Die VSG weitet sich nach Süden aus

Lübecker Nachrichten   27.04.2019

Vereinigte Stadtwerke GmbH kooperiert künftig eng mit e-werk Sachsenwald und gründet die gemeinsame Tochtergesellschaft Media Sachsenwald GmbH – Ziel: Ausbau der Breitbandversorgung

In drei bis vier Jahren wollen die Vereinigten Stadtwerke an der A 1 im Osten Bad Oldesloes ein neues Verwaltungsgebäude bauen (auf der Fläche gegenüber von Obi). foto: LN-Archiv

Ratzeburg/Mölln/Bad Oldesloe. Die Vereinigte Stadtwerke GmbH (VSG) im Besitz der Städte Ratzeburg, Mölln und Bad Oldesloe schreibt weiter an ihrer Erfolgsgeschichte. Die Kommunalpolitiker der Stadt Mölln gaben am Donnerstag als letzte der Stadtvertretungen grünes Licht für die Gründung einer Tochtergesellschaft der VSG mit der e-werk Sachsenwald GmbH.

Die e-werk Sachsenwald mit Sitz in Reinbek versorgt die Städte und Kommunen Reinbek (rund 27 000 Einwohner), Wentorf bei Hamburg (12 600 EW), Glinde (18 000), Wohltorf (2400), Oststeinbek (8900), Barsbüttel (12 600) und Aumühle (3100) mit Strom und Gas. Nun soll auch die Breitbandversorgung hinzukommen.

„Da sie damit keine Erfahrung hatten, haben sie sich an uns gewandt“, erklärt Marius Lembicz, Geschäftsführer der VSG mit den Zuständigkeitsbereichen Vertrieb und Media. Dabei konnte sich die VSG gegenüber dem Konkurrenten „willy.tel“ aus Hamburg mit einem besseren Angebot durchsetzen.

Mit der Zustimmung der Möllner Stadtvertretung, nach denen von Bad Oldesloe und Ratzeburg, wird nun die Gesellschafterversammlung der VSG noch einmal zusammentreten, der Notartermin zur offiziellen Gründung der Media Sachsenwald GmbH, sagt Lembicz, ist einen Tag später, am 30. April, anberaumt.

An Media Sachsenwald halten sowohl die VSG als auch e-werk Sachsenwald je 50 Prozent der Anteile. Da die Gesellschaft kein eigenes Personal hat, kauft sie die Dienstleistungen bei ihren beiden Gesellschaftern ein. Die VS Media stellt hier den Großteil bereit.

Die Media Sachsenwald investiert in passive und aktive Technik und schließt auch die Verträge mit den Endkunden ab. Lembicz erklärt: Alles, was keinen Strom benötigt – wie etwa Erdarbeiten – gilt als passive Technik, aktive Technik ist „alles, was einen Stecker hat und Strom benötigt“. Für die nötigen Investitionen muss die Gesellschaft mindestens 20 Prozent Eigenkapital haben, um Darlehen und Kredite von den Banken zu bekommen. Das heißt, dass die Gesellschafter je 1 Million Euro, also insgesamt 2 Millionen Euro bereitstellen müssen.

Offizielles Ziel bei der Breitbandversorgung in den Kommunen im Süden Stormarns und des Herzogtums Lauenburg sind pro Jahr 2000 Hausanschlüsse mit Ftth (Fibre to the home). Marius Lembicz: „Ich glaube allerdings nicht, dass wir damit hinkommen. Es wird wohl eher doppelt so viel, der Bedarf ist riesig.“

Über einen Zeitraum von zehn Jahren soll mindestens die Hälfte der dortigen 40 000 Wohneinheiten mit schnellem Internet versorgt werden. In Barsbüttel haben die Arbeiten schon begonnen, aber auch in den anderen Kommunen soll die Umsetzung zeitgleich so schnell wie möglich angegangen werden.

Die Media Sachsenwald wird von zwei Geschäftsführern geleitet, von denen jeder Gesellschafter einen stellt. Von der VSG wird dies Matthias Schubert sein, der bislang Bereichsleiter Breitband bei der VS Media war.

In der Möllner Stadtvertretung lobten alle Parteien die bisherige hervorragende Arbeit des Gemeinschaftsunternehmens.

Konstantin von Notz von Bündnis 90/Die Grünen erklärte: „Angesichts der verheerenden bundesweiten Breitbandstrategie haben wir hier ein absolutes Vorzeigeprojekt.“ Mit einem Blick auf die Zahlen lässt sich dieses Lob gut nachvollziehen. Laut Marius Lembicz liegt die Anschlussquote bei Ftth in ganz Deutschland bei zwei Prozent – im Verantwortungsbereich der VS Media dagegen bei 70. unk

Dieser Beitrag wurde unter Presseartikel veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.