Wohngebiet Claudiussee erweckt großes Interesse

Lübecker Nachrichten   06.10.2018

Viele junge Familien besichtigten die Grundstücke in Bad Oldesloe

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Wo soll das Schlafzimmer hin, wo die Küche und wohin geht eigentlich der Blick aus dem neuen Wohnzimmer? Fragen wie diese wurden bereits im neuen Wohngebiet Am Claudiussee heiß diskutiert. Viele Häuslebauer in spe und noch nicht ganz entschiedene Interessenten nahmen die Baustelle schon einmal gründlich in Augenschein, darunter auch viele junge Familien.

„Wir freuen uns riesig, dass es hier bald losgeht und wir nächstes Jahr einziehen können“, sagte etwa Nina Prochnow (35), die mit Ehemann Michael und ihren beiden Kindern (2 Jahre und zweieinhalb Wochen) herziehen wird. Die Familie wohnt bereits in einem angemieteten Haus in Bad Oldesloe, wollte aber gern die eigenen vier Wände von Grund auf selbst gestalten. Konkret sei die Idee, ein Grundstück Am Claudiussee zu erwerben, erst im Dezember vergangenen Jahres geworden. „Das Gute ist, dass hier auch eine Kita entstehen soll“, sagt die junge Mutter.

Investor Wolfgang Stumpf begrüßte die Gäste zum Infonachmittag über das neue Wohngebiet Am Claudiussee in Bad Oldesloe. Dorothea von Dahlen

Im Namen seiner Familie hatte Wolfgang Stumpf Interessenten, Käufer, aber auch die Nachbarschaft auf das Gelände eingeladen. Bei Letzteren bedankte er sich für die Geduld, die sie gegenüber dem Projekt walten ließen. Denn der Lärm und Staub von der Baustelle habe logischerweise nicht an der Grundstücksgrenze halt gemacht und sei für viele Anwohner auch aufgrund des trockenen Wetters eine besondere Belastung gewesen. Stumpf rekapitulierte auch den stockenden Fortgang des Projekts. Bereits 1994 sei die Grundstücksgesellschaft gegründet worden mit dem Ziel, das von der Mutter geerbte Grundstück zu vermarkten. Doch damals hätten Bauvorhaben wie dieses keine Priorität genossen. Erst in jüngster Zeit habe es wieder an Fahrt aufgenommen und im B-Plan 107 Gestalt angenommen. Da bekannt gewesen sei, dass am Standort aus alten Farbenfabrik Folkens, die sein Großvater gegründet hatte, belastete Stoffe in den See gelangt seien, habe die Familie letztlich auch das Nachbargrundstück erworben, um das Gebiet sanieren zu können. „Wir wollten diese Altlasten nicht an nachfolgende Generationen weitergeben“, sagte Stumpf und fügte hinzu, dass seine Mutter genau an diesem Tag ihren 103. Geburtstag gefeiert hätte. „Ich denke, sie schaut uns von oben zu.“

Investor Wolfgang Stumpf und Bürgermeister Jörg Lembke am Rand des neuen Wohngebiets am Claudiussee in Bad Oldesloe Dorothea von Dahlen

Bürgermeister Jörg Lembke zollte dem Investor seine Hochachtung. „Ein solches Durchhaltevermögen ist beachtenswert. Ihnen gebührt auch unser Dank. Denn die Stadt braucht dringend neuen Wohnraum“, sagte er. Das Land habe ja leider in letzter Sekunde noch „Knüppel zwischen die Beine geworfen“ mit neuen Auflagen beim B-Plan. Insofern sei es erfreulich, dass Familie Stumpf den Schwierigkeiten getrotzt habe. Lembke: „Ihre Mutter wird lächelnd auf uns herabschauen.“

Die Höhen und Tiefen des Projekts hatte auch Planer Dr. Uwe Schinzel von der Hamburger Geoconsult durchgemacht. Seinem Büro oblag es, die Sanierung zu organisieren und zu begleiten. 2011 seien Fachfirmen mit dem Beproben des Bodens beauftragt worden, der durch Sedimente aus der Trockenfarbenproduktion kontaminiert worden war. Zusätzlich habe es noch Einlagerungen mineralischen Mülls wie Asche oder Schlacke gegeben. Da es sich um schwer lösliche Stoffe gehandelt habe, sei das Grundwasser aber zu keinem Zeitpunkt verunreinigt worden. Als Ergebnis der Untersuchungen sei ein Bodenaustausch geplant worden. Das Konzept dafür habe 2014 vorgelegen, mit dessen Umsetzung zwei Jahre später begonnen werden konnte. 40 000 Tonnen Erdmaterial seien zu diesem Zweck ausgekoffert und zur besonderen Behandlung entsorgt worden. Dies entspreche 1600 Lkw-Ladungen. Auf dem Gelände seien letzten Analysen zufolge keine relevanten Belastungen mehr aufzuspüren.

Wie Jörg Müller von der Ingenieurgesellschaft GSP mitteilte, ist auch schon die Erschließung des Geländes fortgeschritten. Sämtliche Medien liegen bereits im Boden. Auch die Vorarbeiten für die neuen Straßen im Gebiet sind schon weit gediehen. „Ende Oktober kann mit den Asphaltarbeiten begonnen werden“, sagte Müller. Zur Bahnanlage hin entstehe zudem noch ein Lärmschutzwall, dessen Höhe 3,50 Meter über dem Schienenniveau liege.

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