„Das Tauschhaus darf nicht zur Müllhalde verkommen“

Stormarner Tageblatt   11.01.2018

Immer mehr Passanten verstehen Konzept der Holzhütte in der Bad Oldesloer Mühlenstraße offenbar nicht

 
„Was soll man mit unbeschrifteten VHS-Kassetten?“ – Karin Hoffmann ratlos am Tauschhaus in der Mühlenstraße.Nie
 

Bad Oldesloe Die Regale des „Tauschhauses“ in Bad Oldesloe sind gut gefüllt. In diesen Tagen ist dort neben viel Geschirr vor allem ausgedienter Weihnachtsschmuck zu finden. Insgesamt – da ist sich Initiatorin Karin Hoffmann sicher – ist die kleine Holzhütte in der Mühlenstraße ein „voller Erfolg“. Die Resonanz seitens der Bürger sei großartig und der Umschlagplatz für Dinge, die ein Mensch nicht mehr im Haushalt gebrauchen kann, aber die zum Wegschmeißen zu schade sind, laufe „wie geschnitten Brot“. Trotzdem ist Hoffmann oft frustriert, wenn sie oder Teammitglieder das gelbe Häuschen mit dem grünen Dach besuchen, um ein wenig aufzuräumen oder zu schauen, was dort aktuell eingestellt wurde.

„Ich drehe irgendwann noch durch“, sagt sie. „Ich frage mich wirklich, warum Mitbürger ihren Müll ganz in die Stadt schleppen und ihn dann hier ins Haus stellen. Haben die keinen Mülleimer? Es ist doch kein Schrottplatz hier. Glauben die ernsthaft, dass irgendwer etwas mit manchen dieser Dinge anfangen kann?“, fragt sie sich und hält fassungslos einen Stapel unbeschrifteter alter VHS-Kassetten in die Höhe.

„Abgesehen davon, dass die wohl keinen mehr interessieren, sind sie nicht beschriftet. Ich weiß doch gar nicht, was da drauf ist. Nachher sind das noch irgendwelche Pornos oder sowas und ich bekomme Ärger. Ich müsste das also erstmal sichten. Das mache ich bestimmt nicht. Das wandert in den Müll“, sagt sie. Was sie nerve sei, dass sie somit Sachen in ihren privaten Mülleimer entsorgen muss, die fremde Menschen ihr quasi vor die Füße kippen. „Ich sage immer, dass das unser Tauschhaus ist. Es gehört nicht mir oder den Helfern, sondern der Allgemeinheit, also müssen wir auch alle ein wenig darauf aufpassen und es so nutzen, wie es genutzt werden soll. Ein Großteil macht es richtig und für diese Menschen wollen wir es auch erhalten“, führt sie weiter aus.

Auch bei der benachbarten Bücherzelle fragt sich die engagierte Oldesloerin manches Mal, warum einige Menschen wirklich denken, dass die von ihnen eingestellten Werke einen Mehrwert haben könnten. „Die Betriebswirtschaftslehre von 1980 wird nicht mehr gelehrt und der PC-Kursus von 1990 steht da auch nur ewig rum. Ich möchte hier nicht die Müllfrau der Stadt spielen“, so Hoffmann.

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Alireza Zare packt seinen Koffer

Lübecker Nachrichten   10.01.2018

Nach über zehn Jahren wechselt der Musikschulleiter von Bad Oldesloe nach Pinneberg

Von Dorothea von Dahlen

Wenn sein Nachfolger gefunden ist, packt Alireza Zare auch seinen Gitarrenkoffer. FOTOS: VON DAHLEN

Bad Oldesloe. Es kommt wie ein Paukenschlag: Nach über zehn Jahren erfolgreicher Tätigkeit als Chef der Musikschule für Stadt und Land orientiert sich Alireza Zare neu. Ab März wechselt er nach Pinneberg, wo er die Leitung der dortigen Musikschule übernimmt.

Ich gehe nicht aus Enttäuschung über die Politik. Es hat ausschließlich persönliche Gründe“, erklärte Alireza Zare gestern. Ein gewichtiger sei die Entfernung zu seinem Wohnort Hamburg. Da er es nicht geschafft habe, über die Jahre ganz nach Bad Oldesloe zu ziehen, habe er täglich über zwei Stunden Fahrt in Kauf nehmen müssen – Verspätungen und Zugausfälle nicht einberechnet. Den Ausschlag habe dann die Anfrage gegeben, ob er sich eine Leitungstätigkeit in Pinneberg vorstellen könne. „Da habe ich mich beworben und bin genommen worden“, sagt Zare.

Seine Stelle in Bad Oldesloe ist seit kurzem ausgeschrieben. Sollte sich in nächster Zeit ein Nachfolger finden, wechselt der 55-Jährige bereits im März an die Pinneberger Musikschule. „Ich habe Leib und Seele investiert, um hier alles weiter zu entwickeln. Wenn ich mich verabschiede, möchte ich alles in gute Hände geben, so dass die Arbeit weiter vorangetrieben wird“, sagte Zare.

Zare bei einer Jam-Session mit Bibliotheksleiter Jens A. Geißler.

Ein Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre gibt dem scheidenden Musikschulleiter Recht. Als er den Chefsessel im Oktober 2007 bezog, nahmen in Bad Oldesloe 790 Kinder und Jugendliche Unterricht.

Mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit und ganz neuen Unterrichtsansätzen, gelang es Zare und seinem Team die Position der Schule weiter zu festigen. Besonderes Augenmerk legte er auf die musikalischen Früherziehung, die mit der Musikwiege bereits im Alter von neun Monaten beginnt und sich mit weiteren Angeboten je nach Entwicklungsstand der Kinder fortsetzt. Unterricht in Rock-, Pop- und Jazzmusik lockte auch mehr Heranwachsende in die Schule, so dass die Zahl der Schüler zum zehnjährigen Bestehen im Jahr 2013 schon auf über 1200 angewachsen war, heute sind es über 2000.

Damit auch Kinder aus weniger musikalischen Elternhäusern die Chance bekommen, ein Instrument zu lernen, hob Zare das Projekt „Klasse musiziert“ aus der Taufe, das mit Hilfe eines städtischen Zuschusses, aber auch großem Engagement von Sponsoren wie etwa der Sparkassenstiftung oder dem Lions Club Stormarn verwirklicht werden konnte. „Ohne sie hätten wir das Projekt gar nicht auf die Beine stellen können“, sagt er.

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„Ich gehe sehr zufrieden weg“

Stormarner Tageblatt   10.01.2018

Zehn Jahre Musikschulleiter – Alireza Zaré wechselt von Oldesloe nach Pinneberg

Mehr Manager als Musiker: Alireza Zaré mit seiner Gitarre am Schreibtisch. Olbertz

Bad Oldesloe Das ist ja keine gute Nachricht gleich zu Jahresbeginn: Alireza Zaré verlässt die Oldesloer Musikschule. Zum 1. März übernimmt er die Leitung der Musikschule in Pinneberg.

Nein, er gehe nicht im Zorn. Eher das Gegenteil ist der Fall: „Ganz ehrlich, ich gehe sehr zufrieden. Das ist mein Kind“, sagt er über die Oldesloer Musikschule, „das will ich in gute Hände geben.“

Vor zehn Jahren kam er von Glückstadt nach Oldesloe mit dem klaren Auftrag, die Musikschule weiter zu entwickeln. Und das ist ihm gelungen. Er ist überzeugt, Oldesloe zu einer „modernen“ Musikschule gemacht zu haben. „Die Schüler kommen weiterhin zu uns, aber wir müssen auch zu denen gehen, die wir sonst nicht erreichen“, ist Zaré überzeugt. Ein erfolgreicher Weg. Damals waren es etwas 790 Schüler, inzwischen sind es mehr als 2000. Möglich wurde dies, weil Alireza Zaré zahlreiche Projekte initiierte.

Die Musikschule hat einen Etat von 600 000 Euro. Von der Stadt kommen nur 30 000 Euro Zuschuss. „Das ist sehr wenig“, findet der Leiter. Das macht er der Stadt allerdings nicht zum Vorwurf. Zaré: „Wenn ich sehe, wie der Kreis sich raushält, bin ich baff. Der Kreis ist doch dafür da, den Standort zu fördern und voranzubringen.“ Die ganze Projektarbeit war nur möglich, weil er zahlreiche Sponsoren überzeugen konnte. Diesen Weg sollte der oder die Nachfolgerin weiter gehen. Gefordert ist weniger ein guter Musiker als ein überzeugter Schulleiter. „Ich komme gar nicht mehr zu meiner Gitarre“, bedauert Zaré, „diese Bereitschaft muss man mitbringen.“

Ruhe und Beharrlichkeit zeichnen den Hamburger aus. „Durch Streit komme ich nicht weiter, da verliere ich sofort“, lautet sein Credo. Viele Jahre machte er sich dafür stark, dass die Musikschule in den Verband der Musikschulen (VdM) aufgenommen wird. Lange rannte er da in der Politik gegen Mauern. „Ich werde es nie vergessen, eine Politikerin sagte mal: ‚Unsere Musikschule ist doch gut. Mehr brauchen wir nicht‘“, blickt Zaré zurück. Allen Widerständen zum Trotz hat er es geschafft. Zaré: „Das war mein größtes Highlight – die Aufnahme in den VdM. Das war eine riesige Anerkennung unserer Arbeit.“

Der Umzug von der Königstraße ins Kub steht ebenfalls auf der Habenseite. Der Schulleiter schwärmt: „Wir haben eines der schönsten Gebäude im Land.“

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LESERBRIEFE: Wahlrecht ist Wahlpflicht

Lübecker Nachrichten   10.01.2018

Wahlrecht ist Wahlpflicht

Zu „“Eine gute Bilanz: Mit Bad Oldesloe geht es aufwärts““, LN vom 23. Dezember 2017:

Den Aussage des Bürgerworthalters zum Jahreswechsel, Rainer Fehrmann, kann ich nur uneingeschränkt zustimmen.

Wer zufrieden ist mit dem Ergebnis der Politik, sollte durch seine Stimme bei der Wahl dies bestätigen, wer unzufrieden ist oder etwas ändern möchte , sollte dies durch seine Stimme bei der Wahl verdeutlichen. Somit ist für alle das „Wahlrecht eine Wahlpflicht“.

Es ist beschämend, wenn die Wahlbeteiligung unter 50 Prozent liegt. Damit treten wir unsere Demokratie mit Füßen, verspielen das Recht auf Freiheit und freie Meinungsäußerung, um das uns viele Bürger aus den unterschiedlichsten Ländern beneiden.

Gehen wir also pflichtgemäß mit der Demokratie um und betrachten die Wahlfreiheit als Wahlpflicht zum Wohle unserer Gesellschaft. Eine Wahlbeteiligung von mehr als 90 Prozent wäre mein Wunsch.

Bad Oldesloe verliert immer mehr den Charakter einer Kreisstadt, weil jegliche Firmenansiedlungen von bestimmten Politikern stets verhindert werden. Das gilt auch für den Wohnungsbau, denken wir an die Thematik Steinfelder Redder, 18 Jahre Blockade mit falschen Darstellungen. Heute wird das Gebiet bezogen auf die Natur besser geschont als je zuvor.

Weitsicht fehlt eben einigen aus Egoismus. Das sollten wir endgültig beseitigen.

Manfred Meurers, Bad Oldesloe

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Abgeschmückt

Stormarner Tageblatt   10.01.2018

Abgeschmückt

 Bad Oldesloe Schluss, aus – das war’s mit Weihnachten. Traditionell wird nach den „Drei Heiligen Königen“ am 6. Januar die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt abmontiert. Gestern Vormittag war es soweit. Mitarbeiter des Städtischen Bauhofs und einer Elektrofirma nahmen mit Hilfe eines Hubwagens die Weihnachtsbeleuchtung und -girlanden in der Oldesloer Fußgängerzone ab. Und auch die schmucklosen Tannenbäume wurden gestern abtransportiert.

 

 
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