“, so Knies.

Neu ist das Schülerforschungslabor, das demnächst in Stormarn in Kooperation von AFS, Kopernikus-Gymnasium Bargteheide und dem Gymnasium Trittau eröffnet wird. Das Unterrichtsfach „Forschen und Üben“

eröffnet Raum für wirksames Lernen, und es wurde ein Spürnasenraum eingerichtet; hier können Schüler im Rahmen des Drehtürmodells an eigenen Projekten über den Unterricht hinaus arbeiten. Beim Drehtürmodell können Begabte in der nächst höheren Klassenstufe am Fachunterricht teilnehmen. In Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut fertigen Schüler der Oberstufe ein Jahr lang mit Beratung eigene Arbeiten zum Klima an. „Durch die Aufnahme in das Programm werden wir jetzt wissenschaftlich begleitet“, sagt Angelika Knies. „Daran sind wir sehr interessiert.“

Sabine Prinz, Leiterin der Stadtschule Bad Oldesloe, setzt bei der gebundenen Ganztagsschule, die eine reine Grundschule ist, schon seit acht Jahren auf Begabtenförderung. „Schule richtet sich gewöhnlich nach der Mitte“, sagt sie, „danach geht es um Förderung der Schwachen. Bei uns sollen alle Kinder gemäß ihrer Begabung gefördert werden.“ Deshalb hätten sie schon früh den Unterricht verändert. „Wir bieten Impulsunterricht, bei dem Kinder, die beispielsweise sehr gut in Deutsch sind, in den Deutschstunden zusätzliche Angebote wie Schach, Mathe-Forschung oder Lego-Education besuchen. Das sind Fächer mit einem anderen Anspruch als der Regelunterricht.“

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Nicht von Pappe!

Stormarner Tageblatt   01.02.2018

Das Siegermodell eines Brückenbauwettbewerbs heißt „Polybridge“ und vertritt jetzt die Oldesloer Ida-Ehre-Schule beim Landeswettbewerb in Kiel. Seine Erbauer sind Melvin Griese, Tjorben Tollschnibbe und Leon Brüggemann.

 Sie kamen mit ihrer Brücke „The Golden Swan“ auf den zweiten Platz (v.l.): Finn, Matti und Ruben aus dem 7. Jahrgang. srp

 Bad Oldesloe Brückenbauer sind heiß begehrt in diesen turbulenten Zeiten, nicht nur in der Politik, sondern auch im Verkehrswesen. Der Brückenbau ist die Königsdisziplin der Ingenieurbaukunst, und junge Nachwuchstalente werden von der Wirtschaft händeringend gesucht. Da lag es nahe, dass sich Schüler der Ida-Ehre-Schule im Wahlpflichtfach „Angewandte Naturwissenschaften“ nicht nur eingehend mit dem Thema Brückenbau beschäftigten, sondern ihre Konstruktionen jetzt auch bei dem landes- und bundesweiten Wettbewerb „Brücken verbinden“ einreichen werden. Der Landesbauwettbewerb, der von der Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein ausgelobt wird, hat es allerdings in sich.

Die Aufgabe für die Siebt- bis Neuntklässler war es, den Modellbau einer Fuß- und Radwegebrücke zu planen und dann mit Hilfe von Papier umzusetzen. Die Brücke sollte einen Freiraum von 60 Zentimetern überspannen. Dabei waren zwischen den gleichhohen Auflagerpunkten der Brücke keine Stützen zum Boden erlaubt. Als Baumaterialien waren neben Papier auch Folie, Klebstoff, Schnur sowie Stecknadeln zugelassen. Bei der Gestaltung des Tragwerks und der Lauffläche mussten die Schüler zudem darauf achten, dass die Brückenkonstruktion nicht nur frei stehen, sondern auch eine Last von mindestens 1 Kilo tragen kann.

Die Schüler machten sich bereits im November voller Begeisterung an die Arbeit und bastelten in kleinen Gruppen ihre Kunstwerke, die gestern im Foyer der Ida-Ehre-Schule ausgestellt wurden. Die Nachwuchsarchitekten stimmten dann ab, welcher der 19 Entwürfe am besten gelungen ist und die Schule beim Landeswettbewerb in Kiel vertreten soll.

Die Abstimmung über das Siegerwerk erbrachte ein ziemlich eindeutiges Ergebnis: Mit großem Vorsprung kam die „Polybridge“ von Melvin Griese (15), Tjorben Tollschnibbe (14) und Leon Brüggemann (15) aus der Klasse 9c auf den 1. Platz (siehe Foto Seite 1). Das Siegermodell wirkt auf den ersten Blick eher unscheinbar, begeistert aber durch eine besondere Bauweise der Fahrbahn. „Wir haben lange herum probiert und dann eine Dreieck-Waben-Struktur aus Papier gebastelt“, erzählt Melvin, der mit dem Gedanken spielt, später vielleicht einmal Architekt oder Ingenieur zu werden. Dadurch ist die Brücke sehr belastbar. Bindfäden dienen als Seitenbegrenzung, damit die Fahrradfahrer nicht „abstürzen“. Die Idee für den Namen „Polybridge“ stammt aus einem PC-Spiel. Die Neuntklässler freuen sich, dass sie ihre Schule beim Landeswettbewerb vertreten dürfen.

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Das originellste Hotel im Norden

Hier ein Bericht der Lübecker Nachrichten aus der benachbarten Kreisstadt Bad Segeberg vom 26. Januar 2018. Er zeigt, dass investoren mit ihren Ideen außerhalb von Bad Oldesloe ihre Ideen viel unbefangener vorstellen können. Es wird deutlich freundlicher und sachbezogener miteinander umgegangen. In Bad Segeberg steht man einem mutigen Plan des Investors Hanno Hagemann sehr positiv gegenüber. Das bedeutet ja nicht, dass in den weiteren politischen Beratungen auch noch Probleme auftreten können. Aber die Grundstimmung ist erst einmal positiv und man redet ordentlich miteinander. Das würde ich mir zum Wohle unserer Stadt Bad Oldesloe auch so manches Mal (und häufiger) wünschen.

Horst Möller, CDU-Fraktionsvorsitzender in Bad Oldesloe

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Lübecker Nachrichten   26.01.2018

Investor Hanno Hagemann stellte Pläne zum Umbau des Bad Segeberger Wasserturms vor

Von Wolfgang Glombik

Nahe am Kalkberg: Das geplante Wasserturm-Hotel soll vor allem Gäste anlocken, die nicht
nur die Spiele sehen, sondern auch das besondere Wohn-Erlebnis suchen. FOTOS: W.  GLOMBIK

Bad Segeberg. Die Pläne könnten zu Bad Segeberg, zu Kalkberg und zu den Karl-May-Spielen passen: Der Bad Segeberger Investor Hanno Hagemann möchte den Bad Segeberger Wasserturm zum Hotel umbauen. In sechs Doppelzimmern können Gäste bald besonderes Wohnen erleben.

Den Blick aus 30 Meter Höhe über die Stadt schweifen zu lassen? Das konnte Familie Harksen 20 Jahre lang genießen, und vielleicht noch in diesem Jahr sollen dieses Wohngefühl auch zahlende Gäste kennenlernen. Segebergs Wahrzeichen von 1910 wird zum Hotel.

Ein Traum zum Übernachten: Sechs
Doppelbetten auf sechs Etagen.

Wie berichtet, hat Wolfgang Harksen den Wasserturm vor einem halben Jahr an Dr. Hanno Hagemann, besser an dessen Firma Argos, verkauft. Und als dieser am Mittwoch im Bauausschuss seine Pläne zum Bau eines Apart-Hotels, also mit Appartements, die man auch kurzzeitig mieten kann, vorstellte, überschlugen sich die Politiker fast vor Lobeshymnen. Das werde eine Attraktion für die Kreisstadt, war man sich einig.

Ob Wohnzimmer, Küche, Jugendzimmer – im Wasserturm lebt man vertikal, fährt mit dem Fahrstuhl zur Wohnzimmer-Ebene oder zur Küche. Nun sollen die sechs Stockwerke über dem Entree-Bereich des Turms zu Hotelzimmern mit Doppelbett und Bad umgebaut werden. Allerdings dürfen sich nur zwölf Personen auf einmal im Wasserturm aufhalten, führte Hagemann aus.

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