Prima Klima an der Oldesloer Stadtschule

Lübecker Nachrichten   29.09.2018

Große Freude bei Schülern und Lehrern über Qualitätssiegel

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Die Oldesloer Stadtschule ist mit einem Qualitätssiegel ausgezeichnet worden und darf sich fortan Klimawald-Schule nennen. Nicht nur die Umweltbildung, auch das konsequente Verhalten im Alltag gab den Ausschlag, dass die Stadtschüler zu Botschaftern der guten Sache erklärt wurden. Dieses Ereignis feierten Schüler, Eltern und Lehrer entsprechend ausgiebig.

Hunderte Eltern und Kinder verfolgten die Zeremonie auf dem Schulhof. Schulleiterin Sabine Prinz hieß alle willkommen. Zum Warm-up sangen die Kids der „Band ohne Noten“ einige Lieder. Voll des Lobes strich Bürgermeister Jörg Lembke die Aktivitäten der Schülerschaft heraus und las aus einem Brief vor, den die Mädchen und Jungen an Oldesloer Politiker geschrieben hatten. „Ich wünsche mir, dass nicht so viel Müll herumliegt. Ich wünsche mir, dass mehr Leute auf ihr Auto verzichten. Ich wünsche mir, dass weniger Bäume gefällt werden“, zitierte das Stadtoberhaupt. Die Schüler seien selbst mit gutem Beispiel „vorangefahren“, indem sie während der Klimawoche zur Schule radelten, anstatt sich fahren zu lassen. Sie beschäftigten sich auch mit regenerativen Energien und regionalen Lebensmitteln. „Das Bewusstsein für die Umwelt kann nicht früh genug geprägt werden“, sagte Lembke. Er dankte der Stiftung Klimawald für die Unterstützung, die sie der Stadtschule in dieser Hinsicht zuteilwerden lässt.

Zu den Förderern des Projekts gehört auch die Sparkasse Holstein. „Wir mussten nicht lange überlegen, ob wir Partner werden wollen. Uns ist sehr am Erhalt natürlicher Ressourcen gelegen“, sagte der Leiter der Oldesloer Filiale, Oliver Ruddigkeit und wies auf das Naturerlebnis Grabau hin, in dem Kinder Wissenswertes über Flora und Fauna erfahren können. Als kleines Geschenk überreichte Ruddigkeit den Kindern eine Entdecker-Box für ihren Umweltunterricht.

Alf Jark zeigt die Urkunde im Beisein von Bürgermeister Jörg Lembke, Oliver Ruddigkeit und Schulleiterin Sabine Prinz (v.r.). Dorothea von Dahlen

„Viele Bewerbungen sind bei uns eingegangen. Aber schon ein kurzes Gespräch mit Schulleiterin Sabine Prinz hat uns stark beeindruckt“, berichtete Alf Jark, einer der drei ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder der Stiftung Klimawald. Nicht nur im Unterricht spiele der Umweltschutz eine große Rolle, auch ganz praktisch im Schulalltag. Bei der Ernährung werde darauf geachtet, dass die Lebensmittel nicht „durch die ganze Weltgeschichte kutschiert werden“, das Rad werde dem Auto vorgezogen, auf dem Dach gebe es eine Solaranlage und vieles mehr, zählte Jark auf.

Eine Enttäuschung musste er dem Publikum aber dennoch bereiten. Eigentlich sollte es eine Liveschaltung zum bekannten Polarforscher Arved Fuchs geben, der sich seit Mai mit seinem Kutter „Dagmar Aaen“ auf einer Expedition ins Nordpolarmeer befindet. Er erforscht dort die Belastung durch Plastikmüll und deren Auswirkung auf das Klima. Wie Jark mitteilte, liegt Fuchs seit 14 Tagen aufgrund eines Unwetters fest. Mit seiner 20-köpfigen Crew habe er sich in den Schutz eines Fjords zurückziehen müssen. Zwischen den Steilwänden gebe es keinerlei Funkkontakt. Deshalb übersende er als Pate der Aktion aber Grußworte. „Und vielleicht kommt er später noch einmal her, um euch zu gratulieren, wenn die Expedition abgeschlossen ist“, sagte Jark.

Hinter dem Schulhof wartete schon ein Rotahorn darauf, seine Wurzeln ins Erdreich bohren zu können. Daneben steckten fünf Spaten, die den Weg dorthin bahnen sollten. Unter tatkräftiger Mithilfe von Stormarns Klima-Managerin Isa Reher gelang es, den 20. Klimabaum in den Boden zu bringen. Stolz präsentierte Gustav (8) die dazugehörige Plakette. Denn er und seine Mitschüler der 2c hatten den Laubbaum auswählen dürfen.

Während im Schulgebäude gesundes Essen kredenzt und über den Umweltunterricht informiert wurde, stolzierten Schüler draußen mit Mode aus recycelten Plastiksäcken über den Laufsteg. Punkt 17 Uhr strömten alle auf den Schulhof, um biologisch abbaubare Luftballons in den Himmel aufsteigen zu lassen.

Biologisch abbaubare Luftballons schwebten am Ende des Festakts anlässlich der Vergabe des Siegels Klimawald-Schule gen Himmel.  foto: Raphaela SCHMUCK/HFR

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