„Alma“ und „Zylindo“ leuchten Oldesloern heim

Lübecker Nachrichten   17.05.2019

Im Herbst: Stadt bekommt neue LED-Leuchten von geringer Kelvinzahl, um Insekten zu schonen und Strom zu sparen

Planer Lars C. Wulf (l.) stellte die neuen LED-Leuchten vor, die ab Herbst in Bad Oldesloe installiert werden sollen. foto: D. von Dahlen

Bad Oldesloe. Elegant und technisch auf dem neuesten Stand. So ließen sich die Straßenlampen beschreiben, die im Wirtschafts- und Planungsausschuss (WPA) jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Bereits im Vorjahr hatten sich die Stadtverordneten dazu durchgerungen, die Beleuchtung im Stadtgebiet zu modernisieren. Binnen 25 Jahren – so lange sollen die Leuchten mindestens halten – spart die Stadt dann Stromkosten in erklecklicher Höhe von sechs Millionen Euro. Mit der Umsetzung des vom Bundesumweltministerium geförderten Projekts soll nun begonnen werden.

Von insgesamt 3044 Leuchten im Stadtgebiet werden binnen sechs Monaten 2647 ausgetauscht. Die drei zum Einsatz kommenden Modelle hatte Lars C. Wulff, Chef des Hamburger Büros CL-Design zur Anschauung in den Ausschuss mitgebracht. Beim Gros der auszutauschenden Lampen handelt es sich um relativ einfach gehaltene technische Leuchten mit der Bezeichnung „Teceo“. Schmuckvoller dagegen ist der kandelaberartige „Zylindo“ mit einem hohen Glaskörper plus Tellerdeckel oder „Alma“, eine flache Haubenleuchte, die später von den blauen Masten im Stadtgebiet herabhängen soll.

Alle drei stammen vom belgischen Hersteller Schréder, laut Wulff weltweit führend in innovativer Beleuchtungstechnik. Wie er erläuterte, sind die Leuchten mit einer besonderen Schnittstelle ausgestattet. Ist dort ein Controller eingebaut, wird eine interaktive Verbindung zu einem Datennetz aufgebaut. Darüber lässt sich etwa ein Parkleitsystem oder eine Parkraumüberwachung in einer Stadt steuern, wie es laut Wulff auch im lauenburgischen Schwarzenbek zum Einsatz kommen soll. Die Oldesloer Leuchten sind indes serienmäßig nur mit einem Nehmersockel ausgestattet, können bei Bedarf aber mit einem Controller nachgerüstet werden. „Das ermöglicht aber noch weitere Anwendungen wie etwa als Ladestation für Elektroautos oder eine 5-G-Verkehrsüberwachung“, sagt der Planer.

Im WPA kam erneut die bereits im Umweltausschuss geäußerte Befürchtung zur Sprache, dass LED-Leuchten aufgrund ihrer Strahlkraft umweltschädlich seien und leicht zum Massengrab für Insekten werden könnten. Diese Sorge müsse niemand haben, dementierte nun Wulff. Denn für die Leuchten würden nur LED bis zu einer Kelvinzahl von 3000 mit einem Winkel unter 45 Grad verwendet. „Die Beleuchtung wird nachts auch herabgedimmt, um das Anflugverhalten der Tiere zu minimieren. Nur an wichtigen Verkehrsknotenpunkten bleibt sie vollständig an“, sagte der Planer.

Von der Wirtschaftlichkeitsprüfung über die Produktauswahl sind nun schon Formalitäten abgeschlossen. Mitte kommender Woche soll das Projekt nun öffentlich ausgeschrieben werden, sodass mit den Arbeiten im September begonnen werden kann. Die Umrüstungsphase soll sechs Monate dauern und spätestens im April nächsten Jahres abgeschlossen sein. D. von Dahlen

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