Eintritt ins Travebad wird teurer

Lübecker Nachrichten    11.12.2014

Oldesloer Hauptausschuss berät heute über neue Tarife. Vereine und Politik haben sie gemeinsam vorgeschlagen.

Von Dorothea von Dahlen und Verena Bosslet

Bad Oldesloe – Das Schwimmen im Oldesloer Travebad wird möglicherweise teurer. Nachdem es im September vergangenen Jahres für 2013 ein Abstimmungsdebakel ohne konkretes Ergebnis gegeben hatte, wird auf der heutigen Hauptausschuss-Sitzung ein neues detailliertes Tarifsystem vorliegen.

Vorgeschlagen werden Preiserhöhungen bei Einzel- und Familienkarten und dem Gruppenbaden für einheimische Vereine. Demnach sollen Erwachsene fünf statt vier Euro bezahlen sowie mit einem Kind sieben statt fünf Euro und zwei Kindern acht anstatt sechs Euro. Für Vereine würde sich die Badnutzung pro Bahn und Stunde von zehn auf 15 Euro verteuern, sollten auch die Stadtverordneten am Montag, 15. Dezember, dieser Empfehlung folgen.

Das große Entsetzen blieb bislang aus, hat doch an der Preisgestaltung eine Arbeitsgruppe mitgewirkt, in der auch Kommunalpolitiker und Vereinsvertreter Mitspracherecht hatten. „Wenn nächstes Jahr nicht wieder eine Erhöhung kommt, können wir damit leben“, sagt etwa Dominic Geerken, der Vizevorsitzende der DLRG Bad Oldesloe. Der Verein, der seinen Schwimmunterricht ausschließlich mit Ehrenamtlern bestreite, lege großen Wert auf die Unterstützung von Kindern aus ärmeren Familien. In Bad Oldesloe gebe es davon nicht wenige. Schon jetzt stöhnten viele über den schon knapp bemessenen Preis von 60 Euro pro Kurs.

„Mit dem Ergebnis der Arbeitsgruppe sind wir sehr zufrieden. Das Preismodell ist annehmbar“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des VfL Oldesloe, Dieter Thom. Er hat das Gremium geleitet. Doch könne man nie wissen, wie die Politik reagiere. Oftmals werde in den Sitzungen völlig anders entschieden. Das sei frustrierend. „Wir verbringen unsere Freizeit damit, auf Wunsch der Politik nach Lösungen zu suchen und dann wird unsere Arbeit konterkariert “, sagt Thom.

Auch aus Sicht der Stadtwerke fallen die Erhöhungen relativ moderat aus. „Uns macht es keinen Spaß, die Preise anzuheben“, sagt ihr Leiter Jürgen Fahl. Seit 2006 habe es aber keine Veränderungen mehr gegeben. Und dies vor dem Hintergrund, dass die Personal- und Energiekosten in dieser Zeit gestiegen seien, während Löhne und Hartz-IV-Sätze angepasst wur- den. Zudem dürfe man die Mehrkosten durch den Umbau des Bades nicht vergessen. Er führe zu höheren Abschreibungen und Zinsen. Insofern seien auch die höheren Eintrittspreise aus betriebswirtschaftlicher Sicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

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Endlich: Das Café am Markt in Bad Oldesloe wird umgebaut

Lübecker Nachrichten    10.12.2014

Einziger Wermutstropfen: Die Stadtverordneten sollen weitere 120 000 Euro zuschießen.

Von Dorothea von Dahlen

LN-2014-12-10-CaMBad Oldesloe – „Der Umbau beginnt“ hatten Schilder in der Schaufensterscheibe des einstigen Cafés am Markt schon im Spätsommer angekündigt. Zu früh – der neue Betreiber ließ auf sich warten. Umso aufmerksamer wurden gestern Passanten auf Kai Möhle und seine Kollegen. Mit Stemmeisen bewaffnet schufen die Mitarbeiter der Firma Blome Tatsachen. Sie entfernten Tresendekorationen, Lüftungsrohre und Dämmstoffe, rissen Zwischenwände ein. Als größter Brocken sollte sich jedoch der Speiseaufzug entpuppen, der im neuen Restaurant „Laurent“ keine Verwendung mehr finden soll.

Bereits am Vorabend hatten sich die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses mit dem Umbau des seit vier Jahren leer stehenden Lokals befasst, wenn auch unter einem eher unerfreulichen Aspekt. Wie Bauamtsleiter Thilo Scheuber ausführte, haben sich die Kosten des Projekts von vormals geschätzten 480 000 Euro auf jetzt knapp 600 000 Euro erhöht. Wie aus der Beschlussvorlage hervorgeht, muss jetzt mehr Geld in die Sanierung gesteckt werden, weil der einstige Café-Betreiber offenbar geschludert hat. Es heißt darin, dass „durch den ehemaligen Pächter . . . die ihm obliegenden und notwendigen Instandhaltungs und Wartungsarbeiten nicht vorgenommen“ hat. Die Kosten hätten ihm damals nicht in Rechnung
gestellt werden können. Deshalb seien aber weder der Fettabscheider, die Lüftungsanlagen, die elektrische Unterverteilung und die WCs noch die Heizungsanlage nutzbar.

Scheuber, der das Projekt als Vermächtnis aus früheren Zeiten übernommen hat, kam bei einer gemeinsamen Besichtigung des Cafés mit dem Architekten des neuen Betreibers im Oktober zu der Erkenntnis, dass die noch anstehenden Arbeiten nicht von der bereits im Haushalt eingestellten Summe gedeckt werden.

Uwe Rädisch (CDU) bemängelte, dass die Stadt ihre Kontrollfunktion habe schleifen lassen. Er selbst habe das Café nach dem Auszug des Pächters in Augenschein genommen und sei entsetzt gewesen. So etwas dürfe es in Zukunft nicht mehr geben. Auch die Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD) zeigte sich verärgert, dass nun weitere Kosten auf die Stadt zurollen. „Wie können wir verhindern, dass immer wieder die gleichen Fehler passieren“, fragte sie.

Scheuber versicherte, dass die Stadt künftig eine Fachfirma mit der Wartung und Kontrolle der Gerätschaften betrauen werde. Die Kosten dafür sollten auf die Pacht aufgeschlagen werden. Heute Abend befasst sich der Finanzausschuss mit der zusätzlichen Ausgabe von 120 000 Euro. Das Zünglein an der Waage spielen die Stadtverordneten.

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FBO will Kompetenzen des Bürgermeisters beschränken

Lübecker Nachrichten    11.12.2014

Die Freien Bürger für Bad Oldesloe kritisieren Kostenexplosion bei der Sanierung des Markt-Cafés.

Bad Oldesloe – Die Freien Bürger für Bad Oldesloe (FBO) sind entsetzt: Die neuerlichen Mehrkosten zum Umbau des Cafés am Markt müssen nach Ansicht der FBO-Fraktion organisatorische und möglicherweise auch personellen Konsequenzen in der Stadtverwaltung haben.

„Das Versagen der Verantwortlichen ist unübersehbar. Wenn nun eingeräumt wird, dass wieder einmal Mehrkosten von 25 Prozent oder 120 000 Euro auf die Oldesloer Steuerzahler zusätzlich zukommen, ist das überhaupt nicht mehr hinnehmbar“, so die FBO-Fraktionsvorsitzende Patricia Rohde. Die FBO-Fraktion fordert vom Bürgermeister Konsequenzen aus dem „Café-Skandal“.

Die FBO spricht sich erneut dagegen aus, dass auch hier leichtfertig mit dem Steuergeld der Oldesloer umgegangen wird: Bei Investitionen wie dem Umbau einer Mietfläche müssen nach Überzeugung der FBO die Kosten noch in einem Verhältnis zum Mehrwert stehen: „Es darf auch beim Café am Markt nicht sein, dass für wenige hundert Euro mehr Mietertrag im Jahr sage und schreibe 600 000 Euro verpulvert werden. Das ist doch keinem Steuer zahlenden Bürger mehr zu erklären.“

„Noch im Oktober 2011 präsentierte der Bürgermeister im Finanzausschuss Gesamtkosten von 211 000 Euro inklusive Behindertentoilette. Und jeder kann selbst nachlesen: Diese Summe sollte laut Beschlussvorschlag der Verwaltung als Obergrenze zu sehen sein. Nun, drei Jahre später, haben wir eine mittlerweile 200-prozentige Kostensteigerung des Vorhabens auf 600 000 Euro“, moniert Rohde.

Der Bürgermeister habe den Vertrag unterschrieben, ohne dass er laut Hauptsatzung überhaupt berechtigt war. Er habe damit seine Kompetenzen überschritten. „Dazu wurde bisher geschwiegen. Welches Finanzdesaster uns der Bürgermeister damit eingebrockt hat, muss nun endlich thematisiert werden. Von Bary muss sicherstellen, dass so ein Versagen nie wieder vorkommt“, so Patricia Rohde. Die FBO werde über eine Änderung der Hauptsatzung mit Beschneidung der Bürgermeister-Kompetenzen nachdenken.

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Café am Markt wird 120 000 Euro teurer

Stormarner Tageblatt   10.12.2014

Der Umbau hat begonnen / Bauausschuss segnet Zusatzkosten ab

Bad Oldesloe

Das kann noch ein teures Tässchen Kaffee werden: Umbau und Sanierung des Cafés am Markt werden 120 000 Euro teurer. Statt der geplanten 480 000 Euro werden es also 600 000 Euro – ein Plus von 25 Prozent. Wer weiß, was noch kommt?

Fettabscheider und Lüftung sind hinüber, WCAnlage und Heizung wegen fehlender Wartung nur noch Schrott, Teile von Elektrik und Beleuchtung müssen ebenfalls neu. Die Verwaltung schiebt dem ehemaligen Pächterpaar die Schuld in die Schuhe. Notwendige Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten seien nicht vorgenommen worden. Doch in den fünf Jahren Leerstand danach ist es nicht besser geworden. Es hat sich schlicht niemand gekümmert. In der Sitzungsvorlage zum Bauausschuss heißt es dazu: Es „wurden kaum Mittel für die Bauunterhaltung und Wartung in Anspruch genommen … Aus diesem Grund sind einige Bauteile, z. B. der Fettabscheider und die Lüftungsanlage, nicht mehr nutzbar.“

Uwe Rädisch (CDU) war richtig wütend: „Nach dem Auszug ist mir der Kuchen wieder hoch gekommen, den ich da gegessen haben. So schlimm sah es da aus.“ Er forderte vor allem vom städtischen Gebäudemanagement, die Mieter zukünftig stärker zu kontrollieren. „Es ist unsere eigene Immobilie!“, machte er deutlich. Bauamtsleiter Thilo Scheuber hat Konsequenzen aus den Missständen gezogen. Wie er mitteilte, werden die zukünftigen Pächter nicht mehr für die Wartung beispielsweise des Fettabscheiders zuständig sein. Damit werde die Stadt eine Fachfirma beauftragen.

BauausschussVorsitzende Maria Herrmann (SPD) wunderte sich nur: „Es war doch von Anfang an klar, dass der Fettabscheider neu muss. Wir hatten doch deutlich gesagt: Nehmt alles Geld, sucht euch ein Konzept raus und trotzdem haben wir jetzt Mehrkosten.“ Unverständnis und Kopfschütteln. „Mich bringt das schon wieder auf die Palme“, sagte Friedrich Kümmel (FBO).

Früher, brachte Uwe Rädisch in die Diskussion, habe es einen Unterausschuss zum Bauausschuss gegeben, dessen Mitglieder sich regelmäßig auf städtischen Baustellen informiert und ihre Fachkompetenz eingebracht hätten. Eine Wiederbelebung lehnte Vorsitzende Herrmann allerdings vehement ab: „Es ist nicht unser Job, über Fettabscheider und Schleppkurven zu diskutieren. Dafür haben wir Fachleute in der Verwaltung.“

Aber es gibt nicht nur schlechte Nachrichten, Thilo Scheuber konnte auch etwas positives verkünden: „Die Arbeiten haben begonnen.“ Auf dem Marktplatz steht seit gestern ein Müllcontainer, der fleißig gefüllt wird.

Andreas Olbertz
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Bad Oldesloe: Aus Max Bahr wird Obi

Lübecker Nachrichten    09.12.2014

Handelskette hat Übernahme der Immobilie bestätigt. WAS meldet noch drei weitere Neuansiedlungen.

Von Dorothea von Dahlen

OBI-LN-2014-12-09Bad Oldesloe – Heimwerker dürften sich freuen. Im kommenden Jahr zieht eine Filiale der Obi-Holding Group in das einstige Max-Bahr-Gebäude an der Lily-Braun- Straße in Bad Oldesloe ein. Nachdem bislang nur hinter vorgehaltener Hand darüber erzählt wurde, gab es jetzt eine offizielle Bestätigung aus dem Hause der Handelskette. Eröffnung soll voraussichtlich im März oder April sein.

„Die Entscheidung für den Standort ist erst vor Kurzem gefallen. Zuvor war alles noch in der Schwebe“, berichtet Jan Denecke, der den Markt später leiten wird. Er gehört dem Unternehmen seit 2008 an und ist in leitender Position für die Obi-Niederlassung in Hamburg-Bergedorf verantwortlich.

Denecke zufolge werden im neuen Obi-Markt in Bad Oldesloe 50 Mitarbeiter gesucht. „Wenn sich auch ehemalige Max-Bahr-Leute bewerben, umso besser“, sagt er. Doch viele seien nach der Insolvenz der Handelskette in anderen Baumärkten in Lübeck untergekommen.

Den von weitem sichtbaren Mast, der noch immer das Wahrzeichen von Max Bahr trägt, will der Nachfolger übrigens weiter nutzen. „Wenn das baurechtlich möglich ist, werden wir den Pylonen nutzen und unser Firmenzeichen installieren“, sagt Denecke. Oldesloes Bauamtsleiter gibt schon Entwarnung. Der Mast mit dem Werbeträger habe Bestandsschutz und dürfe auf jeden Fall weiter genutzt werden, sagt Thilo Scheuber. Er begrüßte, dass wieder ein Baumarkt in die Immobilie zieht. Auf diese Weise bleibe der Stadt eine langwierige Bauleitplanung erspart, so wie man sie bei einem Branchenwechsel hätte einleiten müssen.

„Toll, dass das Eingangstor der Stadt wieder belebt ist. Mit Obi bekommen wir einen starken Partner“, gab gestern Vize-Bürgermeister Horst Möller seiner Freude Ausdruck. Aus Sicht der Stadt sei die Neuansiedlung des Baumarktes wichtig für das gesamte Gewerbegebiet.

Dass die seit Ende Februar dieses Jahres leer stehende Immobilie nun wieder vermietet ist, stimmt auch Norbert Leinius zufrieden. Laut dem Geschäftsführer der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) hatte es seit der Insolvenz der Max-Bahr-Kette drei bis vier Bewerber für die Immobilie mit einer Verkaufsfläche von etwa 8000 Quadratmetern gegeben. „Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit. Das Gebäude steht noch nicht so lange leer und liegt ideal in der Nähe der Autobahn“, sagte Leinius gegenüber den LN. Die WAS sei der Auffassung, dass mit Obi eine gute Wahl getroffen wurde. Die Nähe zum Hagebaumarkt belebe das Geschäft. Das komme auch dem Service zugute. Und wenn sie jetzt Preisvergleiche anstellten, müssten die Kunden nicht mehr nach Lübeck abwandern.

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