Endlich Klimmzüge am Oldesloer Exer

Lübecker Nachrichten   27.10.2018

Neue Streetworkout-Anlage wird schon sehr gut angenommen

Von Dorothea von Dahlen

Sogar Studenten aus Hamburg probierten das neue Streetworkout in Bad Oldesloe aus.   FOTO: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Nach starken Geburtswehen ist die Streetworkout- und Parkours-Anlage am Oldesloer Exer ihrer Bestimmung übergeben worden. Unter Sportlern ist die Freude groß, jetzt endlich im Freien trainieren zu können. Sogar Hamburger Studenten ließen es sich gestern nicht nehmen, kurz ihre Körperkraft an den maisgelben Stangen zu stählen.

Wie groß die Vielfalt von Übungen ist, die an den Gerüsten vollführt werden können, erläuterte Andreas Vetter, mobiler Sporttrainer in Bad Oldesloe. „Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt“, sagte er und zeigte Stützübungen am Barren sowie verschiedene Klimmzüge. Ebenfalls unter Beifall vollführte Nico Pohlmann den Muscle-Up eine schon etwas anspruchsvollere Variante mit durchgestreckten Armen. Der 18-jährige Schüler demonstrierte auch einige Tricks am Parkour, so auch das „Katze“ genannte Überspringen eines Betonhindernisses.

Sichtlich angetan verfolgte Bürgermeister Jörg Lembke diese sportliche Leistung. „Wenn das Telefon abends klingelt, kommt man so schneller über den Couchtisch“, scherzte er. Er zeigte sich zufrieden, dass die vor einiger Zeit fertiggestellte Anlage, schon so toll angenommen wird. „Einige unterbrechen extra ihre Jogging-Strecke, um an den Geräten zu üben“, sagte er. Ein großes Dankeschön richtete das Stadtoberhaupt überdies an Silke Beck, Geschäftsführerin der Aktiv-Region Holsteins Herz. Die Organisation hat sich sehr dafür eingesetzt, dass die Stadt Bad Oldesloe eine Förderung im Wert von 100 000 Euro bekommen hat. Mithilfe dieser Zuwendung konnte nicht nur der Streetworkout-Platz hergerichtet, sondern auch die Skateranlage am Exer erweitert werden. „Ohne dieses Geld wäre es sehr schwer gewesen, das Projekt zu verwirklichen“, sagte Lembke.

In der Tat hatte es Jahre gedauert, bis die Sportanlage gebaut werden konnte. Der Fortgang des Projekts war schleppend, wurde immer aufs Neue torpediert. Die Hiobsbotschaften hielten die Schüler, die das Projekt angeregt hatten, in Atem. Zwar hatten die Mitglieder des Oldesloer Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss im Juni 2015 schon einstimmig für das sportliche Gesamtpaket von Skateland-Erweiterung und Streetworkout-Anlage gestimmt, doch Monate später zogen die ersten Wolken auf.

Die Ausschreibung für den Skaterpark zeigte 2016 nur mäßigen Erfolg. Während die Verwaltung vorschlug, daraufhin beide Projekte auf Eis zu legen, hatte sich die SPD-Fraktion dafür ausgesprochen, den Übungsplatz unter freiem Himmel sogar vorzuziehen, weil er sich schneller realisieren lasse. Dann stellte sich heraus, dass die Kosten doch höher lagen als gedacht, was Anfang 2017 dazu führte, dass ein Förderantrag bei Holsteins Herz eingereicht und zum Glück positiv beschieden wurde. Im November dann ein erneuter Schock, da kostentechnisch noch einmal nachgelegt werden musste. So wurde das Projekt auf dieses Jahr verschoben.

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