Museum präsentiert Fossilien-Schatz

Lübecker Nachrichten   14.05.2019

Viele Monate waren die Mitarbeiter des Oldesloer Heimatmuseums im Einsatz, um nun eine einzigartige Ausstellung zu präsentieren: „Lebensspuren in Stein“ aus der Wenck-Sammlung

Freuen sich auf die Eröffnung am Sonntag: Andreas Ahne (v. l.), Petra-Maria Schark und Hans-Jürgen Lierl.  fotos: mc

Bad Oldesloe. Sie sind steinerne Zeugen einer Zeit, die Millionen von Jahren zurückliegt. Im heutigen Ahrensburg wanderten Dinosaurier umher, als die Gletscher der letzten Eiszeit nach Stormarn rollten. Die Funde, die jetzt zum Internationalen Museumstag vom 19. Mai bis zum 19. Oktober im Oldesloer Heimatmuseum ausgestellt werden, stammen aus der Sammlung von Richard Wenck.

Der Ahrensburger Kaufmann und leidenschaftliche Amateursammler nutzte in den 1950er und 1960er Jahren jede freie Minute, um in den Kiesgruben der Umgebung in den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg nach sogenannten Ammoniten zu suchen. Dabei handelt es sich um eine ausgestorbene Gruppe von Kopffüßern, die etwa 350 Millionen Jahre lang in den Meeren lebte. „In seinem Haus hatte der Sammler alles zugestellt mit seinen Funden. Nur das Wohnzimmer war tabu“, erklärt Hans-Jürgen Lierl aus Hamburg.

Der ehemalige geowissenschaftliche Präparator an der Hamburger Universität war schon als Kind leidenschaftlicher Steinsammler, machte sein Hobby später zum Beruf und lernte dabei auch Richard Wenck persönlich kennen. „Es ist bedauerlich, dass Ahrensburg kein eigenes Museum für diese Funde hat“, sagt Lierl und zeigt versteinerte Reste eines Tintenfischs. Auch ein Saurierwirbel einer neun Meter langen Meeresechse gehört zu den rund 200 gut erhaltenen Ausstellungsstücken, die so noch nicht zu sehen waren und die die Museumsfreunde in mühevoller Kleinarbeit katalogisiert und chronologisch in Erdzeitalter sortiert haben.

„Für Bad Oldesloe ist es ein großes Glück, diese Fossilien zeigen zu können“, meint Experte Lierl und verweist auf internationale Publikationen zu diesem Thema. Die Ammoniten und Co. seien heutzutage in dieser Form nicht mehr zu finden. „In dieser Vielfalt wurden sie auch noch gar nicht ausgestellt“, betont Museumsleiterin Petra-Maria Schark.

Bereits 1984 hatte das Heimatmuseum unter der Leitung von Dr. Christoph Baumgarten einen Teil der umfangreichen urgeschichtlichen Privatsammlung von Richard Wenck erworben – mithilfe einer Spende des Oldesloers Werner Hopp. In zwei Ausstellungen – 1985 und 2008 – wurden bereits Teile der Sammlung zum Thema Ammoniten ausgestellt. Die übrigen Schätze wurden seitdem im Heimatmuseum bewahrt und im Verlauf von mehreren Jahren von Hans-Jürgen Lierl gesichtet, zugeordnet und bestimmt.

Helmut Müller, bis 2017 verantwortlich für das Inventar im Heimatmuseum Bad Oldesloe, unterstützte ihn dabei, erfasste die Stücke im Museumsinventar und fertigte hunderte von qualitativ hochwertigen Fotografien an, die die Besonderheit und Schönheit der versteinerten Exponate herausstellen.

„Diese wissenschaftlich hochwertige Sammlung, aus der schon häufiger einzelne Stücke auch international publiziert wurden, möchten wir nun in kompletter Ausprägung der Öffentlichkeit vorstellen“, sagt Petra-Maria Schark. Hans-Jürgen Lierl hat das Projekt in den vergangenen zehn Monaten begleitet. Eigentlich für November 2018 geplant, war doch ein erheblicher Mehraufwand beim Sichten und Zuordnen innerhalb des übernommenen Inventars notwendig. Der Internationale Museumstag ist nun das perfekte Startdatum für die Ausstellung.

Geöffnet ist das Heimatmuseum an der Königstraße am Sonntag von 11.30 bis 17 Uhr sowie dann freitags von 14 bis 16 Uhr und sonnabends von 10 bis 12 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 01 60/26 097 41. Auch Gruppenführungen sind möglich. Der Eintritt ist frei. Der begleitende Fachvortrag von Hans-Jürgen Lierl beginnt am Freitag, 17. Mai, um 18 Uhr im Rathaussaal.

Diethelm Schark an einer der neuen Vitrinen. Auch der Oldesloer Pastor hat kräftig mitgeholfen.  

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