Oldesloer Ida-Ehre-Schule platzt aus den Nähten

Lübecker Nachrichten   07.09.2018

Laut einer Studie sind 13 Räume zu klein, Fachräume fehlen

Von Dorothea von Dahlen

Die Oldesloer Ida-Ehre-Schule klagt über arge Raumnot und viel zu kleine Klassenzimmer. FOTO: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. An der Ida-Ehre-Schule herrscht akute Raumnot. Bereits im April 2017 und damit noch in der alten Wahlperiode hatte Leiter Andreas Bielke auf diesen Missstand im Oldesloer Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss hingewiesen. Das müsse eingehend geprüft werden, hieß es damals. Eine Machbarkeitsstudie wurde in Auftrag gegeben, die klären sollte, welche Möglichkeiten es gibt, Abhilfe zu schaffen Sie liegt inzwischen vor und wurde nun dem inzwischen neu zusammengesetzten Gremium vorgestellt.

„13 Räume sind einfach zu klein. Außerdem fehlen Gruppenräume für die Differenzierung, Musik- und Medienräume sowie Lehrerarbeitsplätze“, berichtete Architekt Sven Wobig eingangs. Nach dem für Schleswig-Holstein derzeit maßgeblichen Raumprogramm der Landeshauptstadt Kiel sei ein Mehrbedarf von 1211 Quadratmetern errechnet worden. Wobig wies darauf hin, dass sein Büro die drei Gebäudeteile der Schule genaustens inspiziert und nach Lösungen dieses Problems gesucht habe, ohne sich „sklavisch an die Raumregeln zu halten“. So wurden offenbar verschiedene Szenarien durchgespielt, wie sich eine bessere Arbeitsatmosphäre durch Zusammenlegung von zwei Klassenzimmern schaffen ließe oder durch die Umnutzung von Musik- oder anderen Fachräumen, die meist schon von vornherein großzügiger angelegt sind. Für Letztere muss Wobig zufolge dann freilich Ersatz geschaffen werden. Nach Abwägung aller dieser Varianten, die im Rahmen eines Umbaus möglich seien, fehlen nach seiner Expertise aber immer noch 778 Quadratmeter, um alle Schüler zufriedenstellend beschulen zu können. Die Gesamtkosten für eine entsprechende Erweiterung der Schule beziffert das Architekturbüro mit rund 3,2 Millionen Euro. Zur Debatte stehen drei Bauvarianten, die im Detail auf der kommenden Bau- und Planungssitzung vorgestellt und diskutiert werden sollen.

Schulleiter Andreas Bielke brachte sich gleich in Position, als Matthias Adrion (Grüne) nachfragte, ob sich die Erkenntnisse des Architekturbüros mit den Erfahrungen der Schule decke. „Das ist alles schon vor Längerem ausführlich besprochen worden. Wir wollen ja kein Wolkenkuckucksheim“, entgegnete Bielke und verwies darauf, dass es einen Klassenraum gibt ohne Fenster, der oben nur durch ein schmales Lichtband aufgehellt werde. „Und dort findet Unterricht statt. Das ist die Lage. Wir sind über Jahre hinweg Kompromisse eingegangen. Wir weichen schon auf die Flure aus, wenn wir Gruppenräume brauchen. Die Situation eskaliert auch, weil der Integrationsbedarf an der Schule stetig zunimmt. In jedem Jahrgang gibt es inzwischen eine Differenzierung und eine I-Klasse. Das eine schließt das andere aber aus“, erläuterte Bielke.

Die von Anita Klahn (FDP) eingebrachte Idee, statt neu anzubauen, doch die benachbarte Festhalle so umzubauen, dass dort die benötigten Musik-, Kunst- und Kunsträume Platz finden, fand keinen Anklang. Wobig erläuterte, die Festhalle trage zum einen „einen großen Heiligenschein“, sie zu opfern lasse sich schlecht durchsetzen, und zum anderen sei diese Lösung im Unterricht nicht praktikabel.

Nicht zuletzt schaltete sich der Vorsitzende des Finanzausschusses Andreas Lehmann (CDU) ein. „Mir bereitet es jetzt schon Sorgen, wie wir 3,2 Millionen Euro aufbringen sollen bei unserem defizitären Haushalt, ganz zu schweigen von den laufenden Betriebskosten, die sich erhöhen“, sagte er.

Auf seinen Vorschlag, doch die Zahl der Fremdschüler aus anderen Gemeinden zu reduzieren, damit das Raumangebot ausreiche, erklärte Bielke, dass es diese Option nicht gebe. Der Elternwille sei entscheidend für die Anmeldung an einer weiterführenden Schule. Kein Schüler könne nämlich abgelehnt werden.

In der Debatte zeichnete sich schon ab, dass das Thema auch noch in weiteren Gremien, die in den nächsten Wochen Tagen, behandelt werden wird. Von der bildungspolitischen Warte aus schien aber nichts gegen die Verbesserung der Raumsituation der Ida-Ehre-Schule zu sprechen. Deshalb fiel das Votum am Mittwochabend im Ausschuss einstimmig für einen Erweiterungsbau aus.

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