Industriegleis: Ampel wird nicht repariert

Lübecker Nachrichten   16.07.2019

Ärgerlich für Radfahrer: Der Übergang über die B 75 bei Blumendorf wird nicht hergerichtet, solange auch das Industriegleis nicht reaktiviert wird

Das Industriegleis wird nicht mehr genutzt, die Ampelanlage ist defekt und wird nicht repariert. Radfahrer müssen manchmal länger hier warten, um über die Straße zu kommen. fotos. markus carstens

Bad Oldesloe. Peter Anklam, passionierter Radfahrer aus Bargteheide, machte seinem Ärger jüngst im Verkehrsausschuss des Kreises Luft. Der Radweg entlang der Landesstraße 82 (ehemals B 75) zwischen Bargteheide und Ahrensburg sei in einem erbärmlichen Zustand. Er beklagte, dass zu wenig für die Radfahrer getan werde – und führte das in Stormarn immer sehr erfolgreiche Stadtradeln als Beleg dafür an, dass das Interesse am Radfahren groß sei.

Anklam – selbst jahrelang SPD-Stadtvertreter in Bargteheide – kritisierte zudem den immer noch nicht vollendeten Bau des Radwanderweges von Bad Oldesloe nach Trittau (knapp 25 Kilometer insgesamt) sowie den gefährlichen Übergang im Verlauf der Radstrecke von Bad Oldesloe Richtung Grabau an der viel befahrenen B 75 bei Blumendorf. „Die Ampel ist dort seit Jahren defekt“, sagte Anklam.

Meike Langenbach aus der Bauverwaltung des Kreises Stormarn klärte auf: „Die Ampelanlage ist verknüpft mit dem Industriegleis, das wiederum seit Jahren nicht genutzt wird.“ Die Technik sei defekt, liege in der Zuständigkeit der Stadt Bad Oldesloe.

Diese wiederum verfolgt derzeit keine Bestrebungen, die Ampel für Radfahrer oder vereinzelte Fußgänger wieder in Betrieb zu nehmen. „Es gibt einen politischen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, die Anlage nicht zu reparieren“, erklärt der Oldesloer Bürgermeister Jörg Lembke auf LN-Anfrage. Das Gleis sei 2017 gesperrt worden, weil sich Stadt und der damals einzige Nutzer – die Firma Arcelor Mittal im Rögen – nicht auf eine Kostenverteilung hätten einigen können. „Nach Sperrung des Gleises haben wir die Ampelanlage, sozusagen als Service für weitere Nutzer, aufrechterhalten“, sagte Lembke weiter. „Es bestand aber von vorneherein die Absicht, die Anlage im Falle eines Defektes nicht mehr zu reparieren. Mittlerweile ist die Anlage ausgefallen und wird wie geplant nicht mehr in Betrieb genommen.“ Das werde erst dann wieder der Fall, wenn die Gespräche zur Reaktivierung des Industriegleises erfolgreich verliefen. Arcelor Mittal hat nämlich wieder Interesse signalisiert, es geht nun um die Finanzierung. Allerdings haben verschiedene Seiten bereits ihre Unterstützung bekundet.

Auch der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) als zuständige Behörde für die Bundesstraße plant keine Reaktivierung der Ampelanlage. Das erklärte auf Nachfrage LBV-Sprecherin Dagmar Barkmann.

Während dieser Weg auf einer alten Bahntrasse nach Henstedt-Ulzburg führt, wird auch der Radweg von Bad Oldesloe nach Trittau immer stärker genutzt. Nur in Sprenge muss der Radler die Strecke verlassen und einen Bogen fahren, um dann wieder auf den Weg – ebenfalls eine alte Bahntrasse – zu gelangen. Schon seit Jahren kämpft der Kreis für einen Lückenschluss, allerdings auch gegen den Widerstand eines Grundstücksbesitzers. Die Flächen sind essentiell für den Radweg, deshalb kommt es nach Angaben des Kreises nun zu einem Enteignungsverfahren.

Außerdem hat der Kreis vor Kurzem beschlossen, sich mehr für Radfahrer einzusetzen.

Auf Antrag der CDU verabschiedete der Verkehrsausschuss einstimmig eine Aufforderung an die Landesregierung, eine große Strategie und Planung für die Mobilität auf zwei Rädern vorzulegen. Auch die Förderung von Radweg-Sanierungen solle wieder einfacher werden.

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