Attraktiveres Programm für Oldesloer Ferienkinder

Lübecker Nachrichten   11.04.2019

Die Ferienbetreuung in Bad Oldesloe ist gefragt – Da die einzelnen Grundschulen aus den Nähten platzen, gibt es jetzt eine zentrale Anlaufstelle in der Stadtschule

Die Sommerferien sind in Sichtweite. Viele Oldesloer Eltern lassen ihre Kinder von der Oase betreuen. Foto: K.C./Fotolia

Bad Oldesloe. Die Betreuung der Oldesloer Grundschüler soll in den Sommerferien neu organisiert werden. Bis dato bot das Familienzentrum Oase an der Klaus-Groth-Schule oder der Grundschule West, die beide eher im Randbereich der Stadt angesiedelt sind, entsprechende Programme an. Da sie nicht von allen Kindern gut erreichbar waren, soll jetzt im zentral gelegenen Schulzentrum ein Angebot für alle Kinder geschaffen werden – auch für die der Stadtschule.

Wie Fachbereichsleiter Thomas Sobczak im Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss erläuterte, hat diese Veränderung noch einen weiteren Grund. Offenbar nutzen immer mehr Eltern die Möglichkeit, ihre Kinder während der Ferien in die Obhut der Oase zu geben. Laut einem Bericht der Verwaltung wurden 91 Kinder für die Betreuung im vergangenen Sommer angemeldet. Die zunehmende Nachfrage hat nicht nur dazu geführt, dass an den Schulen inzwischen Platznot herrscht. Sie stellte die Mitarbeiter des Familienzentrums auch vor personelle wie organisatorische Schwierigkeiten.

„Wir waren in der Grundschule West am Limit“, sagte Sobczak und erläuterte, welche Vorzüge ein zentrales Angebot hat. Auf dem gut abgesicherten Gelände im Schulzentrum stünden nicht nur ein Spiel- und Bolzplatz, sondern auch die angrenzenden Sporthallen bei schlechtem Wetter zur Verfügung. Zudem seien ausreichend Sanitärräume vorhanden. Alle Schüler an einem Ort zusammenzufassen biete im Übrigen den Vorteil, ein thematisch weit gefächertes Programm anbieten zu können. So sollen im Sommer nicht nur viele Ausflüge unternommen werden, es ist auch eine Kooperation zwischen dem Jugend- und Kulturbereich der Stadt geplant, sodass die Kinder auch Theaterworkshops besuchen können. Zudem können die Lütten in Kleingruppen basteln, spielen oder einfach nur entspannen. Für ein kindgerechtes Mittagessen vom Buffet sorgt überdies die Mensa-Crew.

Verändern wird sich aber auch die Laufzeit der Ferienbetreuung. War es bis dato möglich, die Kinder nur für drei Tage anzumelden, muss künftig für eine ganze Woche gebucht werden. Das führte zu Kritik seitens der Familien-Partei. Tom Winter stellte in ihrem Namen den Antrag, auch den kürzeren Zeitraum zuzulassen, da sich nicht alle Eltern die höheren Kosten leisten könnten.

Thomas Sobczak erklärte, der Preis von 65 Euro pro Woche wie bisher sei angemessen, da aufgrund des erweiterten Angebots zusätzliche Honorarkräfte beschäftigt werden müssten. Bei einer Betreuung von siebeneinhalb Stunden sei dies nicht zu viel. Hinzu komme die Mittagsversorgung mit 16,50 Euro, was 2,13 Euro pro Tag ausmache. Jörn Lucas (CDU) sprach sich aus pädagogischen Gründen für eine Fünf-Tage-Betreuung aus, da die Kinder Zeit bräuchten, sich kennenzulernen. „Gut begründet von der Verwaltung“, nannte Torben Klöhn (SPD) die neue Regelung und Cornelia Steinert (Linke) kommentierte: „Viel Flexibilität hat ihren Preis. Es ist sonst schwierig, wertvolle Ferienangebote zu machen.“

Mit seinem Vorstoß vermochte sich Tom Winter letztlich nicht durchzusetzen. Bei der Abstimmung sprachen sich nur vier Ausschussmitglieder für seinen Antrag auf eine Drei-Tage-Betreuung aus. Wie Sobczak ankündigte, wird es nach dem ersten Durchlauf im Herbst eine Manöverkritik geben. Sollte sich das neue Modell als nicht erfolgreich erweisen, könne auch wieder eine Veränderung vorgenommen werden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt seien die Planungen für die Sommerferien 2019 schon weit fortgeschritten.

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