Politik zu Gast bei Feuerwehr

Lübecker Nachrichten   09.03.2019

Mitglieder des Finanzausschusses informieren sich in der Oldesloer Wache – Nach Kritik der Retter wird die lange Mängelliste abgearbeitet

Olaf Klaus (l.) zeigt den Mitgliedern des Finanzausschusses das Fahrzeug des Feuerwehr-Nachwuchses. foto: S. FOFANA

Bad Oldesloe. Fehlende Schutzkleidung, verschlammte Feuerlöschteiche, nicht zeitnah ausgezahlte Aufwandsentschädigungen und Einsatzpauschalen gehörten zu den Kritikpunkten der Oldesloer Wehren bei ihren Jahreshauptversammlungen. Der Finanzausschuss der Stadt Bad Oldesloe sah sich jetzt in der Oldesloer Feuerwache um. Einige der Probleme konnten bereits geklärt werden. Dazu gehört die Schutzkleidung für die Jugendfeuerwehr, die im August 2018 bestellt worden war. Sie sei jetzt eingetroffen, verkündete Bürgeramtsleiter Thomas Sobczak.

Schutzanzüge für die aktive Wehr wurden erst Anfang Februar bestellt. Nach jedem Brandeinsatz werden die Anzüge geprüft, gewaschen, getrocknet und imprägniert. Wie Ortswehrführer Kai-Uwe Gatermann betonte, ist die Oldesloer Feuerwehr sehr zufrieden mit dem neuen Trockenschrank, der nach der Wäsche zum Einsatz kommt. Früher mussten die Schutzanzüge in Nütschau oder gar Bad Segeberg gereinigt werden.

Schon zehn Jahre alt ist die „Königin“ im Stall der Oldesloer Feuerwehr, die Drehleiter. Sie muss jetzt bei der Pflichtwartung nach zehn Jahren unter anderem an der Hy­draulik überholt werden. 80 000 Euro soll die Wartung kosten, die zehn Tage dauern wird. Ein Ersatzfahrzeug kostet 400 Euro am Tag. Ausgewechselt werden soll dagegen turnusmäßig das Tanklöschfahrzeug. Es ist bereits bestellt und soll 2020 geliefert werden. Doch solange nicht wieder alle Feuerlöschteiche in den Ortsteilen funktionsbereit oder ersatzweise wartungsgünstigere Zisternen angeschafft sind, wird das zur Ausmusterung vorgesehene Tanklöschfahrzeug weiter genutzt. Eine zukünftig optimale Löschwasserversorgung und Sicherstellung des Brandschutzes soll zwischen Tiefbauamt und Feuerwehr beraten werden.

Die Einsatzzentrale der Feuerwehr muss nach dem Brand 2018 dringend saniert und umgebaut werden. Die Maßnahme hätte schon längst erfolgen sollen. In diesem Jahr soll noch ein Lageraum für Feuerwehr und Stadt entstehen, um bei einem Stromausfall gewappnet zu sein. Derzeit wird der angedachte Lageraum noch als Lagerraum genutzt. „Wind, Wasser, Strom werden in Zukunft die größten Probleme sein“, befürchtet Gemeindewehrführer Olaf Klaus. Geplant sei eine mobile Notstromversorgungsanlage. Wilfried Janson (Grüne) mahnte, darauf zu achten, dass das Notstromaggregat heizölfähig ist, da Diesel nicht so lange lagerfähig und die Entsorgung teuer sei.

Eine Lösung für fehlende Telefonanschlüsse im Feuerwehrgerätehaus Seefeld und fehlendes Internet in der Feuerwache Poggensee gibt es inzwischen. Die Ortswehren sollen an eine große Oldesloer Feuerwehr-Telefonanlage angeschlossen werden und bekommen neue Nummern. Die Wachen seien dann auch bei einem Stromausfall telefonisch erreichbar.

„Nie wieder“, so forderte Manfred Lieder (FBO), sollen die Feuerwehrleute auf ihr Geld warten müssen. Eine zeitnahe Zahlung sei künftig sicherzustellen. Die Aufwandsentschädigungen für 2018/2019 sowie die Einsatzpauschalen 2018 sind nach Angaben der Verwaltung im Februar angewiesen worden.

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