Sandfang soll Wiesen trocken halten

Lübecker Nachrichten   19.07.2018

2019 soll die Anlage bei Poggensee gebaut werden – Wasserverband sucht noch Planer

Bad Oldesloe. So einladend wie jetzt sah der Poggensee lange Zeit nicht aus. Während der vorangegangenen Badesaison und noch bis Anfang dieses Jahres stand die Liegewiese des Freibads unter Wasser. Das verprellte nicht nur Badegäste, sondern hat den Druck erhöht, eine technische Lösung für etwaige Überschwemmungen zu finden.

Abhilfe ist wohl auch in Sicht. Wie Günter Bock, Chef des für die Pflege des Poggensees zuständigen Wasser- und Bodenverbands Trave, erklärt, vernässt das Ufer immer dann stark, wenn der Ablauf des Sees verstopft ist. Verantwortlich dafür seien Sand und Sedimente, die die Poggenbek anspült. Auf seinem Weg von der Quelle im Staatsforst Schadehorn nehme der Fluss zuweilen Umwege, wenn Totholz den Weg durch sein eigentliches Bett versperre. „Somit holt sich die Poggenbek ganz viel Boden und nimmt ihn mit in Richtung Poggensee“, berichtet Bock. Um zu vermeiden, dass das künftig zu größerem Wasserstau auf den Liegewiesen führe, solle im kommenden Jahr ein Sandfang am Ortseingang von Poggensee gebaut werden, der gezielt gereinigt werden könne.

„Manchmal kollidieren Ziele auch miteinander“, sagt Günter Bock in Hinblick auf die Vernässung der Wiesen im Naturschutzgebiet Brenner Moor, die von Kritikern als Ursache für unerwünschte Überschwemmungen am Poggensee betrachtet werden. „Man muss wissen, was man will, ob man eine trockene Badestelle oder eine intakte Natur mit feuchten Wiesen haben will. Ganz ohne Beräumung des FFH-Gebiets funktioniert es nicht“, erklärt er. Doch habe sich der Wasser- und Bodenverband schon mit der Unteren Wasserbehörde abgestimmt, so dass ein behutsames Entkrauten im Schutzgebiet durchaus möglich sei. Es sei immer eine Frage des Kompromisses, um verschiedene Interessen miteinander in Einklang zu bringen.

Laut Günter Bock ist der Bau des Sandfangs fest im Haushalt des Wasser- und Bodenverbands für das Jahr 2019 eingeplant. Das Projekt koste alles in allem 150 000 Euro. Diese Mittel stünden von der Europäischen Union und aus dem Etat des Landes Schleswig-Holstein zur Verfügung.

Die Sache hat nur einen Haken. „Es ist zurzeit sehr schwierig, einen Planer für den Bau des Sandfangs zu finden. Die ganze Branche ist momentan überlastet. Und ohne Planung können wir das Projekt nicht umsetzen“, sagt der Verbandschef. Aber er hofft, dass sich in den nächsten Monaten ein Auftragnehmer findet, so dass ein Wasserstau künftig vermieden werden kann. dvd

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