Berufsschule in Bad Oldesloe braucht noch mehr Platz

Lübecker Nachrichten   17.08.2018

Bildungseinrichtung überrascht mit neuen Erweiterungsplänen – Kosten sollen zwei bis drei Millionen Euro betragen

Von Markus Carstens

Bad Oldesloe. Teure Überraschung für den gerade neu konstituierten Kreistag: Die Berufliche Schule Bad Oldesloe, deren Träger der Kreis ist, hat einen erneuten Antrag auf eine nochmalige Erweiterung gestellt. Kostenpunkt: zwischen zwei und drei Millionen Euro.

Rückblick: Nach einigen Diskussionen und Missverständnissen hatten die Kreispoltiker im März in einer gemeinsamen Sitzung von Bau- und Schulausschuss den Weg freigemacht für die Erweiterung der Schule. Durch einige planerische Kniffe konnte der Kostenrahmen von 5,1 Millionen Euro für 16 neue Klassenräume eingehalten werden.

„Die Pläne für den Neubau wurden vorgestellt, alle waren begeistert“, sagt Wolfgang Gerstand (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses. „Ich habe dann damals bei der Beruflichen Schule nachgefragt, ob es das nun gewesen ist. Und der Schulleiter sagte mir, dass jetzt nichts Neues dazu komme.“

Nur drei Monate später ging jedoch beim Schulamt des Kreises ein erneuter Antrag auf eine nochmalige Erweiterung ein. „Ich wundere mich sehr, dass der Neubau nun plötzlich noch einen Anbau für mehr als zwei Millionen Euro bekommen soll“, erklärte Gerstand und zeigte verärgert. Im Bauausschuss ist die Berufliche Schule am nächsten Mittwoch Thema, eine Woche später im Schulausschuss.

„Insbesondere seit dem Regierungswechsel in Schleswig-Holstein 2017 zeichnet sich eine Entwicklung in der beruflichen Bildung ab, die zusätzlichen Raumbedarf entstehen lässt“, erklärt Schulleiter Kai Aagardt, der selbst nicht glücklich ist mit dieser Salamitaktik. Aber der Mehrbedarf an Räumen sei nicht absehbar gewesen und habe sich erst im Laufe des vergangenen Schuljahres nach und nach entwickelt. Hintergrund: Berufsbildende Schulen sollen nach Plänen des Landes mit zusätzlichem Personal wie DaZ-Unterstützungslehrkräften, neuen Abteilungsleitungen und Schulsozialarbeitern versorgt werden.

„Und diese benötigen alle ihre eigenen Räume“, sagt Aagardt, gibt aber auch zu, dass in dem Antrag auch eigene Wünsche stehen, zum Beispiel der nach einem Beratungszentrum innerhalb des Schulgebäudes. Solche Zentren für Einzelgespräche mit Schülern gibt es laut Aagardt anderenorts bereits oder sind in Planung, zum Beispiel in Mölln oder Bad Segeberg. Aagardt rechnet mit einem zusätzlichen Raumbedarf von 450 bis 500 Quadratmetern.

Der Schulleiter wünscht sich, dass die nochmalige Erweiterung gleich in die bereits bestehenden Pläne für den Neubau – Baubeginn Anfang 2019 – eingearbeitet werden. „Eine spätere Errichtung würde nach Aussage der Architekten etwa 625 000 Euro mehr kosten“, erklärt Aagardt, der zudem darauf verweist, dass eine mögliche Erweiterung schon miteingeplant ist. „Bautechnisch ist das kein Problem, alles zusammen zu bauen.“ Bei einer späteren Realisierung der Pläne kämen weitere Kosten für die Anmietung von Klassenraumcontainern hinzu.

Das Schulamt hat auch bereits grünes Licht signalisiert. Zumindest sind die Vorlagen für die Kreispolitiker positiv im Sinne der Beruflichen Schule formuliert. Trotzdem erwartet Aagardt lebhafte Diskussionen in den kommenden Ausschuss-Sitzungen. So sieht es auch Wolfgang Gerstand: „Klar geht es dem Kreis Stormarn finanziell gut. Trotzdem müssen wir haushalten und vorausschauend planen, also uns alles genau angucken.“

Der Bauausschuss tagt am Mittwoch, 22. August, der Schulausschuss am Mittwoch, 29. August. Beginn ist jeweils um 18 Uhr um Raum F 22 in der Kreisverwaltung.

Großer Vollzeitbereich

1850 Schüler und fast 140 Lehrer gibt es derzeit an der Beruflichen Schule. Das Besondere ist laut Schulleiter Kai Aagardt der riesige Vollzeitbereich. Deshalb seien auch so viele Räume nötig.

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