Oldesloer Feuerwehr fühlt sich im Stich gelassen

Stormarner Tageblatt   30.01.2019

Starke Kritik auf Jahresversammlungen der Ortswehren / Politik hofft auf schnell Aufarbeitung

Heimat  ehrenamtlicher Brandbekämpfer und Lebensretter: Die Zentrale der Oldesloer Feuerwehr in der Lübecker Straße.nie
Heimat ehrenamtlicher Brandbekämpfer und Lebensretter: Die Zentrale der Oldesloer Feuerwehr in der Lübecker Straße.nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Mit deutlichen Worten hat Bürgerworthalterin Hildegard Pontow die Stadtverordnetenversammlung der Kreisstadt am Montagabend darüber informiert, dass ihre Besuche bei den Jahresversammlungen der Ortswehren nicht nur positive Nachrichten mit sich brachten.

„Es gab deutliche Kritik an der Verwaltung. Sicherheitsrelevante Themen sind liegen geblieben und nicht abgearbeitet worden“, so Pontow. Die Zentrale in der Lübecker Straße sei zum Teil in einem „desolaten Zustand“. Wegen der mangelhaften Versorgung mit einem Notstromgenerator bestehe die Gefahr, dass bei einem Stromausfall die Wehr nicht mehr voll handlungs- und einsatzfähig sei. In den Ortsteilen seien Löschteiche im schlechten Zustand und die Jugendwehr warte schon länger auf Sicherheitskleidung.

„Ich bin ehrlich gesagt erstaunt, dass ich manche Probleme aus der Presse oder eben durch die Bürgerworthalterin erfahre. Das muss früher auf den Tisch. Ich kann die Feuerwehren nur ermutigen, direkt in die Ausschüsse und in die Fraktionen zu kommen und bei uns Probleme anzusprechen, damit es gar nicht erst soweit kommt. Die Verwaltung sollte diese Dinge schnell aufarbeiten“, so Hartmut Jokisch, Ortsverbandsvorsitzender der Grünen.

Ähnlich sieht es Hendrik Holtz von „Die Linke“. „Ich bin sehr bestürzt muss ich sagen“, so Holtz. „Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie frustrierend es sein muss, wenn Reparaturen nicht ausgeführt oder Zusagen nicht eingehalten werden. Es ist insgesamt ein skandalöser Zustand. Da muss man ran und das erwarten wir auch. Wenn das jetzt nicht alles abgearbeitet wird, knallt das mal richtig und dann wird die Politik das mit Verwaltung ausfechten“, so Holtz weiter. „Feuerwehrleute führen ein besonderes Ehrenamt aus. Das ist ja noch was anderes, als sich sonst einzubringen oder mal als Lokalpolitiker in die Ausschüsse zu schleichen. Sie riskieren ihr Leben und da kann es erst recht nicht sein, dass Aufwandsentschädigungen nicht sofort bezahlt werden und ähnliches. So verprellt man Ehrenamtler“, legt der Linkenpolitiker nach. Natürlich habe seine Fraktion Verständnis für die Personalnot in der Stadtverwaltung. Aber die lasse sich auch nur beheben, wenn man die Arbeitsplätze sozialer und attraktiver mache. Mit mehr motiviertem Personal würden auch nicht so viele Dinge liegen bleiben. „Wenn es wieder solche Probleme gibt, sollen die Feuerwehren direkt an uns herantreten, aber ich kann mir schon vorstellen, wie sie zunächst von der Verwaltung vertröstet wurden“, so Holtz.

Etwas moderater sieht es Horst Möller (CDU). „Es ist suboptimal gelaufen im vergangenen Jahr. Dass Aufwandsentschädigungen nicht gezahlt werden an Ehrenamtler, das geht nicht. Die Verwaltung hat aber zugesagt, dass es bereits Gespräche gibt und da sind wir dann mal optimistisch, dass die Probleme gelöst werden“, so der Christdemokrat. „Die Mängel müssen natürlich behoben werden. Wir beschäftigen uns selbstverständlich mit dem Thema. Hans-Jörg Steglich wird eine Liste erstellen, mit den Mängeln der einzelnen Ortswehren und die werden wir dann auch in die Ausschüsse bringen“, so Annelie Strehl, Vorsitzende der FBO.

Die in der Kritik stehende Verwaltung sah sich gestern nicht in der Lage, auf Nachfragen zu den Problemen Stellung zu beziehen. Das solle aber in den nächsten Tagen nachgeholt werden.

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