Buntes Programm zum 20. Jubiläumsjahr

Lübecker Nachrichten   03.02.2019

Frauenkulturtage in Bad Oldesloe: Einzigartig in Schleswig-Holstein – Auch für Männer

Lesungen, Kabarett, Mitmachkurse und Musik: Anke Kleesig, Karin Linnemann, Uwe Möllnitz, Inken Kautter und Marion Gurlit (v. l.) stellten das abwechslungsreiche Programm der diesjährigen Frauenkulturtage vor. fotos: Sandra Freundt

Bad Oldesloe. Als die Gleichstellungsbeauftragte Marion Gurlit und Kulturreferentin Dr. Sylvina Zander einst die Frauenkulturtage in Bad Oldesloe ins Leben riefen, wollten sie künstlerische Darbietungen zeigen, die ausschließlich von Frauen gestaltet werden. Mit einer Krimilesung, einer Kabarettvorstellung und einem Chansonabend umfasste das Programm damals drei Veranstaltungen, die alle in einem Monat stattfanden. „Meine Hoffnung war, dass diese Aktionsreihe dann zumindest ein paar Jahre gut läuft“, erinnert sich Gurlit an die Entstehung. Inzwischen erstrecken sich die Frauenkulturtage mit einem abwechslungsreichen Programm, das zwölf Veranstaltungen umfasst, über das ganze Jahr. 2019 feiern die Kulturtage zwanzigjähriges Bestehen.

Das Jahr der Jubiläen: Da sich in diesem Jahr das Frauenwahlrecht zum hundertsten Mal jährt, haben die Veranstalter – das sind neben dem Frauenbüro und der Kulturabteilung der Stadt Bad Oldesloe auch die VHS, die Johannisloge, das OHO-Kinocenter und erstmals auch das Bella Donna Haus – eben dieses Wahlrecht zum diesjährigen Motto gemacht und mit „Suffragette –Taten statt Worte“ gleich bei der Auftaktveranstaltung der Frauenkulturtage einen Film zum Thema gezeigt. „Das ist gut angenommen worden, der Kinosaal war fast komplett besetzt“, freute sich Anke Kleesig vom Bella Donna Haus. Mit dem Film „Monika Hauser – ein Porträt“, der am Sonntag, 10. März, um 11 Uhr im OHO gezeigt wird, und einem Vortrag von Dr. Sylvina Zander über Anna Vagt, die erste Stadtverordnete in Bad Oldesloe, am Donnerstag, 14. März, um 19.30 Uhr im Historischen Rathaus folgen zwei weitere Veranstaltungen zum Frauen(wahl)recht. „Mein Vortrag zeigt, wie schwer es für Frauen damals war, sich politisch zu engagieren, da sich das Frauenbild mit dem Erlass ja nicht automatisch geändert hatte“, verrät die Kulturreferentin.

Das Programm ist jedoch nicht nur auf politische Themen beschränkt. So gibt es am Donnerstag, 14. Februar, um 19.30 Uhr eine Lesung von Dora Heldt. Die Hamburger Autorin liest aus ihren neuesten Werken „Drei Frauen am See“ und „Da fällt mir noch was ein“. Erstgenanntes liest Marion Gurlit gerade selbst. Sie ist schon sehr gespannt auf den Abend im KuB. „Das Buch liest sich sehr gut und fesselt, obwohl ich ja eigentlich Krimifan bin“, gesteht die Gleichstellungsbeauftragte. Doch auch diese Sparte wird bedient: Am Mittwoch, 23. Oktober, um 19.30 Uhr liest Hannelore Hippe im Historischen Rathaus aus ihrem Krimi „Die verlorenen Töchter“. Mit dem Fund einer verkohlten Frauenleiche 1970 in der Nähe von Bergen hat ihre Geschichte einen wahren Kern. Noch heute rätseln die Ermittler, wer die Tote sein könnte, und gerade wurde der Fall neu aufgerollt. Hippe hat sich dazu eine fiktive Story ausgedacht.

Natürlich dürfen auch Musikdarbietungen nicht fehlen: Mit „Falsche Wimpern – Echte Musik“ hat das bekannte Swing-Trio „Zuccini Sistaz“ am Sonnabend, 23. März, um 20 Uhr im KuB seinen großen Auftritt. Und am Sonnabend, 28. September, um 20 Uhr überzeugen „Coucou“, drei Musikerinnen aus Berlin, mit einem ganz eigenen Sound aus Pop, Jazz und Folk das Publikum in der Johannisloge.

Kabarett vom Feinsten bietet Inka Meyer in „Kill me Kate – die gezähmte Widerspenstige“ am Sonnabend, 13. April, um 20 Uhr im KuB. Ein weiteres Kabarett steht mit dem Duo Flüsterzweieck am Mittwoch, 20. November, ebenfalls im KuB auf dem Programmplan. Darauf freut sich Inken Kautter besonders. „Ex­trem komisch“, so beschreibt sie die Darbietung.

Die VHS beteiligt sich an den Frauenkulturtagen mit zwei kreativen Workshops: „Kurzgeschichten schreiben“ lernen die Teilnehmer bei der Autorin Sandra Dünschede („Deichgrab“), spontanes Zeichnen dann bei Ulrike Plötz im Kursus „Urban Sketching – Wir entdecken die Stadt mit anderen Augen“.

Den Abschluss der Reihe bildet wieder eine Veranstaltung zum Motto „Wir stellen unser Buch ,Ohne Frauen ist kein Staat zu machen’ vor“, erklärt Marion Gurlit. Gemeinsam mit ihrem Team hat sie vierzig Politikerinnen zu ihrer Arbeit in der Kommunalpolitik interviewt.

„Ich denke, wir haben wieder ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt“, betont Gurlit, die aus zwanzig Jahren Frauenkulturtage auch die eine oder andere Anekdote erzählen kann. Schön findet die Gleichstellungsbeauftragte, dass sich inzwischen so viele Kooperationspartner gefunden haben und dass immer mehr Männer zu den Veranstaltungen kommen, schließlich sei das Programm für Frauen und Männer gemacht, betont sie immer wieder. Und eben diese positive Entwicklung wünscht sie sich auch für die weiteren Frauenkulturtage in Bad Oldesloe.

Dieser Beitrag wurde unter Presseartikel veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.