Oldesloer Hagenstraße soll saniert werden

Lübecker Nachrichten   05.12.2018

Planer schlagen einen Ausbau in sechs Etappen vor

Die Hagenstraße in Bad Oldesloe wird stark frequentiert, von Autos, Bussen, Radfahrern und Fußgängern. foto: von Dahlen

Bad Oldesloe.  Kopfsteinpflaster, Steinplatten, mit Flicken durchsetzte Asphaltstreifen – die Oldesloer Hagenstraße ist alles andere als ein Schmuckstück. Nun soll die von Fußgängern, Radlern, Bussen und Autos zu Stoßzeiten stark frequentierte Verkehrsfläche von Grund auf erneuert werden. Bis jetzt liegt nur ein Vorentwurf vor, doch auch dieser lässt schon erahnen, welch ein Kraftakt mit der Sanierung verbunden ist.

Ingenieur Boris lass von der Merkel Ingenieur Konsult aus Hamburg stellt die Planung für die Sanierung der Hagenstraße in Bad Oldesloe vor. Dorothea von Dahlem

Boris Lass, Leiter der Hamburger Niederlassung von Merkel Ingenieur Consult, stellte das Konzept jetzt im Bau- und Planungsausschuss vor. Wie er anmerkte, ist es mit dem reinen Straßenbau nicht getan. Sämtliche unterirdischen Versorgungsleitungen für Trinkwasser, Strom und Entwässerung in der Hagenstraße sind offenbar marode und müssen erneuert werden.

Damit die Innenstadt auch während der Baumaßnahme erreichbar bleibt, schlägt Lass eine Sanierung in sechs Etappen vor. Das sei zwar anspruchsvoll, verhindere aber, dass die Straße über einen längeren Zeitraum komplett geöffnet werden müsse. Seinem Plan zufolge sollen sich die Bautrupps am östlichen Ende beginnend Zug um Zug in Richtung Sparkasse vorarbeiten. Die Zufahrt soll so aus beiden Richtungen jeweils bis zur Baustelle zweispurig möglich sein. Wendemöglichkeiten böte der Petersparkplatz. Jedes Teilstück werde vorerst nur mit einer Tragschicht versehen und erhalte erst zum Abschluss unter Vollsperrung die eigentliche Decke.

Um die Lage etwas zu entzerren, schlägt der Planer vor, den Busverkehr über die gesamte Bauphase hinweg auszusperren und die Bushaltestellen in die Lübecker Straße zu verlegen. Drei Jahre wird es nach Lass’ Schätzungen dauern, bis die Hagenstraße nach dieser Vorgehensweise fertiggestellt ist. „Das ist zwar eine lange Bauzeit, beeinträchtigt die Geschäftsleute aber geringer als eine durchgehende Baustelle“, erklärte er.

Was die spätere Gestaltung der Hagenstraße anbelangt, so müssen die Verkehrsflächen nach Ansicht der Planer neu gegliedert werden. Weder seien die Gehwege breit genug, noch hätten Radfahrer ausreichend Platz, um die Einbahnstraße auch in der Gegenrichtung ohne Risiko befahren zu können, sagte Lass.

Er sprach sich dafür aus, die Gehsteige über die gesamte Länge der Straße bis auf zwei Meter auszubauen, so dass eine fünf Meter breite Fahrbahn entstehe. Veränderungen schlug er auch für den Bereich zwischen Marktplatz und KuB vor. Die Hagenstraße auf diesem Streifen wieder mit unterschiedlichen Steinen zu pflastern, wie es der alten Planung entspreche, sei wenig sinnvoll. „Sie wird durch die hohe Busfrequenz stark beansprucht“, argumentierte Lass. In solchen Fällen stelle jede Naht eine Sollbruchstelle dar und führe dazu, dass sich die Fahrbahn wieder partiell absenke und erneut Unebenheiten entstünden. Besser sei es deshalb, die Straße durchgehend zu asphaltieren.

Dass unter diesen Umständen sechs Parkplätze in der Hagenstraße und elf auf dem Petersparkplatz entfallen sowie einige Pappeln gefällt werden müssten, sorgte für Diskussion im Ausschuss. Das geringere Angebot an Stellflächen wirke sich negativ auf die Erreichbarkeit der Geschäfte aus, argumentierte der Ausschussvorsitzende Matthias Rohde (FBO). Dem widersprach Jens Wieck (CDU). Die Versorgung sei ausreichend. Das Parkhaus in der Königstraße böte genügend Platz, stehe aber oft genug leer. „Wir legen auch keinen Riesenwert auf die Parkplätze. Dazu sind die Flächen zu wertvoll, um Blech darauf zu stellen“, schloss sich Hans-Hermann Roden (SPD) an.

Erörtert wurde auch, ob auf der Hagenstraße künftig ein verkehrsberuhigter Bereich entstehen soll oder nicht. Annika Dietel (SPD) schlug gar vor, zwischen KuB und Markt einen Zebrastreifen anzulegen, um den Fußgängern Priorität einzuräumen. Doch davon riet Lass ab. „Einen Shared Space würden wir auch nicht empfehlen. Für den Betriebsablauf der Busse wäre das sehr ungünstig, da sie bei jedem Fußgänger anhalten müssten. Es ist ein Spagat. Man kann es nicht allen recht machen“, sagte der Planer. Auf den Einwand, dass die gegenseitige Abstimmung zwischen Kraftverkehr und Fußgängern bisher auch gut geklappt habe, wandte Bürgermeister Lembke ein, dass der derzeitige Zustand genau genommen einen Rechtsbruch darstelle. Eine verkehrsberuhigte Zone sei nur legal, wenn der Busverkehr ausgesperrt sei.

Dem Busbahnhof (Zob) schenkt die Planung ein besonderes Augenmerk. Dort könnte eine großflächig überdachte Wartezone anstelle kleiner Wartehäuschen entstehen. Wie Lass anmerkte, müssen die Haltestellen mit bewehrtem Beton verstärkt werden. Dies sei nötig, da die Busse dort längere Zeit mit laufendem Motor stünden und sich der Untergrund insbesondere im Sommer stark aufheize. In diesem Bereich seien deshalb schon breite Spurrillen entstanden. Das gelte es künftig zu vermeiden.

Auf Matthias Rohdes Anregung soll die Vorplanung noch einmal in den Fraktionen diskutiert werden, bevor final darüber abgestimmt wird. „Es steckt ja doch eine Menge Sprengstoff in diesem Thema, zum Beispiel der Wegfall der Bäume“, gab er zu bedenken.

Die Hagenstraße in Bad Oldesloe soll saniert werden. Hier im Bild der zentrale Omnibusbahnhof.

Dieser Beitrag wurde unter Presseartikel veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.