Fotoshooting im Theaterkostüm

Lübecker Nachrichten   03.11.2015

Grünkohlessen und weitere Aktionen sorgten für Unterhaltung beim verkaufsoffenen Sonntag in Bad Oldesloe

Von Susanna Fofana und Dorothea von Dahlen

LN-VOS-2015-11-03Beim Fotoshooting in den historischen Badomat-Kostümen mit Fotograf Johann Jessen hatte Walter Albrecht viel Spaß. Fotos: S. Fofana(2)/von Dahlen

Bad Oldesloe. Beim Grünkohlessen auf dem Oldesloer Marktplatz zum verkaufsoffenen Sonntag war Schlangestehen angesagt. „Gefühlt mehr als im letzten Jahr“, sagte Koch Rainer Hinz. Insbesondere am Anfang habe es mehr Andrang gegeben. Insgesamt ließen sich die Oldesloer und Gäste 680 Grünkohl-Portionen schmecken.

Klaus-Jürgen Rasche war extra aus Eichede angereist und reihte sich geduldig in die Warteschlange ein. „Grünkohl ist eines meiner Lieblingsgerichte“, verriet er. Bloß seine Frau ging leer aus: Das grüne Wintergemüse ist einfach nicht ihr Ding.

„Der Grünkohl muss zwei Mal gekocht werden“, erklärte der Oldesloer Koch Rainer Hinz. Knapp 200 Kilo Kohl und 220 Kilo Kartoffeln wurden verspeist. Die kleinen runden Kartoffeln zum Gericht bruzzelten im Zelt auf dem Marktplatz frisch in zwei großen Pfannen. Immer wieder waren die Fleischbeilagen ausgeteilt und Rainer Hinz musste Kasslerscheiben nachschneiden.

Nebenan präsentierte der Oldesloer Theaterverein Badomat sein erstes Fotoshooting in historischen Kostümen. Die Idee kam gut an: „Es macht Spaß und ist witzig“, freute sich Vorstandsfrau Ilona Rehme. Der Oldesloer Fotograf Johann Jessen war bei der Aktion auf Spendenbasis mit im Boot. Fünf bis 20 Euro gaben die „Models“ freiwillig – ein echtes Schnäppchen für ein professionelles Fotoshooting.

Walter Albrecht zwängte sich in das gelbe Kommissar-Kostüm aus dem jüngsten historischen Oldesloer Theater-Stück. Das Publikum amüsierte sich, als seine Strümpfe rutschten. Eine Strumpfhose, wie in der Theateraufführung, war für das schnelle Fotoshooting zu aufwändig. „Es gefällt mir sehr gut“, sagte Siegfried Plambeck, der in das Bürgermeister-Kostüm geschlüpft war. Ob er sich wohl nächstes Jahr in Bad Oldesloe bewerben wird? Die Shooting-Einnahmen in Höhe von 200 Euro kommen dem Verein Lebensweg zugute.

Einige Kostüme aus dem Fundus und Bücher wurden zugunsten des Badomat-Vereins selbst verkauft.
„Wir müssen anfangen, für das nächste Projekt zu sparen“, so Rehme. Das soll 2018 auf die Bühne kommen. Entschieden ist noch nichts. Aber unter den drei Ideen ist ein Mittelalter-Stück bisher der Favorit bei den Mitgliedern.

Gegen Nachmittag wurde es auch in der übrigen Innenstadt voll. Viele genossen es, bei dem schönen Herbstwetter noch einmal draußen zu sitzen und bei einem Kaffee oder Tee das bunte Treiben zu beobachten. Etliche Besucher nutzten die Zeit auch zum Einkaufen und liefen mit den roten Oldesloe-Einkaufstüten durch die Stadt oder deckten sich bei den Wochenmarktbeschickern mit Obst und
Gemüse, Blumen oder Fisch ein. Die kleinsten Gäste waren aus den Mini-Autoscootern der Kinderfahrschule Stengel nicht wieder herauszubekommen.

Die roten Tüten und noch viel mehr gab es auf dem Markt bei Wollywood. Das Geschäft besteht seit 30 Jahre, und das wollte Inhaberin Susanne Relling-Peters auch gebührend mit ihren Kunden feiern. „Wir hatten eine Band aus Hamburg da, die Blue Grass gespielt hat und extra einen Song auf uns getextet haben“, erzählte die Geschäftsfrau. Außerdem habe es eine Tombola rund ums Handarbeiten gegeben. Zwischendrin sei der Laden so voll gewesen, dass man sich kaum bewegen konnte. „Kurzum, es war ein sehr erfolgreicher Tag“, zog Relling-Peters Resümee.

„Die Stadt hat ein schönes Programm organisiert, und für viele Geschäfte hat sich der verkaufsoffene Sonntag sehr gelohnt“, berichtete gestern Marco Schmidt von der Interessengemeinschaft Handel. Wie er ankündigte, wollen die Kaufleute ihre Geschäfte erstmals am Sonntag, 3. Januar, öffnen und ein eigenes Programm auf die Beine stellen. Welche Attraktionen es unter dem Motto „Winterzauber“ geben werde, stehe noch nicht fest.

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