Neues Leben am Oldesloer Exer

Lübecker Nachrichten   19.08.2018

Aus dem alten Paradeplatz des Militärs soll ein Freizeitpark mit vielen Attraktionen werden

Von Michael Thormählen

Bad Oldesloe. Eine Garnisonsstadt ist Bad Oldesloe schon lange nicht mehr – nur die  Bezeichnung Exer erinnert noch daran. Mittlerweile rückt dieses zentrumsnahe Areal verstärkt in den Fokus städtischer Planungen. Bürgermeister Jörg Lembke könnte sich gut einen attraktiven Freizeitpark vorstellen.

Das neue Skaterland: Kinder und Jugendliche
haben viele Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung.

Benjamin Neßmann (18) und der ein Jahr jüngere Dominic Brügner haben bereits ihre ersten Proberunden auf dem neu gestaltenen Skaterland gedreht – mit Scootern ging es bergauf und bergab über die neuen Pisten. „Manches Mal sind wir auch hier, fährt sich doch ganz gut“, meinen die beiden jungen Leute. Auch die Idee, das Skaterland aufzupeppen und mit weiteren Attraktionen auszugestalten, sei gut gewesen. „Die Anlagen, die es bisher hier gab, waren doch schon etwas veraltet“, sagen Benjamin Neßmann und Dominic Brügner. Vor allem für die jüngeren Oldesloer könnte das neue Skaterland deshalb zu einen tollen Treffpunkt werden.

In wenigen Sekunden mit einen schnellen Scooter zu erreichen liegt das Areal des künftigen Street Workout Parcours – auf einer Fläche zwischen dem Fußballfeld und dem Minigolfplatz. Hier laufen zurzeit noch die Bauarbeiten. „Wenn der Parcours fertig, dann probieren wir den auch mal aus“, versprechen die beiden Jugendlichen.

Street Workout Parcours: Auch dieser Bereich auf dem Exer ist bald fertiggestellt. FOTOS: M. THORMÄHLEN/LN

Und dafür gibt es auch einen möglichen Termin – für Ende dieses Monats oder Anfang September sei die offizielle Einweihung des Street Workouts geplant, kündigt Bürgermeister Jörg Lembke an. Dann sollen Bauhandwerker und Maschinen diesen Teil des Exers geräumt haben. Offiziell eröffnet, so der Bürgermeister, sei das Skaterland auch noch nicht. Die Verwaltung habe sich entschlossen, den umgestalteten Bereich frei zu geben, weil Kinder und Jugendliche nicht länger warten wollten. Die Anlagen seien technisch in Ordnung und damit die Sicherheit bei der Nutzung gewährleistet, erklärt Jörg Lembke. Auch für das Skaterland sei noch eine Einweihung vorgesehen.

Als anno 1876 die letzten Soldaten das Feld räumten und damit Oldesloes Historie als Garnisonsstadt endete, hat wohl niemand ahnen können, dass der damalige Exerzierplatz zu einem Freizeitpark werden soll, der eine hohe Aufenthaltsqualität bieten kann. Das jedenfalls ist das Ziel des Bürgermeisters, der dieses Thema bereits verwaltungsintern diskutiert hat und seine Vorschläge in den politischen Gremien vorstellen will. Einen Punkt macht Jörg Lembke schon im Vorfeld deutlich: „Die Zahl der Parkplätze auf dem Exer bleibt.“ Diese Fläche seien wichtig, „und wir brauchen sie auch“.

Veränderungen könnte es dagegen bei den Stellplätzen für Wohnmobile geben. Zurzeit ist dafür ein Areal reserviert, das an den Bürgerpark und die Stormarnhalle grenzt. Bad Oldesloe besitze auch Potenzial im Tourismus, das noch nicht vollständig ausgeschöpft sei. Vor allem Wohnmobilisten steuern immer häufiger die Kreisstadt an. Dieser Gästekreis schätzt nach eigenen Aussagen die zentrumsnahe Lage der Plätze, für deren Nutzung außerdem keine Gebühren kassiert werden. Kritisiert wird, dass sanitäre Anlagen fehlten. Und der Bürgermeister will bei diesem Punkt ansetzen. Sanitäre Einrichtungen auf dem Exer seien durchaus überlegenswert, um damit die Attraktivität weiter zu steigern.

Bürgermeisterinsel – reif für die Kultur

Bad Oldesloe. Die sogenannte Bürgermeisterinsel fristet bisher ein mehr als tristes Dasein. Umgeben von Travewasser ist sie vor allem ein Refugium für viele Enten. Das aber könnte sich ändern – Bürgermeister Jörg Lembke schlägt vor, das kleine Eiland als Fläche für kulturelle Veranstaltungen zu nutzen.

Dicht bewachsen ist die kleine Insel. Sie könnte als Aufführungsort für Konzerte oder Theaterstücke dienen.

Die Insel sieht nicht gut aus“, stellt der Bürgermeister fest. Deshalb seien mögliche Eingriffe nicht besonders dramatisch, weil sich auf der kleinen Insel Pflanzen ausgebreitet hätten, die da eigentlich nicht wachsen sollten: „Den Solitärbaum können wir erhalten.“ Auf der Bürgermeisterinsel, so Jörg Lembke, könnten Konzerte aufgeführt werden. Der Zugang könnte dank eines mobilen Stegs ermöglicht werden – aber nur für Künstler. Die Besucher müssten auf der anderen Seite des Ufers bleiben, um auf Sitzreihen mit 80 bis 100 Plätzen die Aufführungen unter freiem Himmel zu verfolgen. Die Sitzplätze könnten als Traversen ohne großen Aufwand entstehen.

Der Oldesloer Bürgermeister möchte auch Flächen überplanen, die nicht mehr zum Exer gehören. Auf der anderen Seite des Konrad- Adenauer-Ringes sei eventuell ein Strandbereich denkbar, der an die nahe Trave grenzt. mt

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