Schulerweiterung: Kein Anbau auf der Mensa

Lübecker Nachrichten   26.09.2018

Von Dorothea von Dahlen

Die Argumente zum Anbau der Oldesloer Ida-Ehre-Schule schienen ausgetauscht. Die FDP schlug dann plötzlich eine andere Variante vor.

Die Ida-Ehre-Schule in Bad Oldesloe mit angrenzendem Mensagebäude auf der rechten Seite. foto: archiv

Bad Oldesloe. Eigentlich schien alles klar. Zwei Fachgremien hatten sich bereits mit der akuten Raumnot der Ida-Ehre-Schule befasst und die von einem Planungsbüro vorgestellten Varianten für eine Erweiterung durchgespielt und bewertet. In beiden Fällen stieß ein Neubau nördlich des bestehenden Schultraktes (Variante B) auf Zustimmung. Doch im entscheidenden letzten Schritt schien alles ins Stocken zu geraten. Die Freidemokraten äußerten große Bedenken, dass sich diese Lösung in mehrfacher Hinsicht nachteilig für die Stadt auswirken könne.

„Wir sehen darin die Schwierigkeit, dass eine Fläche, die eigentlich als Standort für eine Wohnbebauung vorgesehen war, jetzt nicht mehr zur Verfügung stehen soll. Und noch größere Bauchschmerzen habe ich damit, dass das mögliche Aufstocken der Mensa nicht genutzt wird“, sagte Anita Klahn (FDP). Dies sei alles andere als ein verantwortungsvoller Umgang mit Geld. Denn die Statik des Kantinengebäudes sei seinerzeit extra so bemessen worden, dass später ein voll nutzbares Geschoss aufgesetzt werden könne. „Ich halte den Raumbedarf für nötig, aber der Standort ist für mich mit großem Fragezeichen versehen“, erklärte die Liberale und beantragte, letzteren Punkt separat abzustimmen.

Das mochten Vertreter anderer Fraktionen so nicht stehen lassen. „Ich bin etwas irritiert. Wie wir bereits vom Planungsbüro gehört haben, steht fest, dass der Platz oben auf der Mensa nicht ausreicht“, sagte etwa Hajo Krage (SPD). Unter dem Aspekt, dass das Platzproblem dann immer noch nicht gelöst sei, halte er es für wenig sinnvoll, während der Bauphase auch noch die Mensa für eineinhalb Jahre zu sperren. Seine Fraktion habe sich deshalb der fachlich begründeten Meinung der Verwaltung und auch der Schule angeschlossen.

Gegenwind erfuhr Klahn auch von den Grünen. „Wir halten das nicht für Ziel führend. Abgesehen davon, dass die Größe der Mensa nicht ausreicht, ist das freie Grundstück ein optimaler Standort, weil er in räumlicher Beziehung zum anderen Schulgebäude steht“, plädierte auch Wilfried Janson für die Variante B. Die Mensa lasse sich vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt aufstocken. Die Stadt könne froh sein, wenn sie in fünf bis zehn Jahren noch Reserven habe. Hinzu komme, dass die Schulerweiterungsbau in keiner Weise mit einer Wohnbebauung in Konflikt stehe. Laut dem Planungsbüro lasse sich der Baukörper so in das Grundstück einfügen, dass noch genug Platz für neue Häuser bestehe.

Schützenhilfe bekam Anita Klahn von Andreas Lehmann (CDU). Er machte geltend, dass eine hervorragende Innenstadtfläche mit einer Schulbebauung blockiert werde. „Dieses Entwicklungspotenzial sollten wir uns nicht nehmen lassen“, sagte er und schlug vor, das Thema erneut in die Fachausschüsse zu verweisen. Tom Winter von der Familienpartei monierte wiederum, dass ein großer Bogen um die Festhalle gemacht werde, wobei sich auch dieser Standort für eine Erweiterung eigne. „Es scheint eine heilige Kuh zu sein. Andererseits sehen wir den dringenden Bedarf bei der Schule und werden Zähne knirschend zustimmen“, sagte er.

Die FDP scheiterte letztlich mit ihrem Antrag. Die Mehrheit der Stadtverordneten folgten der Empfehlung der beiden Fachausschüsse und votierte für die Variante B.

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