437 Unterschriften gegen Wohngebiet

Lübecker Nachrichten   26.04.2019

Anwohner des geplanten Neubaugebietes in Rethwischfeld überreichten Oldesloer Bürgermeister Unterschriftenlisten

Rethwischfeld. Anwohner laufen gegen das geplante Neubaugebiet im Oldesloer Ortsteil Rethwischfeld Sturm. Um ihrem Protest gegen den Bebauungsplan 114 Ausdruck zu verleihen, trugen sich die Widersacher aus dem Dorf in Unterschriftenlisten ein. Die Mappe mit insgesamt 437 Namen überreichten jetzt Sönke Gerundt, Susanne Sommer und Bernd Schonvogel dem Oldesloer Bürgermeister.

„Wir hatten erst einige Tage vorher davon gehört, dass das Projekt neu aufgelegt werden sollte. Mit der Planung, wie sie im Ausschuss vorgestellt wurde, sind wir nicht einverstanden“, erklärte Gerundt. Er und weitere Anlieger hätten sich intensiv damit auseinandergesetzt und wesentliche Kritikpunkte ausgearbeitet. Zunächst einmal sei die geplante Bebauung des Gebiets „Am Hausteich/Alte Ratzeburger Landstraße/Ziegeleiweg“ zu massiv und viel zu dicht gestaltet. Alle seien entsetzt, dass nicht 20 Wohneinheiten entstehen sollen, wie ursprünglich einmal vorgesehen, sondern jetzt sogar 60. Des Weiteren passe der mehrgeschossige soziale Wohnungsbau nicht zum Ortsbild, da derzeit nur ein Vollgeschoss zulässig sei. Auch runde die Bebauung den Ort nicht ab, sondern öffne die Tür für weitere Ansiedlungen.

Gegen das Projekt spreche auch die problematische verkehrstechnische Erschließung des Gebiets, fuhr Gerundt fort. Der Querschnitt der Zufahrtsstraße reiche nicht, um den Verkehr gefahrlos für die Anwohner darüber abzuwickeln. Äußerst kritisch sei der Bereich der Einmündung von der Ratzeburger Landstraße, die so eng sei, dass Fahrzeuge auf den Bürgersteig ausweichen müssten. Auf die Anwohner komme später ein achtfach höherer Verkehr von 60 auf 480 Kraftfahrzeugen pro Tag zu und damit eine Steigerung des Lärmpegels um zehn Dezibel.

Nicht zuletzt gebe es in unmittelbarer Nähe ein wertvolles Biotop, in dem nicht nur Eisvogel, Milane und Storch brüteten. „Es sind dort auch Biss-Spuren der Haselmaus entdeckt worden“, sagte Gerundt und konfrontierte Lembke mit einer zehnseitigen Dokumentation nebst Fotos über die Biodiversität im Bereich Rethwischhof.

Lembke nahm die Listen entgegen, machte aber darauf aufmerksam, dass sich die Planung noch im Anfangsstadium befindet. „Jetzt werden erst die Träger öffentlicher Belange beteiligt. Anschließend werden alle Stellungnahmen abgewogen. Letztlich ist es aber eine politische Entscheidung, wie in dem Gebiet gebaut werden soll“, sagte er. dvd

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