Busverkehr dringend reformbedürftig

Lübecker Nachrichten   28.06.2018

Oldesloer Bau- und Planungsausschuss unterstützt Kritik der Bürger

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Einige Busverbindungen in Bad Oldesloe lassen zu wünschen übrig. Im Bau- und Planungsausschuss wurde diesbezüglich eifrig diskutiert, aber noch nichts beschlossen. Aber die Zeit drängt. Denn der Kreis schreibt den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) demnächst neu aus.

Bereits im Mai dieses Jahres hatten sich Bürger zu den Schwachstellen des ÖPNV zu Wort gemeldet. Ihre Forderungen hatte die Stadtverwaltung nun in einer Beschlussvorlage zusammengefasst und dem Ausschuss vorgelegt. Mit einigen Einschränkungen zeigen sich die Fraktionen damit einverstanden. Eine abschließende Entscheidung soll aber erst am 9. Juli fallen.

Verkehrstechnisch besser erschlossen werden nach dem Wunsch aller unbedingt das Viertel Pölitzer Weg/Kampstraße. Dort entsteht bekanntermaßen ein neues Wohngebiet. Dessen Fertigstellung wird zwar noch einige Zeit in Anspruch nehmen. doch wenden die Ausschussmitglieder zu recht ein, dass auch der neue Nahverkehrsplan, der ab Dezember 2019 in Kraft tritt, für ganze zehn Jahre gelten wird. „Das würde auch eine bessere Anbindung an das Gewerbegebiet in der Industriestraße zur Folge haben, wo Firmen wie Minimax und Aspen sitzen. Vor zehn Jahren ist dieser Vorschlag aus Kostengründen aus dem Plan rausgeflogen“, berichtet Ausschussvorsitzender Matthias Rohde (FBO).

Kritisiert wird ihm zufolge, dass die Bereitschaft bisher gering gewesen sei, auch die Ortsteile gut zu bedienen. Kurios sei etwa, dass der Schulbus morgens von Bad Oldesloe leer nach Seefeld fahre, um die Kinder abzuholen und nachmittags dann ebenfalls ohne Passagiere zurückkehre. Das stieß offenbar bei allen Parteien auf Unverständnis. So hatte es wohl keiner Fraktion eingeleuchtet, weshalb es höhere Kosten verursachen sollte, auch außerschulische Fahrgäste zu befördern.

Als Diskriminierung der Bewohner in den Außenbereichen der Stadt wird auch der so genannte Komfortzuschlag betrachtet, der stets bei Fahrten in die Ortsteile erhoben wird. Als Begründung werde angeführt, dass die Passagiere anders als im Stadtverkehr nicht an einer Bushaltestelle, sondern direkt vor ihrer Haustür abgesetzt würden, erläutert Hartmut Jokisch (Grüne) Das müssten Besitzer von Monats- oder anderen Dauerkarten dann extra bezahlen. „Darin sieht man wohl einen Hebel, die Kosten für Sammel-Taxis generell zu minimieren“, sagt Jokisch.

Das Forderungspaket sieht zudem vor, die Stadtlinie nicht mehr nur stündlich, sondern halbstündlich einzusetzen, was besser mit der Taktung des Regionalverkehrs auf der Bahnstrecke Hamburg-Lübeck harmoniert. „Wenn man es ernst nimmt mit dem öffentlichen Nahverkehr und die Leute vom Auto wegbringen will, dann muss man da ran“, sagt Rohde.

Veröffentlicht unter Presseartikel |

30-Minuten-Takt soll Busse besser machen

Stormarner Tageblatt   27.06.2018

In Vorbereitung auf die neue Ausschreibung wird über den ÖPNV beraten

Patrick NiemeierBad OLdesloe Wie soll der Oldesloer Busverkehr bis 2029 aussehen? Was wie ein Blick in die Glaskugel wirkt, ist eine Frage, die sich die Lokalpolitiker im Bauausschuss der Stadt stellen müssen. Der Kreis wird den ÖPNV im Nordkreis neu ausschreiben. Ab Dezember 2019 soll dann der neue Plan und gegebenenfalls ein neuer Anbieter zum Zuge kommen.

Die Stadtverwaltung hattze Wünsche von Bürgern aufgenommen und in einer Sitzungsvorlage aufgearbeitet. Der neue Verkehrsausschuss des Kreises tagt am 27. August und könnte schon dann eine Ausschreibung auf den Weg bringen. „Ist die Ausschreibung raus, können wir da nichts mehr machen und müssen mit dem Ergebnis leben“, warnte Bürgermeister Jörg Lembke.

Ein wichtiger Punkt, der eingeführt werden soll, ist die halbstündige Taktung der Stadtverkehrsbusse. Der Kreis signalisierte allerdings, dass er das nicht als Grundversorgung sehe. Die Stadt müsste zwischen 80 000 und 120 000 Euro im Jahr zuzahlen. „Wie dringend wird das benötigt? 80 000 Euro bedeutet auf zehn Jahre gesehen, dass wir 800 000 Euro dafür ausgeben“, so Hans-Hermann Roden (SPD). „Es gibt keine direkten Statistiken. Aber der Bedarf wird gesehen. Es gibt ja Erfahrungswerte“, sagte Bürgeramtsleiter Thomas Sobczak.

„Ich möchte, dass wir einen Schritt weitergehen und die Halbstundentaktung ab sofort einführen“, beantragte Christian Vollpott (Linke). Es gebe viele Menschen in prekären Lebenssituationen, die auf den Bus angewiesen seien. Hinzu komme eine älter werdende Bevölkerung, so Vollpott. Er sehe nicht, dass man sich mit der Aussage, „das gehört nicht zur Grundversorgung“ zufrieden geben sollte. „Jeder sollte an seine Kreistagsfraktion herantreten und erklären, dass es die hier besondere Verkehrssituation für alle entlasten würde, wenn wir den Busverkehr attraktivieren.“

Die FBO wünscht sich mehr Bushaltestellen und eine Anpassung an die Abfahrtszeiten der Regionalbahnen. „Das ist schon so lange im Gespräch, aber es wird nicht wirklich gut umgesetzt“, so Matthias Rohde (FBO). Der Ausschussvorsitzende möchte außerdem, dass Zeitkarten auch für das Anrufsammeltaxi gelten. Es könne nicht sein, dass Bürger in den äußeren Ortsteilen so schlecht angebunden sind. Yannick Thoms, Vorsitzende des Beirats für Menschen mit Behinderung, erinnerte daran, dass es mehr als ein oder zwei Stellplätze für Kinderwagen, Rollatoren oder Rollstühle geben müsse. Die Grünen möchten, dass überprüft wird, ob Anschaffung von Erdgas-Bussen finanzierbar sei.

Veröffentlicht unter Presseartikel |

IN KÜRZE: Möller referiert beim Stammtisch

Lübecker Nachrichten   27.06.2018

Bad Oldesloe. Der Stammtisch der CDU Bad Oldesloe findet statt am 2. Juli und beginnt um 15.30 Uhr im Café KandelaR, Hamburger Straße 15-17. Der Referent ist Horst Möller, Fraktionsvorsitzender. Gäste sind willkommen.

Veröffentlicht unter Presseartikel |

Umfrage zur Ampel in Oldesloe

Lübecker Nachrichten   27.06.2018

Bad Oldesloe. Der Beirat für Menschen mit Behinderung bittet um Teilnahme an einer Befragung: Soll die Ampel Ecke Berliner Ring/Lübecker Straße blindengerecht umgerüstet  werden? Denn diese Kreuzung werde von zahlreichen Fußgängern genutzt.

Viele Senioren, seheingeschränkte sowie blinde Menschen vermissen ein akustisches Signal an der Ampel“, erklärt Beiratsvorsitzende Yannick Thoms. Mit der Umfrage wolle man die Notwendigkeit der Maßnahme darlegen, „weil es sich auch um eine Bundesstraße handelt“, so Thoms weiter. Deshalb brauche der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr in Lübeck einen entsprechenden Nachweis für eine Nachrüstung. Die Online-Umfrage ist auf der Homepage der Stadt Bad Oldesloe unter www.badoldesloe.de/bürger bis zum 13. August zu finden, der Fragebogen umfasst vier Fragen und kann online ausgefüllt und abgesendet werden. Yannick Thoms bittet insbesondere betroffene Bürger im eigenen Interesse um Unterstützung und Teilnahme an der Umfrage.

„Die Ergebnisse sind eine wichtige Quelle für die politische Diskussion und sollen dem Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr übergeben werden“, so Thoms. Sie bittet darum, auch sehbehinderte oder blinde Nachbarn, Freunde, Verwandte und Bekannte zu informieren und ihnen gegebenenfalls bei der Umfrage behilflich zu sein.

Anfang August werden die Ergebnisse der Umfrage bekanntgegeben und der Öffentlichkeit präsentiert. Weitere Infos gibt es unter Telefon 04531/896534.

Veröffentlicht unter Presseartikel |

Sozialausschuss – mehr Interessierte als Sitzplätze

Stormarner Tageblatt   25.06.2018

Die Sitzung des neuen BSKA begann verspätet, weil Mitglieder und Besucher umziehen mussten

Patrick NiemeierBad Oldesloe Stell’ dir vor, die Menschen interessieren sich für ein politisches Thema, kommen aber nicht in den Raum, in dem es besprochen werden soll. Das gab es schon häufiger in Bad Oldesloe. Mal war es die angeblich klemmende, mittlerweile aber reparierte Tür am Stadthaus, dann gab es Probleme für Menschen mit Handicap, jetzt ist es Überfüllung.

Gleich bei der ersten Sitzung des neuen Sozialausschusses wollte Hajo Krage (SPD) angesichts des Ansturms an Zuhörern offenbar ein Zeichen setzen und beantragte, dass die Sitzung nicht gestartet werde, bevor nicht ein geeigneter Raum gefunden sei, in dem alle Politiker, Bürger, Experten und Pressevertreter einen Sitzplatz finden. Der Geschäftsordnungsantrag wurde einstimmig angenommen – und die Sitzung kurzerhand verlegt. Schnell packte man fraktionsübergreifend und mit Hilfe einiger Besucher und eines Hausmeisters im Bürgerhaus an, wo der Sozialausschuss dann mit Öffentlichkeit tagen konnte.

Sowohl aus Teilen der Politik, als auch von Bürgern gab es trotzdem Kritik. Wenn mit Abenteuerspielplatz Erle, Nachbarschaftstreff Schanze, ein Jahresbericht des Kulturzentrums, Waldkindergarten und Flüchtlingshelfer so viele Themen auf der Tagesordnung stünden, sei doch davon auszugehen, dass viele Bürger kommen könnten. Weshalb dann nicht gleich nach einem Ort gesucht werde, der genügend Platz biete, lautete die Frage verschiedener Oldesloer. Auch wenn der kleine Umzug recht unterhaltsam gewesen sein mag, war es vor allem für einige Unterstützer der Erle mit kleinen Kindern ärgerlich, da sie mussten nun noch länger warten, bis ihr Tagesordnungspunkt aufgerufen wurde.

„Ich verstehe nicht, warum nicht von Anfang an ein Raum ausgesucht wird, in dem alle Menschen sitzen können und die Sitzung miterleben dürfen“, sagte Yannick Thoms, Vorsitzende des Oldesloer Beirats für Menschen mit Behinderung. Er habe das Thema schon öfter angesprochen Der Raum im Stadthaus sei nicht sehr gut geeignet. „Es geht nicht nur um Menschen mit einer Behinderung. Auch andere kommen von der Arbeit, sind müde oder einfach schon älter. Wenn man so viele interessante Themen auf der Tagesordnung hat, müsse man das besser planen“, so Thoms.

Seitens der Verwaltung wurde betont, dass man künftig besser darauf achten wolle, generell aber das Zimmer im Stadthaus der Raum für Sitzungen sei.

Veröffentlicht unter Presseartikel |
Seite 5 von 406« Erste...34567...102030...Letzte »