Oldesloer City: Parfümerie verduftet, Tchibo bleibt

Lübecker Nachrichten   07.11.2018

Eis-Champion Elvis Bogicevic übernimmt das „San Remo“

Von Dorothea von Dahlen

Der Tchibo-Laden in Bad Oldesloe, der angeblich schließen soll, was vom Unternehmen dementiert wird. Fotos: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Stabilität sieht anders aus. Die Geschäftswelt in der Oldesloer Innenstadt ist offensichtlich in ständigem Umbruch. Läden schließen, mit Glück ziehen früher oder später Nachfolger ein, zuweilen entstehen aber auch neue Shops dort, wo man es vorher nicht für möglich gehalten hatte.

Lediglich einige Branchen scheinen einen krisenfesten Stand zu haben. So existieren schon seit einigen Jahren allein an der Oldesloer Hude drei Handy-Shops fast nebeneinander sowie ein vierter Anbieter in der Mühlenstraße. Auch schicke Haarschnitte scheinen den Besuchern der Innenstadt ein inneres Bedürfnis zu sein. Immerhin gibt es allein im unmittelbaren Zentrum zwölf Friseure.

In anderen Geschäftsfeldern ist mehr Bewegung. Sehr zum Bedauern vieler Oldesloer schließt in absehbarer Zeit die Filiale der Parfümeriekette Douglas. Nach Auskunft der Pressestelle in Düsseldorf dreht sich der Schlüssel ein letztes Mal Ende Dezember im Schloss. „Leider ist im Januar 2019 Schluss. Das hat wirtschaftliche Gründe. Die Filiale ist nicht mehr haltbar“, erklärt Unternehmenssprecherin Dr. Julia Sosnizka. Gähnende Leere herrscht derzeit auch in den Filialen der Bäckerei Schmidt. Weshalb sie geschlossen sind, ließ sich noch nicht in Erfahrung bringen. Der Inhaber war bis dato nicht erreichbar.

Hartnäckig hält sich im Oldesloer Buschfunk das Gerücht, dass dasselbe Schicksal auch den Eckladen Mühlenstraße/Heiligengeiststraße ereilen wird. Bei genauerer Recherche stellte sich heraus, dass das Objekt in der Tat schon mehrmals auf einschlägigen Immobilienplattformen angeboten wurde, mit dem Vermerk: „Verfügbar nach Absprache“. Mit Erstaunen wurden diese Vermittlungsversuche aber jetzt in der Tchibo-Zentrale in Hamburg zur Kenntnis genommen. „Sehr verwunderlich. Wir haben nicht vor, die Stadt zu verlassen. Wir fühlen uns hier sehr wohl und wollen auf jeden Fall bleiben. Uns ist ganz wichtig, dass die Oldesloer das wissen“, sagte Unternehmenssprecher Andreas Engelmann.

Dagegen steht tatsächlich eine Veränderung beim Eis-Café „San Remo“ in der Mühlenstraße an. Leckermäuler müssen sich aber durchaus keine Sorgen machen. Der bisherige Betreiber Elio Giacomin hat sich zwar zurückgezogen, doch ein bewährter Anbieter aus der Region tritt in seine Fußstapfen. Der Nachfolger ist niemand geringes als der Preisträger des Titels „Leckerstes Eis Europas 2017“. Elvis Bogicevic, der mit seiner Familie auch das La Piazza in Bargteheide führt, freut sich schon, seine Gäste in der Mühlenstraße mit raffinierten Sorten zu verwöhnen. „Ich kenne Bad Oldesloe sehr gut und finde es toll. Bekannte von mir sagen immer, es ist eine Märchenstadt mit den kleinen Häusern – ganz einmalig“, schwärmt der Gelatiere.

Zum „San Remo“ hat er übrigens eine ganz besondere Beziehung. Seine Mutter Nada arbeitete dort vor 15 Jahren und er selbst ging dort in die Lehre. Dass er das Handwerk der Speiseeiszubereitung so gut beherrscht, hat er also dem Vorbesitzer Elio Giacomin zu verdanken.

Im Januar will Familie Bogicevic das „San Remo“ umgestalten. Aus der reinen Eisdiele, die bislang über Winter stets geschlossen hatte, soll ein Ganzjahres-Café werden, in dem es auch Kuchen, Crêpes und Frühstück gibt. Die Neueröffnung soll Anfang 2019 steigen, ein genauer Termin steht noch nicht fest.

Europas leckerstes Eis kommt aus Bargteheide. Jetzt übernimmt der Inhaber des dortigen „La Piazza“, Elvis Bogicevic, das Eiscafé „San Remo“ in Bad Oldesloe. *foto: FOFANA

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