Startschuss für neues Gewerbegebiet

Lübecker Nachrichten   26.06.2019

Lange ging es nicht voran an der Oldesloer Teichkoppel – Große Interesse von Betrieben

Freuen sich, dass es losgeht: Hans-Jörg Steglich als frisch gekürter Ausschussvorsitzender, Bürgermeister Jörg Lembke, Landwirt und Entwickler Peter Eggers sowie Landrat Henning Görtz (v. l.). foto: mc

Bad Oldesloe. Schon seit geraumer Zeit tut sich etwas im neuen Oldesloer Gewerbegebiet an der A 1. Baufahrzeuge sind im Einsatz, und mittlerweile ist zu erkennen, dass dort hinter dem Baumarkt Obi eine 300 Meter lange Straße entsteht. Am Dienstag war nun offizieller Startschuss für das 40 Hektar große Areal, für das es schon seit 2006 einen rechtskräftigen Bebauungsplan gibt, Landwirt Peter Eggers dort jedoch jedes Jahr noch Weizen geerntet hat.

Damit soll nun bald Schluss sein. Nachdem sich Eggers und die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft (WAS) des Kreises lange nicht über die Flächen einigen konnten, verkaufte die WAS ihren Anteil an den Landwirt, der nun selbst investiert und die Grundstücke vermarktet. „Es ist ein langer Prozess gewesen. Wir haben aber ein hervorragendes Verhältnis zur WAS und unterstützen uns gegenseitig“, sagte gestern Gerhard Heyer, vor 30 Jahren selbst Chef der Wirtschaftsförderung und jetzt Berater von Landwirt Eggers.

Dieser wiederum ist Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Firma PHE, die das Gewerbegebiet Süd-Ost nun erschließt. Seit September 2018 gibt es einen Vertrag mit der Stadt Bad Oldesloe. Von den 40 Hektar stehen 28 Hektar für die Ansiedlung von Unternehmen zur Verfügung. 12 Hektar sind für Straße und Grünland vorgesehen.

Ein Grundstück ist bereits vergeben – die Vereinigten Stadtwerke bauen auf gut einem Hektar direkt an der Straße Teichkoppel ein neues Verwaltungsgebäude für rund 90 Mitarbeiter inklusive großem Rechenzentrum. Auf LN-Nachfrage erklärt Gerhard Heyer: „Das Interesse der Unternehmen ist riesengroß. Vor allem sind es Handwerksbetriebe aus Bad Oldesloe und Umgebung, die größere Flächen benötigen oder aus ihrem Mietverhältnis heraus wollen.“ PHE denke jedoch auch weiter und überlege, in der Nähe Wohnraum zu schaffen.

Das hörten sowohl Landrat Henning Görtz als auch Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke gerne, denn „die Nachfrage nach Flächen ist weiterhin immens“, so Görtz. Stormarn benötige Flächen für Gewerbe, Verkehr, Wohnungsbau und natürlich auch für die Umwelt. Deshalb freue er sich, dass es nun endlich losgeht.

„Es ist ein bedeutender Tag für die Stadt“, sagt Bürgermeister Lembke. Er freue sich, dass viele hochwertige Arbeitsplätze und auch Ausbildungsplätze entstünden. Aufgabe der Stadt sei es nun, für weiteren Wohnraum und die entsprechende Infrastruktur mit Kindergärten und Schulplätzen zu sorgen.

Auch für Landwirt Eggers war es ein besonderer Tag. Denn statt um Weizenpreise kümmert er sich bald zusammen mit Ehefrau Frauke ausschließlich noch um Grundstücke und Firmenanfragen. Den Stammbetrieb in Tralauerholz in der Gemeinde Rethwisch wird sein Sohn Lutz Eggers weiterführen.

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