Verkaufsoffener Sonntag vor dem Aus

Stormarner Tageblatt   29.06.2019

Koordinator legt überraschend und mit sofortiger Wirkung seinen ehrenamtlichen Posten nieder

Da war noch alles gut: Koordinator Hans Jörg Steglich (2.v.l.) und  Mitstreiter bei der Vorstellung des ersten verkaufsoffenen Sonntags am 31. März dieses Jahres. Nie
Da war noch alles gut: Koordinator Hans Jörg Steglich (2.v.l.) und Mitstreiter bei der Vorstellung des ersten verkaufsoffenen Sonntags am 31. März dieses Jahres. Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Vier verkaufsoffene Sonntage waren für 2019 in Bad Oldesloe geplant. Doch ob sie wirklich durchgeführt werden, ist plötzlich fraglich. Der bisherige Koordinator, Hans-Jörg Steglich, hat nach Tageblatt-Informationen überraschend und mit sofortiger Wirkung seinen ehrenamtlichen Posten niedergelegt.

Gemeinsam mit engagierten Kaufleuten und unterstützt von Vereinen hatte Steglich den ersten verkaufsoffenen Sonntag am 31. März erfolgreich organisieren können. Beim zweiten Sonntag am 12. Mai hängten sich die Kaufleute mit ihren geöffneten Geschäften an das beliebte durch die Agentur Pflasterart und das Kulturbüro der Stadt geplante und durchgeführte Festival an. Eigentlich sollten nun in diesem Jahr noch zwei verkaufsoffene Sonntage unter der Koordination des FBO-Stadtverordneten durchgeführt werden. Angemeldet sind dafür der 22. September und der 10. November, doch für diese fehlen ein Veranstalter und ein Koordinator. Der Bürgermeister informierte in dieser Woche die Kaufleute über diesen Umstand. „Herr Steglich wird für diese Aufgabe nicht mehr zur Verfügung stehen“, erklärt der Verwaltungschef in dem Schreiben. Er bedanke sich für die geleistete Arbeit. Das Ganze habe aber auch sehr praktische Auswirkungen. „Wenn die verkaufsoffenen Sonntage weiterhin stattfinden sollen, muss eine andere Lösung gefunden werden“, schreibt der Bürgermeister. Er lädt für Mitte Juli zum runden Tisch der Geschäftswelt ein.

Ein ewiges Hin und Her „Aus den Reihen der Beteiligten muss ein Nachfolger für Herrn Steglich gefunden werden, um die Veranstaltungen 2019 und 2020 durchführen zu können“, so der Verwaltungschef weiter. In den vergangenen Jahren befinden sich die verkaufsoffenen Sonntage in der Kreisstadt immer wieder kurz vor der Absage. Seit der Auflösung der Gemeinschaft Oldesloer Kaufleute fand sich keine stabile Organisationsgruppe mehr. Gleichzeitig sind die Auflagen für Veranstaltungen dieser Art deutlich angestiegen. So müssen verkaufsoffene Sonntage in ein größeres Event mit durchgehendem Motto eingebunden sein. Diskussionen gab es ferner, ob die Gewerbegebiete mit eingebunden werden müssten oder nicht. Die Koordinatoren und durchführenden Veranstalter hatten es zuletzt nicht leicht, weil das Image der Einkaufssonntage in Oldesloe durch das Hin und Her gelitten hat. Kaufleute kritisieren mittlerweile, dass es keinen Verein oder eine Gruppierung gebe, die sich explizit für die Belange der Innenstadtkaufleute einsetzt. Zuletzt hatte Maik Neudek vom gleichnamigen Fachgeschäft den Abschied zum Jahresende erklärt. Auch er monierte, dass es zu viel gegeneinander in der Stadt und zu wenig gemeinsame Bemühungen gebe. Damit habe sein Rücktritt aber nicht primär etwas zu tun, betont Steglich auf Tageblatt-Nachfrage. „Es liegt eher im privaten Bereich und ich möchte da zum jetzigen Zeitpunkt nicht sprechen“, so der engagierte Oldesloer, dessen Frau Inhaberin der Löwen-Apotheke ist. Steglich selbst war Anfang des Jahres eingesprungen, weil sich kein anderer Koordinator für die Einkaufssonntage gefunden hatte.

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