Für die Oldesloer „Erle“ besteht noch Hoffnung

Lübecker Nachrichten   10.05.2019

Schulen, Kitas und viele Kinder kämpfen für den Abenteuerspielplatz und das Projekt Lernen in der Natur.

Die Draußenklasse der Oldesloer Stadtschule und der Naturkindergarten der Erle bei der Müllsammelaktion im März. FOTO: DVD

Bad Oldesloe. Ein Durchbruch zum Fortbestand des Abenteuerspielplatzes des Vereins„Erle“ am Oldesloer Poggenbreeden ist noch nicht erzielt worden – aber es bestehen Chancen, dass das Projekt Zuschüsse von der Stadt erhält, um weiter existieren zu können.

Wie die Initatoren auf der jüngsten Sitzung des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses (BSKA) darlegten, droht sonst nämlich das Aus, so dass auch Kooperationen mit örtlichen Schulen nicht mehr möglich wären. Um die Existenz des Naturlehr- und Spielgartens kämpft der Erle-Verein schon seit Längerem. Ein Antrag auf eine auskömmliche Förderung war im vergangenen Jahr im Ergebnis einer etwas konfusen Beschlussfassung versagt hatten. Doch nun soll erneut in der Causa beraten werden.

Dagmar Danke-Bayer (Grüne) und Cornelia Steinert (Linke) hatten einen Vorstoß unternommen und dafür gesorgt, dass das Thema am Mittwochabend erneut auf die BSKA-Tagesordnung kam.

Zunächst ging es nur um die Summe von 9000 Euro, die aufgrund eines Berechnungsfehlers noch nicht an den Verein gezahlt worden war. In diesem Zusammenhang flammte aber die Debatte darüber erneut auf, ob die Stadt nicht gut daran täte, dem Verein mit einer solideren Finanzierung auf die Sprünge zu helfen.

„Die Erle braucht vor der Sommerpause einen Beschluss, wie es weitergeht“, sagte Cornelia Steinert – und verwies darauf, dass es sich nicht nur um einen Abenteuerspielplatz handelt, den Kinder aus der Nachbarschaft des Poggenbreedens besuchten, sondern dass inzwischen etliche Schulen das Angebot des Lernens in der Natur nutzten.

Erzieherin Nina Reher berichtete, dass die Mädchen und Jungen aus einem größeren Einzugsbereich kämen, aus dem Hölk, vom Kinder- und Jugendheim St. Josef und dem Steinfelder Redder. „Das Besondere ist, dass der Platz ein Treffpunkt für alle ist“, sagt sie.

Darüber hinaus sei die Erle Kooperationspartner der Stadtschule, die dort seit einem Jahr ihren Draußenunterricht abhalte. Es gebe aber schon jetzt zig Anfragen von Kindergärten und Jugendtreffs, die gern Termine dort wahrnehmen wollten.

Auch im Rahmen der betreuten Ganztagsschule bestehe Interesse an einer Kooperation mit der Erle. „Wir brauchen deshalb eine verlässliche Grundfinanzierung, um dann in recht rasch mit Beginn des neuen Schuljahres neue Konzepte erarbeiten zu können“, legte Reher dar. Aber auch im Fall eines ablehnenden Beschlusses dränge die Zeit. Schließlich müssten die Schulen rechtzeitig darüber informiert werden, dass es nach den Sommerferien nicht weitergehe.

Viele Befürworter traten letztlich auf den Plan. Ein Vertreter des Kinder- und Jugendbeirats sprach sich im Namen des gesamten Gremiums für die weitere Unterstützung der Erle aus. Dagmar Danke-Bayer erinnerte daran, wie es der Musikschule vor Jahren ergangen war, als ihr um ein Haar wegen Finanzierungsschwierigkeiten das Aus gedroht hatte. „In letzter Not konnte ein Verein gegründet und Mittel zum Erhalt eingestellt werden. Ohne das hätten wir diese wunderbare Schule nicht mehr“, sagte sie. Nicht nur Grüne und Linke, auch Freie Bürger für Bad Oldesloe (FBO) und Familienpartei stellten sich auf den Standpunkt, das Angebot der Erle müsse erhalten bleiben.

Auf der nächsten Sitzung am 5. Juni soll erneut über eine Finanzierung abgestimmt werden. Der Verein Erle soll bis dahin nochmal mit Zahlen belegen, in welchem Umfang die Kinder den Naturspielplatz besuchen.

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