Betrachtungen zum Wochenausklang: Personal und andere Veränderungen

Stormarner Tageblatt   29.06.2019

Stormarner Wochenschau

Personal und andere Veränderungen

Vorne raus  – hinten wieder rein?Megi Balzer
Vorne raus – hinten wieder rein?Megi Balzer

Patrick Niemeier und Stephan Poost

Karussell Beim Oldesloer Wirtschafts- und Planungsausschuss (WPA) dreht sich das Personalkarussell – oder eben nicht. Nachdem der Ausschussvorsitzende Matthias Rohde (FBO) von der Stadtvertretung abgesetzt wurde, ist der Ausschussvorsitz vakant. Das Vorschlagsrecht hat natürlich die FBO. Man darf gespannt sein, ob Matthias Rohde, der nun gerade aus der Tür gegangen ist, durch die andere Tür wieder hereinkommt, er also wieder von der FBO als Vorsitzender vorgeschlagen wird. Bisher war es ja gute, demokratische Tradition in der Stadtverordnetenversammlung, den Personalvorschlägen der Fraktionen zu folgen. Wie sich dann die Fraktionen verhalten werden, die Matthias Rohde eben noch aus dem Amt gejagt haben, wird man sehen. Aber auch die Frage, wen die FBO als neuen Vorsitzenden vorschlägt, ist ja noch nicht beantwortet. Es bleibt spannend in der Sommerpause.

Tradition Das Vogelschießen ist eine schöne Oldesloer Tradition. Die Kinder – insbesondere die Mädchen – schmücken sich mit allerlei Blumen im Haar und die Älteren versuchen, mit fantasievollen Verkleidungen zu punkten. Allerdings: Wo früher Girlanden, Luftballons und Fahnen an den Gartenzäunen hingen, herrscht heute Leere, nur noch vereinzelt wird geschmückt. Sei es aus Zeitgründen oder weil man mit dem Fest nicht mehr so verbunden ist. Das kann man beklagen oder aber daran denken, dass sich alles im Laufe der Zeit verändert. Auch das Oldesloer Vogelschießen.

Neue Zeiten Eine andere Sache fiel beim Oldesloer Vogelschießen auf. Immer mehr Klassen kostümieren sich – feiern den Umzug als Faschingsparty oder für Minidemos pro Gleichberechtigung, gegen Homophobie und für mehr Umwelt- sowie Klimaschutz. Das macht den Umzug bunter, kam bei konservativen Traditionalisten aber nicht gut an. Es sei weder ein Karnevalsumzug noch eine Demonstration, wurde am Straßenrand moniert. Ist diese Meinung relevant? Sollte der Umzug nicht so gestaltet sein, dass er den beteiligten Kindern und Schulen die größtmögliche Freude bereitet oder sie ihm einen Sinn abringen können. Nur so kann der Umzug mit seinem anachronistischen Paradecharakter eine Zukunft haben.

Wirklich verstanden? Mit „Wir haben verstanden“ haben SPD, CDU und Freie Wähler etwas absurd und großspurig klingend ihren Antrag für mehr Klimaschutz im Kreis unterzeichnet. Doch in der Diskussion kam raus, dass manche Vertreter der ehemaligen zwei größten Volksparteien nicht verstanden haben, warum immer mehr junge Wähler in Richtung der Grünen und der Linken abwandern. Denn ernst genommen fühlten sich die Vertreter von „Fridays for future“ nicht, nachdem ihr emotionaler und engagierter Einsatz zwar gelobt wurde, aber der Eindruck bestehen blieb, dass vor allem die CDU sagt: „Klimaschutz natürlich und gerne, aber bitte nicht mit zu viel Kosten, Einschränkungen und Aufwand.“ Erschrocken und empört erschienen Kreistagspolitiker über die deutlichen Worte von „Fridays for future“. Die lauteten nämlich: „Sie haben es verbockt.“

Dieser Beitrag wurde unter Presseartikel veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.