Stadtinfo bekommt dritte Halbtagsstelle

Lübecker Nachrichten   22.02.2019

Oldesloer Hauptausschuss hebt den Sperrvermerk mit Mehrheit auf – Debatte um verkaufsoffene Sonntage

Die beiden Stadtinfo-Mitarbeiterinnen Manja Eggers (l.) und Anja Lübben bekommen Verstärkung. FOTO: SUSANNA FOFANA

Bad Oldesloe. Die beiden Oldesloer Stadtinfo-Mitarbeiterinnen Manja Eggers und Anja Lübben dürfen sich auf Verstärkung freuen. Mit Mehrheit machten die Mitglieder im Oldesloer Hauptausschuss den Weg frei für eine weitere halbe Stelle in der Stadtinfo im Oldesloer Kultur- und Bildungszentrum (KuB). Exakt mit neun Ja-Stimmen bei zwei Gegenstimmen wurde der Sperrvermerk für die Stelle aufgehoben.

Wilfried Janson (Grüne) hob die Belebung der Wirtschafts- und Tourismusförderung als besonders positiv hervor. „Bad Oldesloe hat ein enormes, ungenutztes Potenzial, was Tourismus und Kultur anbelangt“, war Hendrik Holtz (Die Linke) überzeugt. Ihm war es wichtig, dass die Besucher Geld hier in der Stadt lassen und diesen Ort mit einem guten Gefühl wieder verlassen. Die Stelle sei eine wichtige Bereicherung, die Verwaltung chronisch überlastet.

Auch die CDU war dafür, da die Verwaltung jetzt das Signal gegeben habe, dass sie die Stelle brauche, formulierte es Andreas Lehmann. Tom Winter (Familienpartei) unterstrich „das Potenzial, das dahintersteckt.“ Jürgen Schneider betonte, dass die SPD dem Vorschlag der Verwaltung zustimme. Viele Ausschussmitglieder waren auch von den Zahlen in der Vorlage überrascht, die widerspiegelten, wie viele Gäste Bad Oldesloe bereits jetzt beherbergt oder für Tagestouren zum Beispiel aus der Metropolregion Hamburg anlockt.

Einzig Mathias Rohde (FBO) konnte keine Notwendigkeit für eine weitere Stelle in der Stadtinfo zum jetzigen Zeitpunkt feststellen. Er sah als Lösung für personelle Engpässe die Zusammenlegung von Stadtinfo und Bürgerbüro. Hauptamtsleiter Malte Schaarmann betonte, dass gerade die Trennung zwischen der Auskunftsstelle der Verwaltung sowie Kultur und Tourismus mit dem umfangreichen Ticketverkauf in der Stadtinfo im KuB von Anfang an politisch gewollt gewesen sei. Die Halbtagsstelle werde benötigt, um den Veranstaltungsbereich abzudecken. Zudem werde es dadurch in Zukunft möglich sein, auch Öffnungszeiten am Sonnabendvormittag anzubieten. Für die dann dritte Halbtagsstelle in der Stadtinfo werden im Haushalt jährlich 27 300 Euro bereitgestellt.

Eine rege Debatte entfachte sich um die vier geplanten verkaufsoffenen Sonntage. Zu dem Thema wurde erneut der Wunsch vorgetragen, die Öffnungszeiten der Geschäfte doch auf das ganze Stadtgebiet auszudehnen. Infos zu den Möglichkeiten sollen die Politiker am kommenden Montag bei der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung erhalten (19.30 Uhr, Saal des Kultur- und Bildungszentrums, Beer-Yaacov-Weg 1). Geplant sind in diesem Jahr die Themen „Oldesloer Frühlingserwachen“ (31. März), „PflasterArt“ (12. Mai), „Bad Oldesloe genießt und klönt!“ (22. September) und „Lichterfest“ (10. November). Etliche Änderungen entsprechend einer neuen Mustersatzung und Empfehlungen der Rechnungsprüfer arbeiteten Verwaltung und Politiker in die Hauptsatzung der Stadt und die Geschäftsordnung für die Stadtverordnetenversammlung und die Ausschüsse ein. Unter anderem beschlossen die Mitglieder im Hauptausschuss gegen die Stimmen der CDU, die amtlichen Bekanntmachungen weiterhin in den drei lokalen Medien zu veröffentlichen. Die CDU hatte dies auf ein Presseorgan beschränken wollen.

Gescheitert ist dagegen der Antrag der Einzelmandatsträger neben dem Stellvertreter noch in den Genuss eines zweiten Stellvertreters und somit in eine fraktionsähnliche Unterstützung zu gelangen. Die von der Verwaltung vorgeschlagene Aufstockung der Entscheidungsbefugnis des Bürgermeisters von 80 000 Euro auf 125 000 Euro beim Erwerb von Vermögensgegenständen wurde ebenso mehrheitlich von den Hauptausschussmitgliedern abgelehnt.

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