So strahlt die neue Bürgerworthalterin

Lübecker Nachrichten   06.06.2018

Hildegard Pontow ist jetzt die höchste Repräsentantin der Stadt Bad Oldesloe

Von Michael Thormählen

Toller Auftakt: Auch Bürgermeister Jörg Lembke gratulierte Hildegard Pontow nach ihrer Wahl. FOTOS: M. THORMÄHLEN/LN-ARCHIV

Bad Oldesloe. Das war ein Einstand nach Maß: Hildegard Pontow (CDU) wurde einstimmig zur neuen Bürgerworthalterin in Bad Oldesloe gewählt. Auch bei den weiteren wichtigen  Personalentscheidungen trafen die Stadtverordneten fast ausnahmslos einhellige Beschlüsse.

Ich freue mich über das Vertrauen, das gleichzeitig auch eine Herausforderung ist“, sagte die Kandidatin während ihrer Vorstellung. Hildegard Pontow, die zum ersten Mal der Stadtverordnetenversammlung angehört, wurde während der konstituierenden Sitzung im Kultur- und Bildungszentrum von der CDU nominiert. Dieses Vorschlagsrecht fällt stets der stärksten Fraktion zu.

„Ich möchte auch Rainer Fehrmann danken, der mich in die Tätigkeit eingewiesen und auf die Entscheidungsfindung maßgeblichen Einfluss genommen hat“, betonte die neue Bürgerworthalterin. Rainer Fehrmann, der dieses Amt in den vergangenen zehn Jahren ausübte, hatte bei der jüngsten Kommunalwahl nicht wieder kandidiert. Zu seiner letzten Aufgabe als scheidender Bürgerworthalter gehörte die Eröffnung der Stadtverordnetenversammlung.

Und dieses Gremium ist mit jetzt 34 Kommunalpolitikern so groß wie nie. Sie gehören insgesamt acht verschiedenen Parteien und Wählergemeinschaften an – auch das bedeutet einen Rekord. „Wir sind deshalb auf neue Mehrheiten angewiesen. Wir sollten mit einander reden und Kompromisse finden“, schlug Hildegard Pontow vor. Wichtig sei, dass den Entscheidungen auch Taten folgten: „Denn daran werden wir gemessen.“

Die neue Bürgerworthalterin ist in Bad Oldesloe geboren, gründete in der Kreisstadt ihre Familie und arbeitete fast 40 Jahre als Lehrerin und Leiterin der Klaus-Groth- Schule. In zahlreichen Gesprächen mit Kollegen und Eltern habe sie versucht, sich neutral zu verhalten und bei Problemen zu vermitteln: „Und ich wünsche mir auch, dass wir vor allem viele einstimmige Entscheidungen treffen.“

Nachdem die neue Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Glückwünsche entgegengenommen hatte – Bürgermeister Jörg Lembke (parteilos) brachte einen großen Blumenstrauß mit – ging ihr Wunsch großenteils in Erfüllung. Denn auch die beiden stellvertretenden Bürgerworthalter wurden fast einstimmig gewählt. Die Ämter übernehmen jetzt Hans-Hermann Roden (SPD) und Matthias Rohde (FBO).

In seiner Position als erster stellvertretender Bürgermeister wurde CDU-Fraktionsvorsitzender Horst Möller bestätigt

Neuer zweiter stellvertretender Bürgermeister ist jetzt SPD-Fraktionschef Björn Wahnfried.

Dank einer umsichtigen Vorbereitung und den zuvor zwischen den Fraktionen getroffenen Absprachen gingen auch die Wahl der Mitglieder für die Fachausschüsse sowie die Kür der Vorsitzenden dieser Gremien reibungslos über die Bühne. Die Ausschüsse haben nach wie vor jeweils elf Mitglieder – trotz der gewachsenen Zahl der Stadtverordneten. In den Ausschüssen fielen der CDU jeweils drei Sitze zu, SPD, FBO und Grünen jeweils zwei Sitze sowie FDP und Linke jeweils einer. Die beiden einzelnen Stadtverordneten Tom Winter (Familie) und Wolfgang Schmidt (Freie Wähler) haben kein Stimmrecht in den Fachgremien.

Schwierigkeiten gab es bei der personellen Besetzung von Verwaltungs- und Aufsichtsräten, denn hier gilt nach der Landesgesetzgebung ein Proporz – das heißt, Frauen müssen ebenso berücksichtigt werden wie Männer. Bei der Benennung von Mitgliedern für den Aufsichtsrat der Vereinigten Stadtwerke waren von CDU, SPD und FBO mit Uwe Möllnitz, Björn Wahnfried und Matthias Rohde nur Männer auserkoren worden. Die FBO wechselte dann ihren Fraktionsvorsitzenden Matthias Rode gegen dessen Ehefrau Patricia aus.

Und in den Verwaltungsrat des Informationstechnolgie-Verbundes Stormarn sollten mit Bürgermeister Lembke und dem CDU- Stadtverordneten Andreas Lehmann auch nur Männer einziehen. Die Union verzichtete auf ihren Kandidaten und sprach sich für die Bestellung der FDP-Stadtverordneten Dr. Inga Maria Vosgerau aus.

Auch gewählt

Ausschussvorsitzende sind jetzt: Hauptausschuss: Hajo Krage (SPD); Finanzen: Torsten Lohse (CDU); Bildung, Soziales und Kultur: Martin Nirsberger (CDU); Bau und Planung: Matthias Rohde (FBO); Umwelt und Energie: Wilfried Janson (Grüne).

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