Oldesloe verbessert Image als Wirtschaftsstandort

Lübecker Nachrichten   24.10.2018

Rund 100 Teilnehmer diskutierten bei einem Forum über Zukunftschancen

Diskutierten aktuelle Themen: (v. l.) Nils Thoralf Jarck, Frank Schmüser, Jörg Lembke und Agnes Heesch. FOTO:. Thormählen

Bad Oldesloe. Eine außerordentlich erfreuliche Situation, und der Blick in die Zukunft eröffnet weiterhin gute Chancen: Das war der Grundtenor während des ersten Wirtschaftsforums in Bad Oldesloe. Bürgermeister Jörg Lembke und die kommunale Wirtschaftsförderung wollten mit Vertretern von Unternehmen, Politik und Verwaltung die Herausforderungen für Standort diskutieren.

Der Bürgermeister begrüßte rund 100 Teilnehmer im Kultur- und Bildungszentrum und machte klar, dass das Motto des Abends „Die Zukunft hat begonnen“ kein leeres Versprechen sein sollte. Die Stadt unternehme erhebliche Anstrengungen, um die Infrastruktur zu verbessern. Jörg Lembke nannte in diesem Zusammenhang die Breitbandversorgung, die Verkehrsinfrastruktur und die Sanierung der Innenstadt: „Arbeitsplätze anzubieten, ist eine unserer wichtigsten Aufgaben.“

Der Verwaltungschef ging auf die aktuelle Situation beim Fachkräftemangel mit dem Hinweis ein, dass sich mittlerweile „Arbeitnehmer ihren Arbeitgeber aussuchen“. Deshalb sei es wichtig, auch in Bad Oldesloe ein attraktives Umfeld zu schaffen – durch den Ausbau von Kindertagesstätten und Schulen. „Das sind wichtige Standortfaktoren für Familien“, betonte der Bürgermeister. Geplant sei, neuen Wohnraum für 2000 bis 3000 Menschen zu schaffen. Es gebe mehr Einpendler als Auspendler.

„Wir haben es in den vergangenen Jahren gut gemacht“, zog der Geschäftsführer der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS), Detlev Hinselmann, sein Fazit. Die aktuelle Situation in der Region mit einer hohen Kaufkraft und einer geringen Arbeitslosigkeit werde auch dank der guten Lage gefördert. Die Chancen seien genutzt worden.

Und Detlev Hinselmann warf einen optimistischen Blick in die Zukunft – konkret auch auf die noch vorhandenen Gewerbeflächen innerhalb der Stadtgrenzen. Die Flächen im Bereich Sandkamp seien spätestens in zwei Jahren verkauft. Für ein Gebiet am Rögen sei die Ausweisung von neuen Gewerbegrundstücken grundsätzlich gefallen, es fehlten allerdings noch die Beschlüsse der Gremien im Rahmen der Bauleitplanung: „Hier gibt es mittel- bis langfristig neuen Flächen.“ Der WAS-Geschäftsführer hob die Situation im Südosten der Stadt nahe der Autobahn 1 und der Bundesstraße 208 hervor. Für ein 30 Hektar großes Areal habe in den vergangenen Jahren kaum Nachfrage gegeben, doch jetzt gebe es für den Bereich einen privaten Entwickler, der in Kürze neue Gewerbeflächen anbieten werde.

Detlev Hinselmann betonte, dass vergleichbare Areale in Stormarn knapp werden könnten: „Es gibt schon Städte, die haben kaum noch freie Gewerbeflächen. Als vorausschauend lobte er die in Bad Oldesloe getroffene Entscheidung, ein altes Industriegleis zu reaktivieren.

Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck, Nils Thoralf Jarck, wies auf die Rahmenbedingungen für Bad Oldesloe hin. Wichtige Faktoren hätten sich im Laufe der vergangenen zehn Jahre deutlich verbessert: „Und Stormarn ist der wirtschaftlich stärkste Kreis in Norddeutschland.“ Diese Situation könne sich sogar noch verbessern. Nils Thoralf Jarck nannte den geplanten Bau der festen Fehmarnbelt-Querung: Damit sei der Kreis noch besser in der Mitte der beiden Metropolregionen Kopenhagen mit vier Millionen Einwohnern und Hamburg mit fünf Millionen Einwohnern zu erreichen.

Probleme hat die IHK allerdings ausgemacht, weil viele Firmenchefs mittlerweile im Rentenalter seien, und diese Entwicklung werde sich in den kommenden Jahren noch verschärfen. Oft kämen Nachfolger nicht mehr aus der eigenen Familie, stattdessen müssten externe Firmenchefs gefunden werden. „Bei der Suche kann die IHK behilflich sein“, versprach Nils Thoralf Jarck.

„Wir sollten unsere Kräfte bündeln und auch den Mut haben, neue Wege zu gehen“, forderte der Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung Bad Oldesloe, Frank Schmüser. Die wirtschaftliche Entwicklung sei weitergegangen: „Bad Oldesloe braucht ein Image.“ Frank Schmüser forderte, die Politik müsse dafür den Rahmen zu schaffen.

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