Bad Oldesloe: Garten- oder Mäandervariante

Lübecker Nachrichten   13.03.2019

Bau- und Planungsausschuss stellte vor „vollem Haus“ Bauprojekte der Stadt vor

Luftbild des geplanten Wohngebiets in Rethwischfeld. Je nach Variante könnten hier 40 oder bis zu 55 Wohneinheiten entstehen. Foto: Stadtverwaltung/hfr

Bad Oldesloe. Die Luft war knapp, die Sitzgelegenheiten auch. Dicht an dicht hockten die Besucher im Stadthaus aufeinander, um mitzuerleben, wie die Weichen für die Entwicklung Bad Oldesloes im Bau- und Planungsausschusses gestellt werden. Vorgestellt und diskutiert wurden nicht nur einige Bauprojekte in der Stadt, gleichzeitig setzte die Politik fest, mit welcher Dringlichkeit einzelne Projekte zu behandeln sind. Das Interesse flaute jäh ab, nachdem die Gäste für eine Stunde auf den Flur hinaus gebeten worden waren. Der Grund: Eigentümer von Flächen wollten zu ihren Bauprojekten zusätzliche Erklärungen abgeben, die indes sensible Informationen enthielten. Dies betraf im Einzelnen das neue Gewerbegebiet gegenüber Obi (B-Plan 86) und Pölitzer Weg (B-Plan 23). Da diese Fakten für die Abstimmung der Prioritätenliste wichtig waren, blieb offenbar nichts anderes übrig, als die Öffentlichkeit zeitweilig auszuschließen.

Mit konkreten Informationen hatte zuvor indes Planer Gerd Kruse vom Büro Elbberg aus Hamburg die Gäste versorgt. Er präsentierte zwei Varianten, wie das neue Wohngebiet entlang der Alten Ratzeburger Landstraße im Oldesloer Ortsteil Rethwischfeld gestaltet werden könnte. Dort soll eine rund 1,8 Hektar große, bis dato landwirtschaftlich genutzte Fläche in Bauland umgewandelt werden. Zwischen 40 bis 60 Wohneinheiten können dort entstehen. Der erste Entwurf, den Kruse vorstellte, besteht in einer kettenartigen Bebauung des Areals mit von Innenhöfen beziehungsweise Gärten umgebenen Einfamilienhäusern. Dies berge den Vorteil, dass möglichst viele Häuser auf kleinem Grund errichtet werden könnten, was angesichts der großen Nachfrage für Wohnraum sinnvoll erscheine. Das alternative Modell sieht eine Mischung von Einzel-, Doppel- und Reihenhäusern beziehungsweise Geschosswohnungsbauten vor. Hierbei würde das Gebiet auf klassische Weise von einer mäanderartig verschwenkten Straße durchzogen, was indes Platz koste.

Hans Hermann Roden (SPD) sprach sich im Namen seiner Fraktion deutlich für die zweite Variante aus. „Mit dem Mäandermodell schaffen wir mehr Wohneinheiten als mit der Gartenhof-Bebauung“, gab er zu bedenken. Nach Angaben des Planers könnten nämlich bei der zweiten Variante außer Einfamilienhäusern auch Stadtvillen für mehrere Mietparteien entstehen. Wird das Gebiet mit Eigenheimen bebaut, entstehen 40 Wohneinheiten, im anderen Fall wären es bis zu 55.

Und noch ein weiteres Argument wurde für Variante zwei angeführt: der soziale Wohnungsbau. Die Stadtverordneten hätten ganz klar vorgegeben, dass in neuen Siedlungen 30 Prozent der Fläche für den sozialen Wohnungsbau reserviert werden solle. Eine Mitarbeiterin der Oldesloer Verwaltung räumte ein, dass es neuerdings auch für Einzelhäuser eine solche Förderung gebe.

Einige Probleme bereitet aber wohl die Erschließung des Gebiets für den Kraftverkehr. Laut Kruse ist eine Zufahrt allenfalls von Süden her möglich über die Straße Am Amt, die sehr schmal sei. Auch die von dort direkt ins Wohngebiet führende Straße Am Hausteich ist mit sechs Metern eigentlich nicht durchgängig breit genug. Auf dem ersten Abschnitt könne zur Not der Bürgersteig überfahren werden, sollten sich größere Fahrzeuge begegnen, sagte der Planer. Nach dem Kurvenbereich aber lasse sich die Straße etwas erweitern.

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