Zu schnelle Busse, aber insgesamt kaum Verkehr

Lübecker Nachrichten   21.08.2018

Bürgermeister Lembke erfährt Sorgen der Oldesloer im Bereich „Up den Pahl“

Von Susanna Fofana

Bad Oldesloe. Nach den Ortsteilen besucht Bad Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke jetzt die Wohngebiete. So will er erfahren, wo es Sorgen und Probleme gibt. Im Bereich „Up den Pahl“ sind die Anlieger insbesondere über zu viele, zu schnelle, zu laute und dann noch oftmals leere Busse erbost.

Dieter Appel, Anlieger in einer Kurve, hat vor allem Sorge um seine Enkel. Schließlich ist in der schmalen Wohnstraße, für die die Anlieger vor mehr als zehn Jahren mit fast 200000 Euro zur Kasse gebeten wurden, nur Tempo 30 erlaubt. Doch daran halten sich nach Aussagen der Anlieger viele nicht. Nicht nur Busse. Würde ein Poller helfen?

Ein weiteres Problem ist die uneinsehbare Kurve „Up den Pahl/Tegeleck“. Dort kommt der Anlieger-Gruppe gerade ein Auto auf der Gegenspur entgegen – obwohl der Fahrer keine Sicht auf das hat, was ihn hinter der Kurve erwartet. Passanten müssten, so heißt es, in der Kurve häufig zur Seite springen, wenn Autos oder Busse den abgesenkten Gehweg mit nutzen, weil die Kurve nicht genug Platz für den Gegenverkehr bietet. Bürgermeister Jörg Lembke sowie die Verwaltungsmitarbeiterr Thilo Scheuber und Klaus-Peter Scharnberg denken angesichts dieser Probleme über Lösungen nach.

Alle Anregungen werden notiert und sollen später auf der Homepage der Stadt zu finden sein. Ob es für alle Probleme eine Lösung geben wird, bleibt dahingestellt. Denn nicht immer ist die Stadt zuständig. Den ÖPNV regelt der Kreis, andere Aufgaben die Stadtwerke. Und ob die einstigen schönen Rosenbeete wieder angepflanzt werden, für deren Pflege niemand Zeit hatte, oder eine ältere Dame ihre Pausen-Bank auf dem Weg zum Einkaufzentrum wiederbekommt, bleibt abzuwarten.

Manfred Fischer beklagt sich darüber, dass sich der Stadtbusverkehr durch die Straße nach dem Ausbau, den die Anlieger zu 75 Prozent bezahlt hätten, fast verdreifacht hat. Fischer: „Ein Bus fährt sogar zu Nachtzeit (ab 5.08 Uhr) hier durch. Die Busse fahren fast ausschließlich leer oder fast leer durch unsere Straße.“ Er fordert, dass die Buslinie über den „alten Pahl“ geführt wird, der als innerörtliche Erschließungsstraße eingestuft sei.

Sein Wunsch wäre, Minibusse und alternative Antriebe wie Elektro einzusetzen. Da im „neuen Pahl“ häufig viel zu schnell gefahren werde, so Fischer, bittet er die Stadt darum „entsprechende Hindernisse oder Geschwindigkeitsanzeige-Tafeln anzubringen.“

Ratten am Regenrückhaltebecken, Abflussprobleme bei Starkregen – viele Bürger-Probleme werden angesprochen. Tief sitzt bei den Anliegern noch immer der Ärger darüber, dass sie damals für die Arbeiten an ihrer Wohnstraße zur Kasse gebeten wurden. Eine Wohnstraße ist es wirklich: Mal abgesehen von den beklagten zu schnellen Fahrzeugen herrscht dort kaum Verkehr. Jedenfalls nicht in der Stunde, in der die Anlieger den Verwaltungsmitarbeitern die Schwachstellen zeigen wollen. Dieter Appel geht schon frühzeitig wieder nach Hause: „Es passiert ja sowieso nichts.“

Dieser Beitrag wurde unter Presseartikel veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.