Ida-Ehre-Schule wird erweitert

Lübecker Nachrichten   12.09.2018

Mehrheit im Bauausschuss lehnt Abriss der Oldesloer Festhalle ab – Favorit ist Variante B

Von Dorothea von Dahlen

Ein Luftbild von den Schulgebäuden der Ida-Ehre-Schule in Bad Oldesloe, von der Hamburger Straße aus betrachtet. Die Politik favorisiert zur Zeit die Variante B für eine Erweiterung. FOTO: Wobig

Bad Oldesloe. Soll die Oldesloer Festhalle einem Erweiterungsbau für die Ida-Ehre-Schule weichen? Mit dieser Frage, aber auch anderen Varianten beschäftigten sich die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses. Allen war klar, dass die Stadt nicht daran vorbeikommt, die Platznot zu beseitigen.

Architekt Sven Wobig legte zunächst dar, welche Lösungen sein Büro herausgefiltert hatte, um die fehlenden Fach- und Unterrichtsräume auf weiteren 778 Quadratmetern unterbringen zu können. In einer Tabelle hatte er zudem Vor- und Nachteile einer jeden Variante skizziert und entsprechende Bonuspunkte verteilt. Vorschlag A legt nahe, den Parkplatz an der Festhalle für einen Neubau zu nutzen, was aber zur Folge hätte, dass Ersatz-Stellplätze an anderer Stelle geschaffen werden müssten.

Als ungünstig erweist sich nach Einschätzung des Planers auch, dass der Neubau von den Bestandsgebäuden komplett abgeschnitten wäre. Der Vorschlag von Andreas Lehmann (CDU), das neue Gebäude so zu konzipieren, dass darunter geparkt werden könne, wurde nicht weiter verfolgt. Auch Variante D, die ein weiteres Geschoss auf Gebäude 3 vorgesehen hätte, wurde gleich fallengelassen, da die Statik des Daches diese Lösung nicht zulassen würde.

Für A spreche allerdings, dass ohne Rücksicht auf andere Faktoren gebaut werden könne, legte der Planer dar. Beim Aufstocken der Mensa (Variante C) um eine weitere Etage sähe das anders aus. In diesem Fall könne zwar darauf verzichtet werden, den B-Plan zu ändern. Und da es sich um ein voll funktionstüchtiges Gebäude handele, fielen auch Erschließungskosten weg, doch die Bauarbeiten würden den Mensabetrieb für mehr als ein Jahr torpedieren. „Wir sind gerade mit dem neuen Betreiber auf einem guten Weg. Das wollen wir jetzt nicht wieder zerstören“, gab Annika Dietel (SPD) zu bedenken. Auch Vize-Schulleiter Sven Baumann hakte gleich ein. „450 Kinder gehen dort am Tag essen. Bei einer Bauzeit von eineinhalb Jahren ist kaum vorstellbar, den Betrieb stillzulegen“, sagte er.

Auch die Idee von Anita Klahn (FDP), doch zu schauen, ob nicht die Turnhalle hinter der Schule abgerissen werden könne, um an Ort und Stelle einen Ersatzbau zu errichten, mochte Baumann so nicht stehen lassen. „Ich bin selbst Sportlehrer und froh, dass wir die Halle haben. Sie ist noch in sehr gutem Zustand. Wenn wir sie einreißen, stehen wir ohne Alternative da“, erklärte Baumann.

Gegenwind kam auch beim Vorschlag auf, die Oldesloer Festhalle umzubauen oder gar ganz dem Erdboden gleichzumachen. Wie Bürgermeister Lembke erläutert, stellt dieser Veranstaltungsort mit etwa 400 Plätzen genau das Mittelmaß zwischen KuB-Saal (200 Plätze) und der großen Stormarnhalle (800 bis 1000 Plätze) dar und ist seiner Auffassung nach unverzichtbar für die Stadt.

Vielen Wortbeiträgen war die Zurückhaltung anzumerken, grünes Licht für einen Neubau auf einer stadteigenen Fläche nördlich der Schule zu geben (so die Variante B). Schließlich war das Grundstück schon seit Längerem als Option für eine Wohnbebauung in Betracht gekommen.

Nach Wobigs Darstellung sprechen indes alle Argumente für diesen Vorschlag. Wie sich im Laufe des Abends herausstellte, lässt sich das L-förmige Gebäude, das der Architekt geplant hat, auch problemlos so in die Freifläche einpassen, dass dahinter durchaus noch Platz für Wohnhäuser wäre.

Das vermochte fast alle Mitglieder des Gremiums zu überzeugen. Mit Ausnahme von Anita Klahn sprachen sich letztlich alle für die Variante B aus.

Die Oldesloer Ida-Ehre-Schule. Foto: Dorothea von Dahlen

Dieser Beitrag wurde unter Presseartikel veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.