Oldesloer Festhalle soll konzerttauglich werden

Lübecker Nachrichten   08.02.2019

Unklar ist, ob der 70er-Jahre-Bau mit Asbest belastet ist

2016 tagten noch die Stadtverordneten von Bad Oldesloe in der Festhalle. Sie kommen inzwischen im KuB zusammen. Foto: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Die Oldesloer Stadtverordneten tagen seit Eröffnung des KuBs schon nicht mehr im Saal mit den extravaganten Leuchtern. Seit März vergangenen Jahres wird die Festhalle am Schulzentrum nun auch grundsätzlich nicht mehr für größere Konzerte genutzt, die ein umfangreiches technisches Equipment erfordern.

Um als Spielstätte wieder voll nutzbar zu sein, müsste das Gebäude ertüchtigt werden, heißt es seitens der Verwaltung. Mit der Frage, ob überhaupt und wenn ja, in welchem Umfang, beschäftigten sich jetzt die Mitglieder des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses.

„Die Kultur verzichtet inzwischen darauf, Veranstaltungen anzunehmen, wie Schlager- und Popkonzerte oder Aufführungen von externen Gastspielgruppen, da die Technik nicht dem benötigten Stand entspricht“, sagt Bürgermeister Jörg Lembke. Der Stadt würden nicht nur Einnahmemöglichkeiten verloren gehen, sondern es sei auch ein Imageschaden damit verknüpft. 20 bis 25 Veranstaltungen fielen so pro Jahr weg.

Für Verunsicherung sorgte der Maßnahmenkatalog, den die Stadt für den Fall einer Sanierung aufgestellt hatte. Darin ist nicht nur vom unzureichenden Brandschutz sowie dem Fehlen von Lift und Traverse für die Bühnentechnik die Rede – es wird zudem nahegelegt, dass das Gebäude mit Schadstoffen belastet sein könnte.

Da die Festhalle in den 1970er Jahren errichtet worden sei, liege der Verdacht nahe, dass dabei wie damals üblich künstliche Mineralfasern verwendet worden seien, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

„Wir halten die Festhalle für einen wichtigen Veranstaltungsraum in der Stadt. Die Nutzbarkeit muss bleiben. Aber wenn sie von Schadstoffen verseucht ist, ist jeder Cent für die Sanierung zu viel“, sagte Björn Lucas (CDU). Unter diesen Umständen sei es wohl besser, das Gebäude ganz abzureißen und neu zu bauen. Anita Klahn (FDP) schloss sich ihm an. Sie merkte an, dass die Festhalle in einer Zeit errichtet wurde, da gern Asbest verbaut wurde. „Und wenn ich sehe, was jetzt am Schulzentrum in Reinbek passiert, sollten wir im Zweifel überlegen, ob ein Abriss nicht sinnvoller ist.“ Unabhängig davon insistierte sie, dass die Festhalle auch künftig nicht nur für kulturelle, sondern auch schulische Veranstaltungen nutzbar sein müsse.

„Bisher ist nicht bekannt, dass Mineraldämmstoffe verbaut wurden, die man heute austauschen würde“, beschwichtigte Lembke die Ausschussmitglieder. Und selbst in Reinbek gebe es inzwischen Entwarnung, da die Belastung nicht so gravierend sei. „Sie müssen zwar trotzdem eine Containerschule aufbauen, um die Sanierungszeit zu überbrücken, aber es ist alles nicht so schlimm“, so Lembke. Im Übrigen sei die Festhalle auch jetzt schon für Schulen, Feuerwehrveranstaltungen und den Abiball nutzbar. Einzig professionelle Konzertveranstaltungen mit großen Scheinwerfern an Traversen und hohen Türmen für die Beschallung seien nicht möglich. Verändert werden müsse aber auch die Eingangssituation. Ein Zugang über die Mensa sei vorteilhafter als über die Ida-Ehre-Schule, da dort ausreichend Platz für Garderobe und Bewirtung sei.

Das Votum fiel letztlich ganz klar für einen Erhalt der Festhalle aus, insbesondere da sie als beliebter Veranstaltungsort für den alljährlichen Abi-Ball und auch für größere Events unverzichtbar ist. Das nun folgende Prozedere ist aber Sache im Bau- und Planungsausschuss.

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