Berufliche Schule: Grünes Licht für neue Räume in Oldesloe

Lübecker Nachrichten   05.09.2018

Kreispolitiker werden wohl für den nochmaligen Anbau stimmen

Rechts neben dem Hauptgebäude soll der Anbau entstehen. Foto: mc

Von Marcus Carstens

Bad Oldesloe. Die Berufliche Schule Bad Oldesloe hatte vor den Sommerferien Kreisverwaltung und Politiker mit einem weiteren Antrag auf Erweiterung überrascht – kurz nachdem sie grünes Licht bekommen hatte für einen großen Anbau für 5,1 Millionen Euro. Hintergrund sind neue Anforderungen der Landespolitik, die sich erst im Laufe des vergangenen Schuljahres ergaben. Die Schulleitung konnte nach eigenen Angaben also gar nicht anders handeln.

Auch auf der jüngsten Sitzung des Kreisschulausschusses fiel zwar nochmal der Begriff „Schelte“ in Richtung der Schulleitung, doch die Politiker haben den Bedarf mittlerweile erkannt und werden auf ihrer nächsten Sitzung Ende September einer weiteren Investition in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro zustimmen. Auf der ersten Ausschusssitzung dieser Wahlperiode wurde dieser Tagesordnungspunkt vertagt, weil gleich mehrere Parteien noch keine Fraktionssitzung nach den Sommerferien abgehalten hatten.

Allerdings besteht ein gewisser Zeitdruck in dieser Sache, weil die ursprüngliche, im März dieses Jahres beschlossene Erweiterung bereits Anfang 2019 beginnen soll. Das Projekt wird günstiger, wenn beide Maßnahmen zusammen geplant und gebaut werden. Um eine entsprechende Ausschreibung starten zu können, machte vor allem die CDU jetzt Druck bei den anderen Parteien.

Diese signalisierten nun der Ausschussvorsitzenden Kirstin Krochmann (CDU) ihre Zustimmung, so dass der politische Beschluss in der Sitzung am 26. September wohl erfolgen wird. Dann tagen Bau- und Schulausschuss zusammen. „Der Raumbedarf wird von allen Parteien anerkannt“, sagte Krochmann jetzt nach einigen Telefonaten mit Vertretern der anderen Fraktionen. „Ob sie aber auch alle dem gesamten Maßnahmenpaket zustimmen, ist momentan noch unklar.“

Nach anfänglicher Zurückhaltung ist die CDU klar für die nochmalige Erweiterung. „Antrag und Zeitpunkt sind gut begründet“, fasste Torsten Linde zusammen. Für die Grünen kam die nochmalige Erweiterung indes gar nicht überraschend. Wiebke Garling-Witt wollte daher auch zustimmen, ihr fehlte allerdings wie auch SPD und Linken das Votum der Fraktion.

Berufsbildende Schulen sollen nach Plänen des Landes mit zusätzlichem Personal wie DaZ-Unterstützungslehrkräften, neuen Abteilungsleitungen und Schulsozialarbeitern versorgt werden. „Und diese benötigen alle ihre eigenen Räume“, erklärt Schulleiter Kai Aagardt in seinem Antrag. Er rechnet mit einem zusätzlichen Raumbedarf von rund 500 Quadratmetern. „Bautechnisch ist es kein Problem, alles zusammen zu bauen.“ Bei einer späteren Realisierung der Pläne kämen weitere Kosten unter anderem für die Anmietung von Klassenraumcontainern hinzu.

„Mir macht diese Scheibchen-Taktik auch keinen Spaß“, sagte Schulleiter Aagardt. Aber die Entwicklung sei so nicht absehbar gewesen. „Sollte die nochmalige Erweiterung erst später kommen, würde alles zusammen noch teurer werden.“ Insgesamt sei er froh und glücklich, dass die berufliche Bildung in Schleswig-Holstein aufgewertet wird.

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