Wolkenwehe: Wanderweg wird gesichert

Lübecker Nachrichten   18.09.2018

Der Weg in der Niederung sackt immer wieder ab – Bei Überflutungen können Spaziergänger nur mit Gummistiefeln die Grüne Brücke erreichen

Von Markus Carstens

Bad Oldesloe. Man mag es sich nach diesem Jahrhundertsommer kaum vorstellen, aber vor einem Jahr standen Felder und Wiesen häufig unter Wasser. So auch die Wolkenweher Niederung in Bad Oldesloe, die eigens als Überlauffläche angelegt wurde – inklusive reizvollem Wanderweg durch die Natur. Der wiederum konnte häufig nicht genutzt werden, weil er überflutet war.

Bei einer Begehung durch die Oldesloer Verwaltung und den Umweltausschuss mit vielen neuen Mitgliedern wurde vor Kurzem deutlich, über welch ein Naturidyll mit bemerkenswerter Flora und Fauna die Kreisstadt an dieser Stelle verfügt. Während fünf Kraniche laut kreischend vorbeiziehen und auf einer Wiese die Wasserbüffel vor sich hin dösen, stellt Dr. Kurt Soeffing vom Oldesloer Fachbereich Planen und Umwelt fest: „Für Spaziergänger sind die Überflutungen natürlich nicht schön, aber besser hier als im Heiliggeistviertel.“ Dieser Bereich der Innenstadt mit ihren beiden Flüssen Beste und Trave wäre ohne die Flächen in Wolkenwehe bei starken Niederschlägen am meisten gefährdet.

„Die Niederung ist ein etwa 30 Hektar großes Moorgebiet und Bestandteil des FFH-Gebietes Mittleres Travetal“, erklärt Soeffing den Politikern. Die Flächen wurden seit den 1950er Jahren lange über ein Schöpfwerk entwässert, wodurch der Torfboden etwa einen Meter absackte und eine Bewirtschaftung immer schwieriger wurde. Schließlich wurde die landwirtschaftliche Nutzung aufgegeben, die Flächen gingen an die Stadt beziehungsweise an das Land Schleswig-Holstein. Auch heute noch sind einige Areale im Besitz der Stiftung Naturschutz.

Das Schöpfwerk wurde aufgegeben und die Flächen wurden über einen Graben an die Trave angeschlossen. „Diese bestimmt nun den Wasserstand in der Niederung“, sagt Umweltexperte Soeffing, der sich seit vielen Jahren mit den Oldesloer Gewässern beschäftigt. Für die Wiedervernässung gab es 2011 einen Planfeststellungsbeschluss.

Damit das Moorgebiet weiter begehbar blieb, wurde der Wirtschaftsweg um etwa einen Meter erhöht. Trotzdem kommt es immer wieder zu Überflutungen, insbesondere in den Wintermonaten. „Ursache dafür ist, dass der Weg im Bereich der Trave auf etwa vier Meter Torf liegt und eine Erhöhung aufgrund der luftigen Eigenschaften von Torf begrenzt ist“, so Soeffing. Aktuell plant die Stadt, künftig zum Ausgleich von Absackungen des Weges anstelle von Boden sogenannten Blähton einzuarbeiten. Der sei deutlich leichter als Kies. Da der Oldesloer Bauhof dieses im Rahmen seiner normalen Unterhaltungsarbeiten übernehmen soll, entstehen keine weiteren Kosten.

„Im Planfeststellungsbeschluss wurde damals eine Höhe von 6,75 Metern über Normalnull festgelegt“, erinnert sich Wilfried Janson (Grüne), Vorsitzender des Umweltausschusses. Da damals die Trave immer nur einige Tage im Jahr höher gesteigen ist, war der Wanderweg die meiste Zeit ohne Einschränkungen nutzbar. „Mittlerweile braucht man schon 30 bis 40 Tage im Jahr Gummistiefel“, sagt Klaus Graeber, Vorsitzender des Nabu in Bad Oldesloe. Daher gibt es Überlegungen, parallel einen Bohlenweg zu bauen, „quasi als Bypass“, wie Soeffing es nennt.

Weitere Fotos aus der Wolkenweher Niederung gibt es in einer Bildergalerie auf ln-online.de

Dezember 2017: Der Wanderweg Richtung Grüner Brücke ist völlig überflutet, zu der Zeit ein Dauerzustand.

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