Plakate in der Kritik

Stormarner Tageblatt   19.06.2019

Kaum Alternativen zu den kleinen Formaten / Das Oldesloer Kub schreibt seine Erfolgsgeschichte fort

Kritik gibt es an den Plakaten im Oldesloer Stadtbild. Anzahl, Format und Gestaltung kommen nicht gut an. Niemeier
Kritik gibt es an den Plakaten im Oldesloer Stadtbild. Anzahl, Format und Gestaltung kommen nicht gut an. Niemeier

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Das Oldesloer Kultur- und Bildungszentrum, das im Herbst 2016 eröffnet wurde, hat sich zu einem echten Stormarner Erfolgsprojekt entwickelt. Das angebotene Programm ist im Kreis einmalig und bietet deutlich mehr Veranstaltungen als andere Kulturzentren in Stormarn. Dass sich Bad Oldesloe damit – wie es sich für eine Kreisstadt gehört – zu einem wichtigen kulturellen Standort in der Region entwickelt hat, darüber sind sich die Oldesloer Lokalpolitiker einig.

Inken Kautter, Kulturchefin und Kub-Leiterin, stellte kürzlich ihre Jahresbilanz vor und erhielt dafür quer durch die Fraktionen großes Lob. Es ist mittlerweile selbst bei zuvor kritischen Politikern angekommen, dass das Kub ein wesentlicher Gewinn für die Stadt ist, der sich langfristig richtig auszahlt, auch mit Blick auf Stadtmarketing und Tourismus. „Es wurden 2018 insgesamt 171 für ein Publikum frei zugängliche Veranstaltungen angeboten. Das sind zwar 17 Prozent weniger als im Jahr 2017 mit insgesamt 206 Veranstaltungen.

Im gleichen Zeitraum ist aber die Gesamtzuschauerzahl von 15231 Besuchern auf 16171 gestiegen“, erklärte Kautter. Man habe aus Erfahrungen gelernt, welche Formate ankommen und welche nicht. Gleichbleibend ist die Aufteilung zwischen durch das Kub organisierte oder unterstützte Events (55%) und durch dritte organisierte Veranstaltungen (45%). Auch bei durch „Dritte“ wie die Musikschule, die Oldesloer Bühne oder Klngstdt organisierte Events ist insgesamt ein Rückgang der Gesamtanzahl zu verzeichnen, aber gleichzeitig ist auch hier die Zuschauerzahl im Schnitt von 71 auf 86 Besucher gestiegen. Kurzum: die Reduktion in der Quantität, hat die Besucherzahl in den Einzelveranstaltungen erhöht. Die besten Besucherzahlen erreichten im Schnitt Kabarett-Events (119 Zuschauer) und Kindertheateraufführungen (116 ). Die Reihe „Film & Diskussion“ sei mit durchschnittlich 26 Besuchern das Schlusslicht im Jahre 2018 gewesen. Kautter betonte aber, dass es neben erfolgreichen und kommerziellen Veranstaltungen weiterhin auch sehr wichtig sei, Veranstaltungen zu bieten, die sich an spezielleres, kleineres Publikum richten.“

Dagmar Danke-Bayer (Die Grünen) regte an, dass die Möglichkeiten der Ehrenamtskarte und der Jugend-Kub-Abo-Karte noch bekannter gemacht werden sollten, damit dieses Angebot noch besser genutzt werde.

Neben sehr viel Lob und Anerkennung für die Arbeit im Kub gab es aus verschiedenen Fraktionen nur einen Kritikpunkt: die kleinen Kub-Plakate, die überall im Stadtbild hängen und mit ihrem kleinen Format zwar auffallen, aber aus Sicht der Lokalpolitik nicht unbedingt eine Verschönerung des Stadtbilds seien und insgesamt auch überpräsent. Kautter zeigte sich bereit, auszuprobieren, wie es mit weniger oder ganz ohne „Erinnerungsplakate“ in der Innenstadt funktioniere. Die Plakate waren schon häufiger in die Kritik geraten. Ihre pure Anzahl und das Format sowie die Gestaltung kommen nicht bei allen Mitbürgern gut an. Andererseits hat sich gezeigt, dass es nicht einfach ist Alternativen wie zum Beispiel Schaukästen einzurichten. Diese Möglichkeit sei schon länger verfolgt worden und noch sei es zu keinen Standplätzen gekommen. Abgesehen von diesem Kritikpunkt wurde Kautter aufgefordert, ihre Arbeit gemeinsam mit ihrem Team und den ehrenamtlichen Kulturschaffenden so erfolgreich fortzusetzen.

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