Besucherzahlen steigen: Das KuB liegt im Aufwind

Lübecker Nachrichten   29.03.2019

15 831 Gäste kamen im vergangenen Jahr, 1000 mehr als 2017 – dabei wurde das Angebot verringert

Seit der Eröffnung hat Bad Oldesloe neben dem Bürgerbüro im Stadthaus zusätzlich eine Stadtinfo für Kultur und Tourismus. Foto: Susanna Fofana

Bad Oldesloe. Kultur und Bildung waren am Dienstag bei der Jahreshauptversammlung des Kultur- und Bildungszentrums in Bad Oldesloe (KuB) weitgehend unter sich. Zwar war die Öffentlichkeit geladen, um Impulse zu geben, aber die rund zehn Zuhörer schienen zufrieden. Das mag auch daran liegen, dass die verschiedenen Akteure, die das Haus bespielen, zuvor einen Überblick über ihre Aktivitäten gaben, und die ließen keine Wünsche offen.

Dafür sprechen auch die Besucherzahlen des Hauses: „Wir haben in 2018 die Zahl der Veranstaltungen um 25 Prozent gesenkt“, erklärte KuB-Managerin Inken Kauter. Trotzdem sei die Zahl der Besucher auf 15 831 gestiegen und habe damit um über 1000 höher als im Vorjahr gelegen. Die Kürzungen seien in die wenig besuchten Zeiten wie Osterferien und Sommer gelegt worden und dienten dazu, Überstunden abzubauen. „Dieser Prozess im Sachbereich Kultur muss auch noch weitergehen“, sagte Inken Kauter.

Renner bei den Veranstaltungen waren die Kinderprogramme mit durchschnittlich 115 Besuchern pro Veranstaltung, Schlusslicht bildet die Reihe „Film mit Diskussion“ mit durchschnittlich 23 Besuchern. „Wir wollen Experimente anbieten“, brach Inken Kauter eine Lanze für die Nischenangebote. „Es sind nicht nur Kassenschlager gewollt.“

Mittlerweile sei das KuB durch technische Verbesserungen und die Umsetzung des Brandschutzkonzepts auch für Aufführungen mit Trockennebel geeignet. Das halbjährig erscheinende Programmheft werde auch im Umland verteilt, so dass zusätzlich viele Besucher aus Ahrensburg und Bargteheide kämen. Zwei Opernaufführungen der Musikhochschule Lübeck werden auch 2019 Teil des KuB-Programms sein. „Wir bieten große Vielfalt und viel Programm“, betonte Kauter. „Das KuB hat seinen Platz in Stormarn gefunden.“ Das bestätigte Karin Linnemann, Leiterin der VHS im Haus. „Obwohl die Zahl der Kurse gesunken ist, steigt auch bei uns die Teilnehmerzahl“, erklärte sie. Ziel für 2019 sei es, weitere Partner zu gewinnen.

Die Marching-Band Stormarn Magic gehört zu den Kulturschaffenden rund ums KuB. Sebastian Jandt verwies darauf, dass die Band 2018 in Hameln europaweit „Best in Class“ geworden sei und 2019 erstmals mit dem eigenen Stück „Journey of Man“ an den Start gehe. „Das stammt von Cirque de Soleil und beschreibt ein Leben von der Kindheit bis zum Alter“, sagt Jandt. Dazu habe die Band eine Show geschrieben mit viel Musik, Requisiten, Darstellern und elektronischen Einspielern. „Damit wollen wir uns 2019 für die Weltmeisterschaft qualifizieren.“

Der Verein „Klngstdt“ tritt als Förderer und Unterstützer der Oldesloer Musikszene auf. Der Vorsitzende Patrick Niemeyer stellte die Aktivitäten in 2018 vor und kündigte weiteres Engagement für das laufende Jahr an. Durch den Technikverleih und die Organisation von Musikprogrammen bei Vogelschießen und Stadtfesten ist der Verein, der im KuB ein eigenes Tonstudio ausbaut, kreisweit vernetzt. Marian Henze, Leiter der Oldesloer Musikschule, kündigte einen Gitarrenabend in Bad Oldesloe sowie für November eine Ballettveranstaltung an, an der über 100 Schüler beteiligt seien. Auch für die Musik geht es in die Zukunft: „Wir machen ein Projekt, um digitale Medien in den Musikunterricht zu holen.“

Die Oldesloer Bühne wird mit der Theater-Werkstatt ihr Weihnachtsmärchen 2019 erstmals in eigenen Räumen aufführen. Die schriftliche Genehmigung, in der Werkstatt spielen zu dürfen, liege jetzt vor, so die Vorsitzende Heike Gräpel. „Wir wollen keine Gegenveranstaltung machen“, betonte die Vorsitzende, „es ist weiterhin ein gutes Miteinander im KuB erwünscht.“

Die Werkstatt sei eine Möglichkeit zum Ausweichen. Gearbeitet werde mittlerweile mit 167 Mitgliedern, davon 65 Kinder und Jugendliche, die in drei Gruppen geteilt worden seien. Aufgeführt werden ein plattdeutsches und ein hochdeutsches Stück sowie das Weihnachtsmärchen – stets ein Märchen der Gebrüder Grimm. „Im vergangenen Jahr hatten wir 3550 Besucher.“

Nach dem Programm in Bad Oldesloe erkundigen sich nicht nur Einheimische. „2018 hatten wir 10  000 Kunden“, erklärte Agnes Heesch von der Stadtinfo. „Die Übernachtungen in Hotels ab zehn Betten lagen 2018 bei 70 000.“ Der Aufenthalt habe im Durchschnitt bei 1,8 Tagen gelegen. Erstmals seien auch Ferienwohnungen mit weiteren 10 000 Übernachtungen und Wohnmobile mit 5000 Übernachtern bei der Statistik erfasst worden. 45 Prozent von ihnen stammten aus dem benachbarten Ausland. „Tagestourismus ist schwer zu erfassen“, sagte Heesch, „wir gehen von etwa 85 000 Gästen in Bad Oldesloe im Jahr aus.“ Wegen der großen Nachfrage werde jetzt zusätzlich eine halbe Stelle geschaffen, so dass die Beratungszeiten ausgeweitet werden könnten.

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