Leuchtende Kinderaugen beim Trommeln, Zupfen und Flöten

Lübecker Nachrichten   21.06.2019

Gemeinsames Projekt der Oldesloer Musikschule und der Klaus-Groth-Schule befindet sich im sechsten Jahr – Förderer unterstützen das Projekt weiter – Sonnabend geben Kids ein Konzert

Die Erstklässler der „Tigerklasse“ machen mit Begeisterung Musik. Schulleiterin Maren Schindeler-Grove, Horst Möller von der Stadt Bad Oldesloe, Antje Wahnfried vom Elternfond, Stefan Kunde (Lions Club), Jörg Schumacher (Sparkassen Stiftung) und Marian Henze von der Oldesloer Musikschule (v. l.) freuen sich darüber. fotos: Sandra Freundt

Bad Oldesloe. Das gemeinsame Projekt der Oldesloer Musikschule und der Klaus-Groth-Schule (KGS) wird fortgesetzt. Alle Förderer unterstützen das Projekt weiter. Am Sonnabend geben die Kinder ein Konzert für die Eltern.

Mit Begeisterung schlägt Emir die Trommel und sagt anschließend: „Die geb’ ich nicht mehr her.“ Dabei strahlt er übers ganze Gesicht. Der siebenjährige Steppke hat vorher Gitarre gespielt, die Trommel aber nun toppt alles. Lionelle, Ben und Joschua haben sich für die Blockflöte entschieden und sind mit ihrer Wahl ebenfalls zufrieden. Tatsächlich sieht man in dieser ersten Klasse nur leuchtende Kinderaugen. Gemeinsam üben sie für das Konzert für die Eltern am Sonnabend.

Das Projekt „Klasse musiziert – für jedes Kind ein Instrument“, das einst vom damaligen Leiter der Oldesloer Musikschule Alireza Zare ins Leben gerufen wurde, läuft an der Klaus-Groth-Schule bereits das sechste Jahr. Dabei lernen alle Erstklässler beim sogenannten Musikkarussell zunächst acht verschiedene Instrumente – Trommel, Flöte, Geige, Gitarre, Keyboard, Glockenspiel, Horn und Saxonette – kennen, bevor sie sich für eines von ihnen entscheiden. Anschließend wird mit diesem eifrig geprobt, einmal pro Woche unter Anleitung von fachkundigen Dozenten der Musikschule, aber auch zu Hause, denn die Instrumente dürfen für einen gewissen Zeitraum mitgenommen werden. Den Abschluss bildet schließlich das Konzert für die Familien. Ich freue mich sehr, dass ich dieses Projekt an meiner Schule anbieten kann“, freut sich KGS-Schulleiterin Maren Schindeler-Grove. Als Alireza Zare vor sieben Jahren bei allen Schulen angefragt hatte, war die KGS die einzige Grundschule, die sofort mit dabei war. Musiklehrerin Gudrun Eskierski hat sich damals für „Klasse musiziert“ starkgemacht und betreut das Projekt noch heute.

Natürlich kam die Durchführung auch damals schon nicht ohne Förderer aus. Von Anfang an dabei waren die Sparkassen-Stiftung Stormarn und der Lions-Club Stormarn. „Musik schweißt genauso zusammen wie Sport, fördert Konzentration und Disziplin, daher ist es wichtig, dieses frühzeitig zu fördern und jedem Kind die Chance zu geben, mit Musik in Berührung zu kommen“, betont Stefan Kunde vom Lions Club.

Jörg Schumacher, der Geschäftsführer der Sparkassen-Stiftungen ist damit jedoch noch lange nicht zufrieden, sondern legt nach: „Tatsächlich ist es ein gesellschaftspolitisches Trauerspiel, dass eine systematische musikalische Grundausbildung nicht schon im Kindergarten gefördert wird“, ereifert er sich. Umso mehr freut er sich, dass die gute Zusammenarbeit von Musikschule, inzwischen unter Leitung von Marian Henze, und der KGS weiterhin so gut funktioniert, das Musikkarussell auch im sechsten Jahr mit Begeisterung angenommen wird und auch weiterführend positive Entwicklungen zeigt.

„Tatsächlich bleiben viele dabei, allein in meinen Kursen an der Musikschule habe ich vierzehn Schüler, die erst durch das Musikkarussell an der KGS die Leidenschaft zu ihrem Instrument gefunden haben“, erklärt Peter Erdmann, Fachbereichsleiter „Zupfbereich“ und Koordinator von „Klasse musiziert“. Auch Antje Wahnfried vom Elternfond der KGS weiß positives zu berichten: „In der Klasse meines Sohnes war ein Junge, der dabei die Geige für sich entdeckte. Heute ist er in der vierten Klasse und hat schon ein Stipendium.“

Gut besucht sind auch die Kurse im Offenen Ganztagsbereich (OGT) der KGS, die für die Zweit-, Dritt- und Viertklässler angeboten werden, darunter „Gitarre“, „Trommeln“, „Keyboard“, „Chor“ und „Farben hören, Klänge malen“. Demnächst sollen noch „Flöte“ und „Geige“ dazukommen. „So kann der Erstkontakt mit den Instrumenten aus der Klassenstufe eins vertieft werden“, erklärt die Schulleiterin.

Während die Fördergelder von der Sparkassen-Stiftung, dem Lions-Club und dem Förderverein jährlich neu beschlossen werden müssen, überbrachte Horst Möller die freudige Nachricht, dass die Förderung des Projekts durch die Stadt Bad Oldesloe bereits für die nächsten drei Jahre im Sozial- und Kulturausschuss beschlossen worden ist. Damit dreht sich das Musikkarussell der Klaus-Groth-Schule auch in Zukunft munter weiter.   

Dieser Beitrag wurde unter Presseartikel veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.