Schüler schnuppern in Betriebe hinein

Lübecker Nachrichten   29.09.2018

Von M. Thormählen

120 junge Leute gingen in Bad Oldesloe auf die „Nachtschwärmer-Jobtour“

Bad Oldesloe. Das war eine gelungene Premiere: Zum ersten Mal war das Kultur- und Bildungszentrum (KuB) Start- und Zielpunkt der Nachtschwärmer-Jobtour in Bad Oldesloe. Und zum ersten Mal waren nicht nur Schüler als Teilnehmer willkommen, auch Eltern konnten sich über die beruflichen Möglichkeiten ihrer Kinder ausführlich informieren.

Seit 2010 wird stets im Herbst die Nachtschwärmer-Jobtour in der Kreisstadt gestartet. Dieses Mal hatten 15 Unternehmen und öffentliche Verwaltungen ihre Büros und Werkstätten weit geöffnet, um Jugendlichen einen ersten Einblick von der Arbeitswelt zu vermitteln. Außerdem lieferte die Kreishandwerkerschaft wertvolle Tipps zu Ausbildungschancen. Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke dankte den Vertretern aus Betrieben und Institutionen für die Unterstützung bei der jüngsten Aktion. Zu hoffen sei, dass auch diese Veranstaltung auf ein möglichst großes Interesse bei den Jugendlichen stoße. „Wir brauchen dringend Berufsnachwuchs“, stellte der Bürgermeister fest. Es werde immer schwieriger, qualifizierte Mitarbeiter zu finden.

120 Schüler aus Bad Oldesloe, Reinfeld und Bargteheide waren dieses Mal dabei. „Wir sind mit der Resonanz zufrieden“, zog Larissa Bebensee, Personalchefin in der Kreisverwaltung, für das Organisationsteam eine Bilanz. Es seien durchaus mehr Schüler eingeladen worden, doch mit der aktuellen Teilnehmerzahl sei der Zuspruch in etwa so groß wie in den vergangenen Jahren. Erstmals wurden auch Eltern über die beruflichen Chancen ihrer Kinder informiert – dazu wurden Vorträge im Saal des KuB gehalten. Im Foyer des Gebäudes am Beer-Yaacov-Weg herrschte teilweise dichtes Gedränge an den Infoständen. „Es sind etwa 20 Eltern gekommen“, so Larissa Bebensee. Auch damit könnten die Coaches zufrieden sein: „Das ist eine gute Zahl.“ Positiv angekommen sei bei den Organisatoren das KuB als Veranstaltungsort – sicher sei, dass die Aktion auch 2019 wieder hier gestartet und beendet werden könnte. „Da gibt es ein eindeutiges Votum“, sagte Larissa Bebensee.

Jan von der Dellen war mit seinem Sohn Aaron gekommen. Der 14-Jährige besucht zurzeit die neunte Klasse der Schule am Masurenweg. „Wir wollen uns zunächst gründlich informieren“, sagten beide. „Ich kann mir vorstellen, dass Aaron später beruflich etwas im Bereich Technik oder Informatik macht“, so Jan von der Dellen. Damit wurde eine Erwartung der Organisatoren erfüllt. Sie wollten die Eltern mit einbeziehen, weil sie ihre Kinder am besten kennen und deren berufliche Chancen realistisch einschätzen könnten.

An einer Grundidee der Nachtschwärmer-Jobtour wurde allerdings nicht gerüttelt. Mutter und Vater konnten bei den Besuchen in Betrieben und Verwaltungen nicht mit dabei sein. Jeweils zwei Termine standen für die jungen Leute an. Sie wurden teilweise mit Bussen zu den Unternehmen gefahren, falls ein Fußmarsch zu lange gedauert hätte. Und vor Ort wurden die Schüler nicht nur von den Personalchefs informiert – meistens lieferten Azubis, die nur wenig älter sind als die Besucher, wertvolle Tipps.

Das hörte sich auch Luc Sellmer (17) an, der den zwölften Jahrgang der Theodor-Mommsen-Schule besucht und im kommenden Jahr sein Abitur machen will: „Vielleicht mache ich zunächst Work und Travel, mal sehen.“ Alexander Lomakin (17) besucht die neunte Klasse der Theodor-Storm-Schule (TSS) und hat schon konkrete Vorstellungen: „Ich könnte eine Ausbildung im Handwerk machen, eventuell als Mechatroniker.“ TSS-Schülerin Esraa Hca-Ale (17) aus Bad Oldesloe macht 2020 ihre Mittlere Reife: „Vielleicht mache ich eine Ausbildung in einer Apotheke. Ich will mich zunächst informieren.“

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