Betrachtungen zum Wochenausklang: Hier steht einiges auf dem Spiel

Stormarner Tageblatt   13.07.2019

Stormarner Wochenschau

Hier steht einiges auf dem Spiel

Derzeit ist kein Geschäft mit dem leeren Geschäft in Bad Oldesloes Innenstadt zu machen. Megi Balzer
Derzeit ist kein Geschäft mit dem leeren Geschäft in Bad Oldesloes Innenstadt zu machen. Megi Balzer

Dirk Gusick und Stephan Poost

Zahlenspiele Die Gemeinde Lasbek wird in der Ortsmitte von Lasbek-Dorf keinen Zebrastreifen erhalten. Auf der Landesstraße 90 sei zu wenig Verkehr und es würden zu wenige die Straße überqueren. Das mag von den Zahlen her richtig sein, aber dadurch wird das überqueren der L 90 für die Lasbeker nicht weniger gefährlich. Wer zum Schulbus, ins Gemeinschaftshaus oder zum Brötchen holen geht, der muss unweigerlich in Höhe des Denkmals über die Straße gehen. Und die ist dort durch die Kurven recht unübersichtlich. Kinder haben bekanntlich noch nicht das Gefühl für Ge-schwindigkeit und Entfernung und bei Senioren dauert es meist auch ein bisschen länger, bis sie das rettende Ufer auf der anderen Straßenseite erreicht haben. Zahlenspiele hin oder her, es reicht ein Auto, das einen Menschen auf der Straße erwischt. Das gilt es mit einem Fußgängerüberweg zu vermeiden.

Planspiele Was wäre, wenn bei einem Ausbau der Bundesstraße 404 zur Autobahn 21 die Anschlussstelle Mollhagen/Todendorf wegfällt? Diese Frage stellten sich Bürgermeister Wolfgang Meyer (Steinburg) und Philipp Lemke (Todendorf). Ein Blick in die Zukunft ist immer eine gute Sache. Allerdings gibt es noch keinen konkreten Plan, der einen Ausbau der B 404 über drei Fahrspuren hinaus zur Autobahn vorsieht. Die Planung dafür kann erst 2030 beginnen, wenn es dann überhaupt gewollt ist. Und wer weiß schon, wer in elf Jahren die politischen Entscheidungsträger sind. Also getrost dem Motto: „Keine Sorgen auf Kredit“ – cool bleiben!

Nachspiele Der Schulverband Bad Oldesloe hat die Zeiten für die Garantierte Grundschule an der Masurenwegschule verlängert. Jetzt können die rund 100 Kinder aus den ersten bis vierten Klassen bis 16 Uhr statt bis 14.30 Uhr in der Schule betreut werden, wenn die Eltern es wünschen und auch bezahlen. Da stellt sich dann allerdings die Frage, warum es nicht gleich eine Ganztagsschule gibt. Dann würden die Jungen und Mädchen nicht aus ihren Klassenverband herausgerissen. Das würde das Sozialverhalten der Grundschüler weiter stärken und sie hätten auch noch das Erlebnis eines gemeinsamen Mittagessens. Denn zahlreiche Kinder gucken meist mittags in leere Töpfe. Darüber sollten die Mitglieder des Schulverbandes mal nachdenken.

Verspielt Die Stadt Bad Oldesloe bietet ein Ladenlokal wie Sauerbier an und bekommt trotz des geringen Mietzinses keinen Mieter. Einige Hunderter weniger im Monat sind da nicht hilfreich. Vielleicht offenbart sich hier eher ein strukturelles Problem? Eines, das mit Blumenkübeln an Laternen nicht gelöst werden kann.

Spielerei „Das Gegenteil von gut ist gut gemeint“, schrieb Kurt Tucholsky. Der Spruch trifft in dieser Woche auf Ahrensburg zu. Mit dem Spruch „My home is my castle“ unter einem stilisierten Ahrensburger Schloss hat das Stadtforum eine Marke für Ahrensburg vorgestellt. Warum in einer Stadt, in der weltweit agierende Firmen ihren Sitz haben, nun ein Spruch herhalten muss, der im Zweifel erst einmal Abgrenzung signalisiert (Übersetzung: Mein Zuhause ist meine Burg) werden sicherlich die Schöpfer der neuen Marke erklären können. Was dieser Spruch mit Ahrensburg und dem Schloss zu tun hat? Vielleicht gibt es darauf auch eine Antwort. Aber, das dieses neue Logo nur von den Mitgliedern des Stadtforums kostenfrei genutzt werden kann, alle anderen Interessierten aber Lizenzgebühren zahlen sollen, sorgt sicherlich nicht für eine Verbreitung des neuen Logos und ist wohl kaum identitätsstiftend. Ein Blick über den Tellerrand hinaus hätte den Ahrensburgern sicher gut getan. In vielen Städten weiß man, wie man professionell mit dem Thema umgeht.

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