Pflasterart: Straßenkünstler aus aller Welt beleben Bad Oldesloe

Lübecker Nachrichten   04.05.2019

Oldesloer Fußgängerzone wird Bühne für Artisten, Jongleure, Einradfahrer und Akrobaten

Als Vorgeschmack auf „Alfons Artistenschule“, die zur Pflasterart in Bad Oldesloe Station macht, demonstriert Harms Haddorp, wie er Kindern Tricks beibringt. Cassian Bohl, Anjali Steglich und Milo Kautter (v. l.) machen begeistert mit. Fotos: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Willkommen, Südamerika! Straßenkünstler aus Argentinien, Chile und Kolumbien bringen Schwung in die Oldesloer Innenstadt. Gemeinsam mit dänischen und neuseeländischen Kollegen bereiten sie den Besuchern drei turbulent-bunte Tage. Die dritte Auflage der Pflasterart belebt vom 10. bis zum 12. Mai fünf Schauplätze in der Fußgängerzone. Gekoppelt ist die Veranstaltung mit dem verkaufsoffenen Sonntag.

„Die Besucherzahlen waren 2018 schon angestiegen. Aufgrund des großen Erfolges haben wir nun die dritte Pflasterart mit der Agentur Bajazzo organisiert“, berichtet Anna Plog vom Veranstaltungsmanagement der Stadt. „Wir sind froh, wieder internationale Spitzenkünstler zu präsentieren, die auf den Straßen der Welt zu Hause sind.“ Die Erfahrung habe gezeigt, dass sich das Publikum für artistische Darbietungen ganz besonders begeistern konnte. Clowns aber seien nicht gut angekommen. Darauf sei bei der Programmgestaltung Rücksicht genommen worden.

Externe Musikgruppen wie im Vorjahr wurden dieses Mal nicht engagiert. Stattdessen präsentiert der Verein „Klngst“ lokale Bands, die am verkaufsoffenen Sonntag von 13 bis 18 Uhr die Innenstadt bespielen. Dazu gehören „irgendwiehörbar“, „Peters Beine“ sowie Christian Bernardy mit „Commander Nilpfred“.

Sicherlich werden Trauben von Schaulustigen wieder das acht Meter hohe Gestell auf dem Marktplatz belagern, wenn sich die Trapezkünstler Kira und Anders in schwindelnde Höhen begeben. Das dänisch-deutsche Duo bettet seine spektakulären Einlagen stets in absurde Rahmenhandlungen ein. Dieses Mal blickt das Publikum geradewegs ins Wohnzimmer des britischen Ehepaars Mr. und Mrs. Twisly. Die harmlos beginnende „Teatime“ artet schließlich in virtuoses Körpertheater aus.

Den Neuseeländer Zach Washer beschreibt Agenturchef Dirk Hellmann als „supersympathischen Menschen, der waghalsige Sachen macht“. Sein „Zaktakular Circus“ gleicht einer Stunt-Show, deren fulminanter Schlusspunkt im Handstand auf einem Rhönrad gipfelt. Gespannt darf man auch auf den weit gereisten „Mr. Tartuffo“ sein. Der Chilene hat seine Zaubereien, Jonglagen und anderen Kunststücke in 47 Ländern getestet und reichlich Applaus eingefahren – nicht zuletzt wegen seiner Geschicklichkeit auf dem drei Meter hohen Einrad. Letzteres ist auch „Arbeitsplatz“ der Kolumbianerin Jenita de Pecas. Während sie sich wie selbstverständlich darauf bewegt, scheinen Teller, Löffel und andere Küchenutensilien um sie herum ein Eigenleben zu führen. Wer dem Argentinier Tomás Taboada zuschaut, der lässt das Hier und Jetzt der Fußgängerzone endgültig hinter sich und taucht ein in die Welt des Varietés. Ihm gelingen atemberaubende akrobatische Leistungen bis hin zum Einhandstand. Jonglagen und Diabolo sind seine Spezialität. Gern engagiert er auch Zuschauer, die ihm während der Show zur Hand gehen sollen.

Gelegenheit fürs Publikum sich einzubringen, gibt es bei der diesjährigen Pflasterart auch anderweitig. Als speziellen Gast haben die Veranstalter Alfons und sein artistisches Mitmachtheater eingeladen. „Wir bauen ein Zehn-Meter-Zelt auf dem Marktplatz auf mit Mini-Bühne. Kinder und Jugendliche können einige Zirkustechniken ausprobieren“, erzählt „Schulleiter“ Harms Haddorp. Das Betätigungsfeld ist beeindruckend und reicht von Tellerdrehen über Diabolospielen, Keulen-, Ringe- und Bällejonglieren bis hin zu Einradfahren. Alle zwei Stunden zeigen die Nachwuchstalente das Gelernte auf der Bühne.

Als Vorgeschmack auf „Alfons Artistenschule“, die zur Pflasterart in Bad Oldesloe Station macht, zeigt Harms Haddorp, wie er Kindern Tricks zeigt. Milo Kautter, Cassian Bohl und Anjali Steglich (v.l.) machen begeistert mit. Foto: Dorothea von Dahlen

Einige mutige junge Oldesloer durften übrigens schon Zirkusluft schnuppern. Milo Kautter (4) und Cassian Bohl (6) bekamen von der Kita Brummkreisel extra frei, damit sie unter Anleitung von Zirkuschef Alfons Teller drehen und Teil einer Pyramide sein konnten. Mit von der Partie war auch Anjali Steglich (13). „Ich mache auf jeden Fall mit bei der Pflasterart“, kündigte sie stolz an.

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