Fahrgäste zweiter Klasse?

Lübecker Nachrichten   07.11.2018

Ausschuss plädiert für einheitliche AST-Preise

Die Stadtlinie soll auf Wunsch des Ausschusses zwischen Bahnhof und Stadt im halbstündigen Rhythmus verkehren. FOTO: Dvd

Bad Oldesloe. Auf einen gemeinsamen Forderungskatalog, den Busverkehr in der Stadt Bad Oldesloe betreffend, haben sich die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses verständigt. Allen Fraktionen ist es demnach sehr wichtig, die Preisunterschiede beim Anrufsammeltaxi (AST) abzuschaffen.

Bis dato zahlen Oldesloer aus den Ortsteilen einen höheren Tarif als Einwohner der Innenstadt. Das stempele Fahrgäste aus der Peripherie als Bürger zweiter Klasse ab, hieß es. Als Beispiele für die Absurdität des Preisunterschieds wurde aufgeführt, dass die Fahrten von der Hagenstraße nach Altfresenburg mit zwei Kilometern und Poggensee drei Kilometern deutlich kürzer seien als die Sammeltaxitour von dort nach Famila oder zum Rögen, die jeweils vier Kilometer aufs Taxameter bringen.

Für Kritik hatte bei vorangegangenen Debatten auch immer wieder dafür gesorgt, dass die Schulbuslinien, die die Ortsteile ansteuern, stets auf der Hin- oder der Rücktour leer unterwegs sind, anstatt Fahrgäste in die Stadt mitzunehmen oder wieder von dort zurückzubringen. Allein für die Stadtteillinie 8146 sollen die bemannten Touren einen Mehraufwand von 50 000 Euro ausmachen, wie es die Verwaltung in der Beschlussvorlage angab. Dieser Betrag erschien den Ausschussmitgliedern jedoch als viel zu hoch gegriffen. Sie beharrten darauf, den Punkt in der Liste beizubehalten.

Bestandteil des Pakets ist auch eine Erhöhung der Taktung der Buslinien 8101, 8102 und 8103. Sie sollen auf Wunsch des Ausschusses nicht nur stündlich, sondern halbstündlich vom Bahnhof in die Stadt fahren und umgekehrt. Das Thema beschäftigte auch den Verkehrsausschuss des Kreises gestern (bei Redaktionsschluss nicht beendet).

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