Brandserie am Kirchberg

Lübecker Nachrichten   13.06.2019

Auf dem Grundstück der alten Moog-Villa am Kirchberg hat es dreimal gebrannt. Die Polizei vermutet Brandstiftung und ermittelt.

Die Feuerwehrleute beim Einsatz an der alten Villa in Bad Oldesloe. Jugendliche treffen sich hier vermutlich öfter. Foto: Markus carstens

Bad Oldesloe. Auf dem Kirchberg in Bad Oldesloe hat es auf dem Grundstück der alten Moog-Villa innerhalb weniger Tage dreimal hintereinander gebrannt. Jedes Mal musste die Feuerwehr ausrücken; zuletzt mit einem Großaufgebot, weil der Verdacht bestand, dass ein Dachstuhl brannte. Ein Schaden ist nicht entstanden, vermutet wird, dass Jugendliche dort Feuer gemacht haben. Die Polizei ermittelt wegen vorsätzlicher Brandstiftung.

„Ort der Brände ist eine alte, leer stehende Villa auf einem verwilderten Grundstück“, erläutert Kai-Uwe Gatermann, Ortswehrführer der Feuerwehr Bad Oldesloe. „Dort hat es drei Mal gebrannt, zwei Mal hat in einem Schuppen unten am Travearm Unrat gebrannt und einmal gab es ein Feuer in der Villa selbst. Weil der Rauch dort durch das Dach hoch zog, haben Anwohner einen Dachstuhlbrand vermutet.“ Deshalb rückte die Feuerwehr Bad Oldesloe mit 35 Mann an und rief zusätzlich die Freiwillige Feuerwehr aus Reinfeld zu Hilfe. Üblicherweise kämen sie mit zehn bis zwölf Feuerwehrleuten zum Einsatzort. „Wir haben das Haus gewaltsam geöffnet und den Brand gelöscht.“ Auch dabei habe es sich um ein kleines Feuer gehandelt. Ein Schaden sei in keinem der Fälle entstanden.

Die Verursacher konnten bisher nicht festgestellt werden. „Es handelt sich um eine abgesperrte Ruine mit einem Schuppen im Garten, wo sich immer mal Jugendliche treffen“, sagt Gatermann, der Verständnis dafür hat: „Für Kinder und Jugendliche ist das wie ein Abenteuerspielplatz.“ Für die Feuerwehrleute sei es aber ein sehr gefährlicher Einsatzort. Denn für die Villa bestehe Einsturzgefahr, seit das Haus vor zehn Jahren abgebrannt sei. Auch damals war es Brandstiftung. „Damals ist das Obergeschoss abgebrannt, und durch das Löschwasser hat es zusätzliche Schäden gegeben, so dass das Haus einsturzgefährdet ist“, warnt Gatermann. Dazu komme, dass das Grundstück mit hohem Unkraut überwuchert sei, so dass die Einsatzkräfte nicht sehen könnten, wo sie hintreten. Löcher, Stolpersteine oder spitze Gegenstände könnten nicht rechtzeitig erkannt und so zur Gefahr werden.

Die Polizei ermittelt in allen Fällen wegen vorsätzlicher Brandstiftung. „Die alte Villa scheint ein Treffpunkt für Jugendliche zu sein“, erklärt Sandra Kilian, Sprecherin der Polizeidirektion Ratzeburg. „Zuletzt wurden einige Zeitungsschnipsel in Brand gesteckt, ein Schaden ist dabei nicht entstanden.“ Die Ermittlungen zu den Vorfällen laufen. Die Stadtverwaltung in Bad Oldesloe kann nicht viel unternehmen, weil es sich bei dem Grundstück um Privatbesitz handelt. „Es handelt sich bei der alten Moog-Villa um privates Eigentum“, erklärt Agnes Heesch, Sprecherin der Stadtverwaltung Bad Oldesloe. „Um weitere Feuerwehreinsätze zu vermeiden, wurde der Eigentümer bereits seitens der Verwaltung auf seine Sicherungspflichten hingewiesen.“

Die alte Moog-Villa am Kirchberg ist immer wieder Schauplatz von Brandstiftung. Foto: LN-Archiv

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