Vorrang für Fußgänger

Lübecker Nachrichten   13.02.2019

Umbau der Oldesloer Hagenstraße: Keine Durchfahrt mehr für Autos

Bald soll hier – kurz vor Rathaus und Marktplatz – Schluss sein für den normalen Autoverkehr.   MC

Bad Oldesloe. Eines der größten Bauprojekte in nächster Zeit in Bad Oldesloe ist der Umbau der Hagenstraße. Einen überraschenden Antrag zur Verkehrsberuhigung in diesem Bereich präsentierte jetzt Hartmut Jokisch von den Grünen auf der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses – ebenso überraschend stimmten die Politiker am Ende mit großer Mehrheit für den Grünen-Antrag. Bei der Stadtverwaltung stößt das Vorhaben dagegen auf wenig Zustimmung.

Diese wollte die Hagenstraße als Durchfahrtstraße erhalten mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern. „Das funktioniert schon in der Bahnhofstraße nicht“, sagt dagegen Hartmut Jokisch und möchte, dass die Fußgänger auf Höhe des Marktplatzes ungehindert die Hagenstraße queren können. „Daher sollten wir dort eine Fußgängerzone einrichten, in der trotzdem noch Busse und Taxis fahren können.“ Für den normalen Durchgangsverkehr solle die Straße gesperrt werden.

Bürgermeister Jörg Lembke sah da jedoch keinen Ermessensspielraum und verwies auf den starken Autoverkehr in diesem Bereich. „Eine verkehrsberuhigte Zone ist dort nicht möglich“, sagte Lembke und verwies auch auf die täglich 240 Busfahrten in diesem Bereich. „Wenn der Halbstundentakt kommt, werden es noch mehr.“ Lembke hielt die ganze Idee für unrealistisch.

Das wollten jedoch nicht nur die Grünen nicht hinnehmen, sondern auch die meisten anderen Fraktionen. Er wisse von genau solchen Beispielen in anderen Städten, sagte Jens Wieck von der CDU. Und auch Hans-Hermann Roden von der SPD begrüßte den Antrag, den Fußgängern Vorrang zu gewähren. Anita Klahn von der FDP brachte den Parkplatz gegenüber der Sparkasse als Wendemöglichkeit ins Spiel. Der Busbahnhof auf der anderen Seite der Hagenstraße solle auf jeden Fall erhalten bleiben. Wie das alles genau gestaltet werden kann, solle das Planungsbüro ermitteln, so die Baupolitiker. Allen war wichtig, dass der Peters-Parkplatz erhalten bleibt und auch die Marktbeschicker keine Probleme bekämen.

Das hörte auch Thomas Wilken gerne, der Vorsitzende der Marktgemeinschaft. Er fragte trotzdem, wie das Marktgeschehen während der dreijährigen Umbauphase aufrechterhalten werden solle. „Die Händler werden dann über die Hindenburgstraße zum Marktplatz fahren können“, erklärte Bauamtsleiter Thilo Scheuber. Der obere Bereich vor dem Rathaus werde jedoch Baustelle sein. Der Umbau soll noch 2019 starten. mc

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