In lebendiger Freundschaft verbunden

Lübecker Nachrichten   13.05.2018

Gäste aus Olivet und St. Pryvé feiern Verschwisterung mit Bad Oldesloe und Reinfeld im KuB

Von Britta Matzen

Bad Oldesloe. Deutsch-französischer Austausch im KuB: Zum Empfang der französischen Gäste aus Olivet und St. Pryvé waren die Reihen im Festsaal gestern Morgen voll besetzt. Reinfelds Bürgermeister Heiko Gerstmann schwang das Zepter und begeisterte mit seinen Französisch-Kenntnissen.

Alle Achtung! Reinfelds Bürgermeister hat mehr Sprachtalent als so mancher deutscher Außenminister. Heiko Gerstmann erntete gestern Morgen großen Applaus, als er beim offiziellen Empfang für die französischen Freunde aus den Partnerstädten Olivet und St. Pryvé die Eröffnungsrede hielt. „Ich komme aus einer frankophilen Familie. Mein Großvater erwähnte eigentlich jeden Tag ungefähr zehnmal, dass er auf einem französischen Gymnasium war und mit dem Kronprinzen zur Schule ging. Er hatte immer versucht, uns Frankreich nahe zu bringen.“ Im Urlaub sei er mit seiner Frau oft in Frankreich gewesen. „Schon zweimal in St. Pryvé, wir haben dort auch Freunde gefunden, die leider heute nicht hier sind. Aber wir lieben den französischen Lebensstil und denken an ihn, wenn wir mal ein Gläschen Wein trinken“, berichtete das Reinfelder Verwaltungsoberhaupt in perfektem Französisch. Eigentlich sei sein Französisch grottig schlecht, gestand Gerstmann zum Schluss. „Sylviane Wendt hat meinen Text übersetzt.“ Doch alle im Festsaal waren sich einig: Bei der Aussprache müssen seine Sprachkenntnisse hervorragend sein.

Auch Horst Möller, als Stellvertreter von Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke, der in Kanada weilt, richtete seine Grußworte an die Gäste. „Seit 22 Jahren sind die beiden Städte Olivet und Bad Oldesloe verschwistert. In dieser Zeit sind viele Freundschaften entstanden und auch gewachsen. Und durch die gegenseitigen Besuche werden sie gehegt und gepflegt. Die menschlichen Kontakte helfen natürlich, das gemeinsame Haus Europa mit Leben zu füllen“, brachte Möller den Sinn einer Städtepartnerschaft auf den Punkt.

Später gab es noch Gitarrenmusik und zum Abschluss einen Sektempfang. Dabei tauschten sich Deutsche und Franzosen über das schöne Programm, gemeinsame Freunde und künftige Unternehmungen aus. Matina Kock hat die Städtepartnerschaft von Anfang begleitet. „Meine Tochter war zehn, da sind wir nach Frankreich gefahren und haben unsere Familie kennengelernt. Inzwischen sind mehr als 20 Jahre vergangen. Wir waren auf der Hochzeit der Kinder dort, sie waren auf den Konfirmationen bei uns und auf der Hochzeit unserer Ältesten. Inzwischen spielen die Enkel schon miteinander. Die jungen Leute besuchen sich gegenseitig. Und wenn in der Schule mal was übersetzt werden soll, läuft das inzwischen alles per Internet. Sehr, sehr schön ist das alles“, schwärmt Kock. Obwohl sie selbst kein Französisch spreche und die Franzosen kein Deutsch. „Wir sprechen beide sehr gut schlechtes Schulenglisch“, fügt sie lachend hinzu.

 Olivet und Saint Pryvé

Olivet ist eine charmante Gemeinde mit 21 639 Einwohnern im Département Loiret in der Region Loire-Tal südlich von Orléans. Ein Besuch lohnt sich. Man kann dort die berühmten Olivet-Kirschen naschen oder Sehenswürdigkeiten bewundern wie die vielen Mühlen entlang des Flusses Loiret, prachtvolle Villen oder die historische Dorfkirche. Saint Pryvé ist die Nachbarstadt von Olivet und zählt 5483 Einwohner. Die Geschichte reicht in die Zeit der Merowinger zurück.

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